Ödipus auf Cuba - Maxim Gorki Theater Berlin
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Ödipus auf Cuba: Uraufführung eines Stücks von Armin Petras - nach Motiven des Romans "Homo Faber" von Max Frisch
Der Ingenieur Walter Faber, Angestellter der UNESCO in New York, glaubt an die Kontrollierbarkeit der Welt durch Technik und Vernunft, bis er auf einer Überfahrt nach Europa die junge Sabeth kennen lernt und sich in sie verliebt. Sie erinnert ihn an seine frühere Geliebte, die Jüdin Hanna, die ihn 1936 in der Schweiz verliess, als
sie ein Kind von ihm erwartete, aber seinen halbherzigen Antrag, sie zum Schutz vor Ausweisung zu heiraten, abgelehnt hatte. Gemeinsam mit Sabeth reist Faber nach Athen, wo Sabeths Mutter lebt. Dass diese Mutter Hanna ist, dass er sich in seine Tochter verliebt und mit seiner Tochter geschlafen hat, erfährt Faber beim Zusammentreffen mit Hanna im Krankenhaus: Sabeth war am Strand von einer Schlange gebissen worden, vor dem ihr zur Hilfe eilenden Faber zurückgewichen und gestürzt. Die Ärzte verabreichen Sabeth ein Gegengift, doch da Faber den Sturz verschweigt, bleibt eine Hirnblutung unerkannt. Sabeth stirbt. Max Frisch erzählt in "Homo Faber" die Geschichte eines modernen Menschen, den die archaische Erfahrung von Liebe, Verlust und Schuld seiner Illusion beraubt, das Leben des Einzelnen könne auf berechenbare Grössen reduziert werden.
Mit Peter Kurth, Maria Simon, Julischka Eichel, Cristin König, Robert Kuchenbuch, Johann Jürgens Regie: Armin Petras Bühne: Kathrin Frosch
"Petras arbeitet mit verschiedenen Verblüffungen. Allein schon, wie da eine riesige Metallwand herunterklappt und den Blick in einen tollen Container freigibt, der alles Mögliche sein kann, ist überraschend. Das ist einmal der vernichtete Lebensraum Indios, wo Faber seinen Freund Joachim wiederfindet, und der ist in Gestalt von Robert Kuchenbuch ein poetisch fantastisches Vogelwesen. Und in dieser Kiste nehmen Vater und Tochter als ahnungslose Inzestliebende mit Bauchschlidderpartien ein hinreissendes Bad. Julischka Eichel spielt dieses junge Mädchen, das eigentlich ganz seiner alternativen Freiheit hingegeben ist und doch diesem 50 Jahre alten Knacker zustrebt, mit wunderbar frecher Frische. Und Peter Kurth verkörpert in seiner ganzen Fülle dieses Mannsbild, halb Kunst-, halb Lebensfigur. Als reines vitales Theaterspiel ist das erst mal zwei Stunden das reine Vergnügen." (RBB Kulturradio)
"Petras wandelt nicht nur zahlreiche Handlungsdetails ab, sondern verlängert die Frisch-Story anspielungsreich in das Heute der längst fehlgegangenen Staudammprojekte und des Urwald-vernichtenden Gen-Soja-Anbaus. Faber wird von ihm als der Protagonist einer umfassenden Kolonialisierung gefasst, ,der rationalen kolonisierung der landschaften der erde der ressourcen der frauen deines / eigenen körpers'. (...)
Was auf der Bühne funktioniert und berührt, ist, dank der tollen Schauspieler, letztlich nicht die Politik, sondern vor allem die Liebes- und Verletztheitsgeschichte im verquer ödipalen Dreieck, zwischen dem alten Mann und dem jungen Mädchen bzw. deren Mutter, bei der Cristin König viel untergründige Wut durch die Resignations-Fassade brechen lässt. Dafür bräuchte es Ödipus und Cuba eigentlich gar nicht." (nachtkritik.de)
Aufführung in: Berlin
Karten-Vorverkauf für Ödipus auf Cuba - Maxim Gorki Theater Berlin: Karten
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