Deutschland Opern & Operetten
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23.01.2009
bis 24.01.2009
Nabucco - Tourneeproduktion
Nabucco: Oper von Guiseppe VerdiMehr zu: Nabucco - Tourneeproduktion
Veranstaltungen in: Frankfurt, Sindelfingen
08.08.2009
Nabucco Open Air - Waffenplatz Burghausen
Nabucco:Mehr zu: Nabucco Open Air - Waffenplatz Burghausen
Veranstaltung in: Burghausen
08.01.2009
Nabucco - Theater Am Aegi Hannover
Nabucco: Oper von Giuseppe Verdi - mit Startenor Carlo Maria Cantoni als NabuccoMehr zu: Nabucco - Theater Am Aegi Hannover
Veranstaltung in: Hannover
29.03.2009
bis 26.04.2009
Salome - Theater Bremen
Salome: Musikdrama in einem Aufzug von Richard StraussNach der gleichnamigen Dichtung von Oscar Wilde
Niemals zuvor hat ein Komponist tödliches Begehren, Verweigerung und Erotik so glaubwürdig und aufregend in Musik umgesetzt wie Richard Strauss in "Salome". Salome, fast noch ein Kind, begegnet dem Heiligen Jochanaan. Ihr Vater Herodes hat den Propheten einsperren lassen, weil der nicht müde wird, die Verbrechen und Sünden des Herrscherhauses anzuklagen. Für die Heranwachsende ist nichts faszinierender als dieser wilde Asket, vor dem ihr Vater Angst hat. Doch Jochanaan verweigert sich und seinen heiligen Körper dem Begehren der Kindfrau. Salome tanzt vor Herodes den "Tanz der Sieben Schleier" und erhält als Belohnung den Kopf des Heiligen. Mit dem blutenden Haupt in der Hand singt sie einen der grossartigsten Monologe der Opernliteratur: "Ich habe deinen Mund geküsst, Jochanaan!"
Ein besonderes Kennzeichen dieser Inszenierung ist die Ausstattung von Christan-Ludwig Attersee, einem der gegenwärtig bedeutendsten Maler Österreichs. Dessen sinnlich-opulente Bildsprache versetzt Richard Strauss´ Musik in eine Atmosphäre verruchten Glanzes.
Musikalische Leitung: Markus Poschner
Inszenierung: Susanne Kristin Gauchel / Christian Ludwig Attersee
Bühne und Kostüme: Christian Ludwig Attersee
"Attersee poetisiert die Musik, lässt einen gläsernen Kelch wie einen Mond über die ersten Bilder schweben, der dann aber am Schluss in gestürzter Form Salome wie ein Insekt unter Bernstein erstarren lässt. Ob sie tatsächlich stirbt, lässt Attersee aber offen. Der Tanz wird in der Choreografie von Jacueline Davenport zu einem meisterhaften Reigen, in den auch Herodes auf groteske Weise einbezogen wird; und der Kopf des Jochanaan ist ein globusförmiger Ball, der schon bei Salomes Tanz verwendet wird und dessen Bedeutung dann nach Attersees Meinung das Publikum selbst entschlüsseln soll. Derart gewagte szenische Lösungen, zu denen Susanne Kirstin Gauchel mit einer sehr eindringlichen Personenführung beitrug, stehen und fallen je nach dem Rang der musikalischen Interpretation. In Kelly Cae Hogan hatte man eine darstellerisch äusserst intensive und stimmlich souveräne Salome, der man die Met-Erfahrung anmerkte. Und Jochen Kupfer machte als jugendlicher Jochanaan Salomes erotischen Aufruhr immerhin verständlich. Mit Patrick Jones war ein Bilderbuch-Herodes gefunden und mit Fredrika Brillembourg eine dominante Herodias. Was aber vor allem zählt, war die hochkarätige Wiedergabe durch die von Markus Poschner geleiteten Bremer Philharmoniker." (Der Standard)
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Veranstaltung in: Bremen
04.07.2009
Die Zauberflöte von W.a.mozart - Als Klassische Open-Air-Inszenierung
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Veranstaltung in: Erfurt
17.01.2009
bis 28.01.2009
Die Hochzeit Des Figaro - Badisches Staatstheater Karlsruhe
Die Hochzeit Des Figaro: Commedia per Musica in vier Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
Mozarts Musik reisst den handelnden Figuren die Maske vom Gesicht. Denn, neben dem, was diese Menschen tun und äussern, verzeichnet die Komposition in jedem Augenblick das, was sie empfinden, zeigt die emotionale Basis ihres Handelns auf. Die erotischen Kräfte durchkreuzen dabei ständig die politisch-rationalen Pläne der Gegenspieler des Grafen. So wie der Graf sind allerdings auch die anderen Figuren - Figaro vielleicht ausgenommen - den unberechenbaren Urkräften des Erotischen ausgeliefert: Amor beherrscht sie alle und bringt Verwirrung und Unordnung in die von allen Seiten betriebene Lebensplanung.
