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Körperklänge - Mainfrankentheater Würzburg
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Körperklänge - Junge Choreografen: Junge Choreografen stellen sich vor
Kein anderes Medium kann Klang derart unmittelbar in die Sphäre des Sichtbaren übersetzen wie der Tanz - und ohne Musik kommt kaum eine Choreografie aus. "Körperklänge" ist der Titel der ersten Produktion der Ballettcompagnie des Mainfranken Theater in der Spielzeit und zugleich setzt das Mainfranken Theater damit die zuletzt mit Laboratorium Tanz äusserst erfolgreiche Reihe mit Choreographien von und mit Mitgliedern der Ballettcompagnie fort.
Ivan Alboresis "wo [nie] ein Laut war" liess sich in seiner Choreografie von Jane Campions Film "Das Piano" inspirieren: Eine Frau weigert sich seit ihrer Kindheit zu sprechen. Nun begibt sie sich auf eine Reise in ein neues Leben, in ein fremdes Land, um dort einen fremden Mann zu heiraten. Sie lernt jedoch einen anderen Mann kennen - und lieben.
Hiervon ausgehend entwickelt sich die Choreographie zu einem fast abstrakten tänzerischen Diskurs, der sich in einer Welt bewegt, in der die Grenzen zwischen Traum und Realität, Innen- und Aussenwelt allmählich zerfliessen. Mit der traumartig-visionären Anlage der Choreographie und zugleich mit ihrer äussersten Reduktion der Mittel hin zu einem Minimalismus des theatralen und tänzerischen Ausdrucks korrespondiert die Musikauswahl mit Werken des estnischen Mystiker-Minimalisten Arvo Pärt.
Vitali Belikov bricht in "Der schwarze Rabe" mit den Konventionen einer klassischen Choreografie und überschreitet die Grenzen der einzelnen Kunstgattungen, indem bei ihm die Tänzerinnen und Tänzer zugleich als Musiker, Sänger, Performer und bildende Künstler zu erleben sind. Inhaltlich greift er hierbei auf das in der russischen Mythologie und Märchenwelt weit verbreitete Motiv des schwarzen Raben zurück, der dort unter anderem als Todesbote die Seele der Sterbenden ins Jenseits begleitet und ihren Angehörigen zugleich die Todesnachricht überbringt. So erscheint der schwarze Rabe auch einem Soldaten, der im Krieg fällt - und seiner Frau, der er vom Tod des Mannes berichtet, die aber in Gedanken mit dem geliebten Mann immer vereint bleibt.
Caroline Matthiessen schliesslich hat in ihrer Choreografie "Verklärte Nacht" das gleichnamige, noch spätromantische Streichsextett Arnold Schönbergs als musikalische Grundlage ihrer Arbeit ausgewählt und verarbeitet zudem das der Komposition zu Grunde liegende Gedicht Richard Dehmels.
Erzählt wird von dem Geständnis einer Frau an ihren Geliebten, von einem anderen Mann schwanger zu sein, den sie jedoch vor ihrem jetzigen Geliebten kennengelernt habe. Sie liebte ihn nicht und gab sich nur aus dem Wunsch, schwanger zu werden, diesem Fremden hin. In ihrer Choreographie verarbeitet Caroline Matthiessen das Geschehen, das von Schönberg eng an Dehmels Textvorlage entlang in Musik gesetzt wurde, zu einem Handlungsballett, in welchem sie die dramatischen Konflikte dieses bürgerliche Konventionen radikal in Frage stellenden Textes zuspitzt und bezüglich ihres theatralen Potenzials befragt.
Choreografie: Caroline Matthiessen, Ivan Alboresi, Vitali Belikov
Bühne: Sandra Dehler
Körperklänge - Mainfrankentheater Würzburg Tournee Übersicht
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