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Phaedra - Staatsoper unter Den Linden Berlin

Phaedra - Staatsoper unter Den Linden Berlin Phaedra: Konzertoper von Hans Werner Henze

Das Libretto des Lyrikers Christian Lehnert greift über den griechischen Mythos der Königin Phaedra, die in Liebe zu ihrem Stiefsohn Hippolyt verfällt und damit eine ausweglose Katastrophe auslöst, weit hinaus. Der erste Teil der zweiteiligen Oper skizziert zwar den dramatischen Handlungsverlauf, wie er von Euripides über Racine bis zu Sarah Kane behandelt wurde; der zweite Teil greift dann aber auf einen mythologischen Strang zurück, der sich vor allem in Ovids "Metamorphosen" findet: Der zu Tode verwundete Hippolyt wird von der Göttin Artemis auf der Insel Nemi buchstäblich wieder zusammengesetzt, um unter dem Namen Virbius ein neues Dasein zu erleben, in dem er aber sein eigenes Bewusstsein nur noch kaleidoskopartig wahrnehmen kann. Bedrängt von der von den Toten zurückgekehrten Phaedra und den Göttinnen Artemis und Aphrodite stellen sich für ihn die Wechselbeziehungen zwischen Menschen und Göttern neu dar.

Ohne auf die Virtuosität seiner vorangegangenen Partituren zu verzichten, hat Henze für "Phaedra" eine ganz spezifische kammermusikalische Musiksprache entwickelt, bei der sich lyrisch-pastorale, hart artikulierte und groteske musikalische Momente gegenseitig überlagern und ablösen. Der Begriff einer "Konzertoper" initiierte ein neues Nachdenken über den Theaterraum und die Notwendigkeit anderer ästhetischer Möglichkeiten seiner Behandlung. Mit Olafur Eliasson konnte ein bildender Künstler dafür gewonnen werden, sich in seiner ersten Arbeit für die Opernbühne mit der komplexen Thematik und Form dieses Werkes auseinander zu setzen. Eliasson zielt in seinen Arbeiten mit wissenschaftlicher Akribie auf die Auslotung der Wahrnehmung des Zuschauers - mit ähnlich verstörenden Versuchsanordnungen wie sie auch den Protagonisten dieser Konzertoper widerfahren.

Musikalische Leitung: Michael Boder
Inszenierung: Peter Mussbach (2007)
Raum: Olafur Eliasson
Kostüme: Bernd Skodzig

"Es war eine glänzende Idee des Regisseurs Peter Mussbach und des Raumkünstlers Olafur Eliasson, die dreiundzwanzig Instrumentalisten des Ensemble Modern unter dem grossartigen Michael Boder auf einem Podest über den hintersten Reihen des Parketts zu platzieren. (...) Mussbachs Personenregie bediente sich einer drastischen, expressionistisch überzeichneten Gestensprache, ohne die das Sujet auf der Bühne wohl schnell ins Pathetische hätte kippen können. Die grotesken Züge der Henze-Musik traten auf diese Weise deutlich hervor." (FAZ)

"Nicht zuletzt durch fünf mitreissende Sängerdarsteller wurde diese Uraufführung zu einem grandiosen Erfolg für den Komponisten. Henze schaffte es, den Mythos um Phaedra in unsere zeit zurückzuholen und massenkompatibel zu machen." (Financial Times)

"Ohne jeden Zweifel die wichtigste Berliner Uraufführung seit langem." (Märkische Oderzeitung)
Veranstaltung in: Berlin
 
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