Amphitryon - Maxim Gorki Theater Berlin
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Amphitryon: Komödie von Heinrich von Kleist
Den Stoff lieferte eine Randnotiz der griechischen Mythologie:
die Zeugungsgeschichte des Herakles. Begeistert von der Schönheit
der Alkmene beschliesst Zeus, sie in Gestalt ihres Mannes Amphitryon
zu besuchen. Die getäuschte Alkmene erlebt mit dem falschen Ehemann eine unvergessliche Liebesnacht. Der echte Amphitryon, als Sieger aus der Schlacht heimgekehrt, erlebt seine grösste Niederlage im Privaten: Ein anderer raubt ihm seine Identität. Was bleibt, wenn einem alles genommen wird, wenn selbst das Ich abhanden kommt? Vom titelgebenden Helden lenkt Kleist den Fokus auf Alkmene und lässt sie auf die Frage nach dem Ich mit dem berühmtesten "Ach!" der Literaturgeschichte antworten: drei Buchstaben, die die Komödie ins Schleudern bringen.
Mit Hans Löw, Anja Schneider, Michael Klammer, Robert Kuchenbuch und Hilke Altefrohne Regie: Jan Bosse Bühne: Stéphane Laimé .
"Stichwort: Verwechslungskomödie. Durchaus radikalisiert, an dem Punkt, an dem man sich mit sich selber zu verwechseln hat. Die Inszenierung von Jan Bosse, wohl der neue Hausregisseur am Maxim Gorki Theater, unternimmt nun den Versuch, dem Stück die grösstmögliche Beiläufigkeit zu verleihen und dennoch die Krisenhaftigkeit des Verhandelten beizubehalten." (Junge Welt)
"Seine Ernsthaftigkeit, in aller Heiterkeit, aber bekommt dieser Abend durch Hans Löw in der Doppelrolle. Löw zeigt, wie der zunächst zürnende, verhörende Ehemann in tiefe Nachdenklichkeit, Verletzung und Zweifel versinkt, aber er zeigt auch den Olympier, der selbstquälerisch eifersüchtig nichts dagegen tun kann, dass Alkmene in allem und jedem nur ihren dann doch einzigen Amphitryon lieben kann.
Man hat bei Jan Bosse, wenn er Goethe, Shakespeare, oder Beckett inszenierte, erlebt, dass er zugunsten der Komödie oft die schmerzhafteren Elemente zurückdrängte oder ignorierte. Hier zeigt er beides." (Kulturradio)
"Jan Bosse hat Kleist einleuchtend spiel- und goutierbar gemacht. Aber man möchte den andererseits wiederum ziemlich literaturromantischen Satz hinschreiben, dass er sich gar nicht erst die Chance gegeben hat, an diesem Autor zu scheitern. Er hat sich Kleist für seine Zwecke zurechtgestutzt: als Beziehungstragikomödie." (taz)
Aufführung in: Berlin
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