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Mefisto Forever - Maxim Gorki Theater Berlin

Mefisto Forever - Maxim Gorki Theater Berlin Mefisto Forever: Deutschsprachige Erstaufführung eines Stücks von Tom Lanoye - frei nach Klaus Mann

Ein Theater in Berlin: Während der Proben zu Shakespeares "Hamlet" erfährt das Ensemble um den Schauspieler und Regisseur Kurt Köpler vom Wahlsieg der Faschisten. Im Mikrokosmos der Theatertruppe brechen bisher verborgene politische Konflikte auf. Kurt Köpler steht vor der Entscheidung: Soll er seiner Geliebten Rebecca ins Exil folgen oder soll er den Lockrufen der neuen Machthaber nachgeben, die ihn im Land halten wollen? Köplers Credo, jede gute Kunst sei ein politischer Akt, hilft ihm, sein Aufspringen auf den Karrierezug vor sich selbst zu rechtfertigen. Doch der Balanceakt zwischen Gewissen und Erfolg wird immer schwieriger.

Klaus Manns "Mephisto" gehört zu den bekanntesten Romanen des 20. Jahrhunderts. Zu einem Skandal wurde das Buch durch die biografische Nähe der Hauptfigur zu dem Schauspieler Gustaf Gründgens. Tom Lanoye hat aus diesem Stoff ein Theaterstück kristallisiert, das die Frage nach den Möglichkeiten und der Ohnmacht des Künstlers in den Mittelpunkt stellt. "Hamlet" und "Kirschgarten" sind in Lanoyes Fassung die Theatertexte, die Kurt Köpler in die Dunkelzone seines Gewissens begleiten.

Regie: Armin Petras
Mit: Paul Herwig, Fritzi Haberlandt, Max Simonischek, Julischka Eichel, Wanda Perdelwitz, Peter Kurth, Anja Schneider, Ursula Werner und Peter Moltzen

"Es geht immer darum, all die Toten in den Büchern mit Hilfe von Zauberei zu erwecken. Wo die Tore zwischen Tod und Leben dermassen weit geöffnet sind, kann schon mal einer blutverschmiert zurück auf die Probebühne gekrochen kommen, den man dort gar nicht bestellt hat: So wie der Schauspieler Niklas Weber (Peter Moltzen), einst ein überzeugter Nazi, dann von den eigenen Parteigenossen wegen allzu freimütiger Regimekritik erschossen. Zu Beginn des zweiten Teils von ,Mefisto forever' im Berliner Maxim-Gorki-Theater sitzt er plötzlich wieder da mit seinem von Folterstriemen gezeichneten Oberkörper, rafft sich auf, nimmt sich einen künstlichen Buckel aus dem Kostümschrank und spricht den Eröffnungsmonolog aus ,Richard III.' Shakespeares Verse gehen bei ihm dann irgendwann in Goebbels` Sportpalastrede über. Wenn der Schauspieler als Richard/Goebbels von den Horden aus der Steppe fantasiert, die demnächst über Europa rollen, dann läuft auf einer Videowand im Hintergrund Pudowkins legendärer Stummfilm ,Sturm über Asien' - aus dem bezog wahrscheinlich auch der Filmfan Goebbels sein ganzes Wissen über Steppenhorden. Es ist eine der stärksten Szene, und hier funktioniert einmal das gegenseitige Sich-Durchdringen von Politik, Theater und Weltliteratur, das sich der Autor Tom Lanoye und der Regisseur Armin Petras erträumten." (Welt)

"Schicht um Schicht türmt Armin Petras die Assoziationen aufeinander. Lässt Bilder, Zitate, Kunst, Fiktion und Dokumentation zur hochsuggestiven Musik von Sascha Hargesheimer zu einer süffigen Collage verschmelzen, in der man als Zuschauer am eigenen Leibe die demagogischen Kräfte der Kunst spüren kann." (taz)

"Dabei meint es Armin Petras, Intendant am Gorki-Theater, sehr ernst mit dem Verhältnis von Kunst, Macht und Politik, das bekanntlich ein ziemlich komplexes ist. Weitgehend ohne die ironischen Brüche und Stilwechsel, die seine Inszenierungen auszeichnen, setzt er aufs grosse Drama. Diese Redlichkeit ehrt ihn als Anti-Zyniker." (Tagesspiegel)

Aufführung in: Berlin
 
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Veranstaltungen im Dezember
 
12.12.2008 19:30 Berlin / Maxim Gorki Theater Mefisto Forever Karten