Inszenierung: Pavel Fieber
Musikalische Leitung: Jochem Hochstenbach
"Der Unordnung der Räume entsprechen das Chaos der Gefühle und die Irrungen und Wirrungen der (echten und geheuchelten) Leidenschaften. Fieber lässt eine schlüssig exponierte, theatralisch wirkungsvolle Inszenierung bescheinigen. Ihre Qualität beruht auf der gezielten Personenführung, deren Akribie im Detail der Dynamik des Bühnengeschehens, der exakten Disposition der Bewegungen und Gruppierungen. Zudem wartete Fieber immer wieder mit geistreichen Pointen und Randbemerkungen zur Handlung auf - alles in allem also mit einer einfallsreichen kurzweiligen Inszenierung." (Klassik Heute)
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Veranstaltung in: Karlsruhe
01.06.2009
Die Italienerin in Algier - Theater Vorpommern
Die Italienerin in Algier: Komische Oper in zwei Akten von Gioacchino RossiniText von Angelo Anelli
Koproduktion mit dem Mährisch-Schlesischen Nationaltheater Ostrava
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Algerien, um 1810: Mustafa Bey langweilt sich. Er ist seiner Haremsdamen überdrüssig - vor allem seiner einstigen Lieblingsfrau Elvira. Ihn verlangt nach etwas Exotisch-Erotischem mit viel Temperament - kurz: nach einer Italienerin. Wie auf Bestellung spült ein Schiffbruch ihm die Herbeigesehnte in die Hände. Nun gilt es noch, Elvira loszuwerden: Mustafa verspricht seinem italienischen Sklaven Lindoro die Freiheit, wenn dieser Elvira heiratet und mit ihr nach Italien zurückkehrt. Die gefangene Italienerin namens Isabella trifft am Hofe des Beys ein und er glaubt sich am Ziel seiner Wünsche. Doch nicht nur er verfolgt ein Ziel: Isabella ist auf der Suche nach ihrem Geliebten Lindoro und denkt gar nicht daran, sich in ihr Schicksal als Geliebte des Mustafa zu fügen. Und so wird ein fantasievoller Fluchtplan ausgeheckt.
1813 erhielt der 21-jährige Gioacchino Rossini (1792-1868) den Auftrag des Teatro San Benedetto in Venedig, seine erste abendfüllende komische Oper zu komponieren. Mit dem bereits 1808 von Luigi Mosca vertonten Libretto "L´Italiana in Algeri" griff er dabei auf einen Stoff zurück, der einerseits von einer exotischen Legende des 19. Jahrhunderts inspiriert, andererseits aber auch fest in der Tradition der Commedia dell´arte verhaftet war, und es gelang ihm tatsächlich, die Oper innerhalb von vier Wochen neu zu komponieren und einzustudieren. Rossini machte aus der Geschichte um die emanzipierte Italienerin eine temporeiche Komödie mit viel Situationskomik, burlesken Höhepunkten und pulsierendem musikalischem Esprit. Die Figuren geraten im Verlauf der Handlung nicht nur unentwegt in den Strudel der szenischen Ereignisse, sondern auch immer wieder in den Sog der turbulenten Rossinischen Finali, aus dessen unaufhaltsamer Motorik es kein Entrinnen gibt und der den Protagonisten in letzter Konsequenz sogar den Text raubt.
