Kabarett Sachsenmeyer: Das Kabarett "Sachsenmeyer & Co." wurde von Stephan Dettmeyer 1986 gegründet und von ihm seither künstlerisch und wirtschaftlich geleitet. Er kam über das Schreiben auf die Kabarettbühne, schrieb vor der Wende auch für viele andere Kabaretts (u.a. auch "Herkuleskeule"), studierte am Literaturinstitut in Leipzig und (bis zur Wende) Philosophie in Dresden. Dettmeyer ist seit 1996 freiberuflich als Kabarettist, Schriftsteller
(Hörspiele, Gedichte, Roman, Kolumnist etc.) und Fotograf.
In den Strukturen des DDR-Kabaretts galt Dettmeyer als Aussenseiter. Seine Art, deftige Satire zu machen, sorgte immer wieder für Zusammenstösse mit offiziellen Stellen, die Auftrittsverbote und Verweigerung der Anerkennung als Berufs-Kabarettist nach sich zogen.
Seit 1995 betreibt Dettmeyer ein Firma (Veranstaltungs-und Tagungs-Dienst) mit eigenen Spielstätten, in denen er hauptsächlich sich selbst mit seinen Programmen vermarktet. Es werden nur eigene Texte gespielt. Insgesamt stehen 13 abendfüllende Programme zur Verfügung, die für den aktuellen Spielplan eingesetzt werden können.
Neben Sachsenmeyer stehen in verschiedenen Programmen ausser Gertholm Mai(Pianist, Kabrettist, Komponist) auch Teresa Junek (Keyboard) und Mandy Pönisch (Bauchtanz) auf der Bühne.
Hinzu kommen zwei relativ eigenständige Gruppierungen: das Frauenkabarett "Elfen-Pein" mit Wiebke Tschöpe, Jana Rudolph, Brigitte Stüdenitz sowie "Holz&Co.KG" mit Dietmar Holz und Sabine Lein.
Sachsenmeyer versteht sich als politischer Kabarettist, doch nicht in dem Sinne, dass er sich mit der aktuellen Tagespolitik auseinandersetzt wie viele Kollegen - nein, die Tagespolitik und deren Vollstrecker bedenkt er bestenfalls mit einigen Seitenhieben - seine Programme sind politisch im Sinne von "gesellschafts- und systemkritisch". Widersprüche werden reflektiert, selten seziert. Der Titel "Philosoph im Arbeitskittel", den ihm ein Journalist der "Fränkischen Zeitung" angehängt hat, gefällt ihm ausgesprochen gut. Die meisten Programme haben eine Art geschlossene Handlung. Ein Merkmal für die Qualität ist, dass die Programme über die Jahre kaum an Aktualität verlieren, weil sie eben Grundprobleme aufgreifen. Dettmeyer hält der Gesellschaft den Spiegel vor. Er zeigt die Absurditäten und führt ad absurdum.
Oft merkt man allerdings nicht gleich, was da auf die Schippe genommen wird, wem der Angriff gilt, was als idiotisch gebrandmarkt werden soll - das ist aber bei guter Satire immer so. Das grosse Vergnügen an Blödsinn, Gags und Wortspielereien ist nicht zu bestreiten. Gewisse rustikale Ausuferungen auch nicht.