Madama Butterfly - Komische Oper Berlin
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Madama Butterfly: Japanische Tragödie in drei Akten von Giacomo Puccini
Text von Luigi Illica und Giuseppe Giacosa
Deutsche Übertragung von Joachim Herz und Klaus Schlegel
Das Opernbuch geht auf einen Stoff zurück, den die beiden amerikanischen Schriftsteller John L. Long und David Belasco in den 1890er Jahren bearbeitet hatten, und diente im engeren Sinne einer Weiterentwicklung und Verfeinerung des italienischen Verismo. Der ostasiatische Einschlag, der Rückgriff auf exotisches Milieu lag im Zug der Zeit und entsprang nicht zuletzt den Weltausstellungen in Paris und deren grossem Einfluss Ende des 19. Jahrhunderts auf die Künste, die Philosophie und die Ethik, worin sich das bürgerlich-koloniale Selbstverständnis gebrochen spiegelte. Nach der "Tosca" (1900) macht Puccini Cho-Cho-San, genannt Butterfly, die japanische Halbwüchsige, die für den Amerikaner Pinkerton alles aufgibt und bis zuletzt reinen Herzens an die Liebe glaubt, zum Zentrum seiner zunächst äusserst umstrittenen Oper, die in einer Art absoluter Gegenwart - Jetztzeit - spielt. Zwar folgt er der Tradition, eine grosse Passion in den Mittelpunkt der Oper zu stellen, aber unter der klaren, kritischen Perspektive der Darstellung eines Missbrauchs. Butterfly geht unter, zerrieben zwischen zwei Kulturen sowie menschenverachtender Niedertracht und Feigheit.
"Das ist ein gutes Stück über das alte und immer gleiche Problem: die Ausbeutung von Frauen, Männern und Kindern für die sexuelle Befriedigung von Angehörigen wirtschaftlich starker Kulturkreise, die andere mitleidlos ihren Gelüsten unterwerfen, ohne Respekt, Güte oder Liebe. Das ist der Imperialismus - dumm, pervers, herabwürdigend und tyrannisch." (Regisseur
Calixto Bieito)
Musikalische Leitung: Enrico Delamboye
Inszenierung: Calixto Bieito
"Puccinis Meisterwerk, sonst besonders an grossen Häusern selten in aussagekräftigen Inszenierungen zu sehen, wird hier endlich nicht nur illustriert, sondern bissig kommentiert. Hinter den Erkenntnisstand dieser ,Butterfly' kann man in Zukunft nicht mehr zurück." (Die Welt)
"Bieito benutzt die Oper. Er ist ein Meister des Schocks. Er verwendet Sexualität, Blut, Gewalt, Totschlag zur Erzeugung aussergewöhnlicher Bühneneffekte. Bieito [setzt] in der Tat einen neuen Standard, ausdrucksvoller als in seinen Arbeiten kann man Körper in der Oper heute kaum erleben, die Sänger der Komischen Oper haben sich da rückhaltlos engagiert."
(Berliner Zeitung)
"Bieitos Inszenierung knüpfte an die Tradition des Hauses an, Schicksale zu erzählen. Das Publikum stimmte überwiegend zu, das Buh-Geschrei galt wohl eher der Enttäuschung über den ausgebliebenen Skandal."
(Neues Deutschland)
Veranstaltung in: Berlin
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