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Juli - Theater Magdeburg
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Juli Erzählung: Schauspiel von Iwan Wyrypajew
"Juli" ist die nicht-alltägliche Selbstauskunft eines nicht-alltäglichen Menschen, der mit merkwürdiger Klarheit über monströse Mord- und Kannibalismustaten fabelt, die er begangen hat - vielleicht auch nur begangen haben will? Er erscheint als die ruhende Mitte einer ausser Rand und Band geratenen, ins Rasen gekommenen Welt. Diesem Weltrasen begegnet er, indem er gottgleich, in einer Mischung aus Kaltblütigkeit und Gnadentum, ultimativen Stillstand verabreicht - durch Töten, Metzeln, Einverleiben. Er erlöst gleichsam die Guten und die Geschundenen und verhilft ihnen und ihren Seelen auf den Weg in Heil und Erlösung jenseits des irdischen Dramas.
Die Erzählung befremdet, aber sie entfaltet eine berückende Logik. Mit seiner glühenden Begeisterung, seiner inneren Befreitheit von den Fesseln herkömmlicher Logik und gewöhnlicher Moral nimmt dieser Mensch sein Gegenüber gleichsam bei der Hand und führt ihn in eine Welt, in der eigene Gesetze - die ebenso irren wie in sich stimmigen Gesetze eines Erleuchteten - herrschen.
Der russische Dramatiker, Schauspieler und Regisseur Iwan Wyrypajew (*1974) wurde in Deutschland mit seinen Stücken »Sauerstoff« und »Valentinstag« bekannt. Seit 2001 arbeitet er in Moskau am Zentrum Neues Drama: teatr.doc. Seine Inszenierungen, Filme und Theatertexte wurden mehrfach zu internationalen Festivals eingeladen. "Juli" wurde in der Moskauer Uraufführung auf den Wiener Festwochen 2008 gezeigt.
Regie: Christoph Sommerfeldt
Aufführung in: Magdeburg
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