Die Herkuleskeule
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Die Herkuleskeule: Die Herkuleskeule feierte am 1. Mai 2006 ihren 45. Geburtstag. Zu Mauerzeiten für brisantes politisches Kabarett bekannt und auch im Westen damals schon ein Geheimtip für Kenner der Szene, bestätigen heute die Zuschauer aus Ost und West, dass die Programme der Keule zu einem der besten Ensemblekabaretts Deutschlands gehören.
Gegründet von Manfred Schubert und geprägt von Komödianten wie Hans Glauche mit seinem unvergesslichen "Gustav und Erich", waren es später Wolfgang Stumph, Uwe Steimle, Günther Pölitz oder Manfred Breschke, die sich auf den Keulenbrettern zu namhaften Kabarettisten entwickelten. 1970 kam Wolfgang Schaller ins Ensemble. Vor allem seine mit Peter Ensikat geschriebenen Kabarettstücke, die überall an den Theatern im Osten nachgespielt wurden, machten die Herkuleskeule zum Markenzeichen für politisches Kabarett in der DDR. Der "Eulenspiegel" schrieb: "Die Herkuleskeule hat in all den Jahren der Erstarrung wie ein Eisbrecher gewirkt und anderen mit ihrem Mut geholfen."
1987 kam es zur legendären ersten gemeinsamen Veranstaltung zweier deutscher Kabaretts, der Lach- und Schiessgesellschaft und der Herkuleskeule. Gerhard Polt und Dieter Hildebrandt hatten ihren Anteil daran, dass die Dresdner als erstes ostdeutsches Kabarett noch vor Maueröffnung im Münchner Residenztheater gastieren konnten. Und nach einem Gastspiel 1990 im Hamburger "Thalia" schrieb die "Welt am Sonntag": "Die Herkuleskeule, mit den Autoren Ensikat und Schaller zum klügsten, direktesten, präzisesten DDR-Brettl gereift, ist gerüstet für die neue Rolle."
Heut beweisen Gloria Nowack, Birgit Schaller, Brigitte Heinrich, Rainer Bursche, Frank Weiland, Michael Rümmler und die Jens-Wagner-Band allabendlich, dass das oft totgesagte politische Kabarett weiterlebt. Die jährlich 350 Vorstellungen im Haus sind mit einer Auslastung von 90 Prozent fast immer ausverkauft, und mit über 100 Gastspielen pro Jahr erobert sich das Ensemble singend, spielend und musizierend deutsche und schweizere Theater.
Unter Leitung ihres Chefs und Autoren Wolfgang Schaller, dem als Geschäftsführer Volker Arnold zur Seite steht, sind die Programme der Keule bekannt als ein Wechselbad aus lautem Vergnügen für Kopf und Bauch und grimmiger Provokation. "Altmodische Ossis" titelte die "Süddeutsche" 1996, schrieb aber ein Jahr später: "Die Herkuleskeule bewies, dass sie in punkto politischem Kabarett nach wie vor eine der besten Bühnen der ganzen Republik ist". Ein Mainzer Rezensent titelte nach einem Gastspiel im Unterhaus: "Kabarett, wie es seit den besten Zeiten der Lach- und Schiessgesellschaft kaum noch welches gibt".
Veranstaltungen in: Badrina, Ballenstedt, Chemnitz, Erfurt, Hoyerswerda, Putbus, Zeitz
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