Musikalische Leitung: Per-Otto Johansson
Inszenierung: Lud?k Golat
Bühne und Kostüme: Sabine Lindner
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Veranstaltung in: Putbus
27.11.2008
Titus - Theater Heidelberg
Titus:Mehr zu: Titus - Theater Heidelberg
Veranstaltung in: Heidelberg
27.11.2008
La Traviata - Theater Dortmund
La Traviata: Oper in drei Akten
Dichtung von Francesco Maria Piave
Musik von Giuseppe Verdi
Musikalische Leitung: Ekhart Wycik
Inszenierung: Immo Karaman
Bühne: Johann Jörg
"Immo Karamans und Fabio Poscas Violetta (Sylvia Koke) ist ein Supermodel à la Kate Moss mit der Seele eines kleinen Mädchens (dargestellt von einem namentlich nicht erwähnten, aber schaurig-grossartig agierenden jungen Ensemble-Mitglied). Das vergnügungssüchtige Lasterleben erträgt sie nur unter Kraftaufwendung. Der (Regie-)Coup: Im letzten Akt lassen Karaman und Posca Violetta allein auf der Bühne. Der Arzt (Bart Driessen), die Versöhnung mit Vater und Sohn Germont - all dies erfolgt nur noch in ihrer Einbildung. Doch diese Flucht in den Wahnsinn bringt die Erlösung: Die Diva stirbt, das innere Ich aber schreitet selbstbewusst-befreit davon." (Opernnetz)
"Immo Karaman führt Verdis ,La Traviata' in die heutige Welt der Schönen und Reichen: Violetta Valéry, die ,Kameliendame' von Dumas, ist eine Schwester von Kate Moss. Eine Frau, die sich zur Schau stellt, um zu überleben, die im Sog des Rausches ihre Gesundheit ruiniert hat...Die choreografierte Welt (Karaman hat mit Fabian Posca gearbeitet) ist eine Welt der Posen. Violetta erlebt den Ausverkauf der Gefühle. Sylvia Koke, die blendend ausschaut, zeigt Violettas Verfall als Weg in die Einsamkeit. Zweisam ist sie mit Alfredo glücklich. Oder gelangweilt? Später gedemütigt. Wo hört die Pose auf? Im Tod. Da ist sie allein, erlebt die Begegnung mit dem Geliebten nur noch als Vision. Die Stimmen klingen aus dem Off. Sylvia Koke singt diese Violetta...mit berührendem Mezzavoce, mit feinen Nuancen. Das ist eben kein Belcanto, sondern italienisches Charakterfach. Und genau dies hört man: Seelenschwingungen." (WAZ)
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Veranstaltung in: Dortmund
12.06.2009
bis 20.06.2009
Samson und Dalila - Theater Magdeburg
Samson und Dalila: Oper in drei Akten von Camille Saint-SaënsLibretto von Ferdinand Lemaire
Konzertante Aufführung in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Nach dem Auszug aus Ägypten ist das Volk Israel um das Jahr 1150 v. Chr. in die Knechtschaft der Philister gefallen. Befreiung aus der Sklaverei verspricht der hebräische Freiheitskämpfer Samson, der über gigantische Kräfte verfügt. Als der Satrap von Gaza den Gott Israels lästert, tötet Samson ihn. Der Oberpriester des Gottes Dagon schwört Rache und bedient sich dazu der Verführungskünste der schönen Priesterin Dalila. Tatsächlich gelingt es ihr, den Helden zu umgarnen und wehrlos zu machen. Die Philister blenden ihn, rauben ihm sein Haar, Sitz seiner Kraft, und verlangen von ihm, ihrem Gott ein Siegesopfer darzubringen. Samson bittet den Gott Israels zunächst vergeblich, ihm seine alte Stärke wiederzugeben - doch im Tempel des Dagon findet sein Hilferuf schliesslich Gehör: Er packt die Säulen, auf denen der Tempel ruht, und bringt sie zum Einsturz, sich und die Feinde Israels unter den Trümmern begrabend.
Camille Saint-Saëns wollte die biblische Samson-Thematik zunächst zu einem Oratorium verarbeiten, doch sein Librettist Ferdinand Lemaire überredete ihn, aus dem Stoff eine Oper zu machen. Bis heute erinnert insbesondere der 1. Akt mit seinen wuchtigen Chören an das ursprüngliche Vorhaben. In Frankreich stiess das Werk zunächst auf Ablehnung. Erst Franz Liszt konnte Saint-Saëns überreden, die Komposition zu vollenden, indem er ihm eine Uraufführung in Weimar in Aussicht stellte. Die Oper verhalf Saint-Saëns zum internationalen Durchbruch. Heute ist »Samson und Dalila« eine der meistgespielten französischen Opern. Die prachtvollen Arien der beiden Titelrollen schmücken das Repertoire der dramatischen Mezzosopranistinnen und der jugendlichen Heldentenöre.
Musikalische Leitung: Alexander Steinitz
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Veranstaltung in: Magdeburg
09.05.2009
bis 03.06.2009
Manon Lescaut - Theater Magdeburg
Manon Lescaut: Ballett von Gonzalo GalgueraMusik von Jules Massenet, arrangiert von Leighton Lucas
Es ist Liebe auf den ersten Blick, als sich Des Grieux und Manon Lescaut zum ersten Mal begegnen. Fasziniert vom leidenschaftlichen Lebenswillen des schönen Mädchens beschliesst der junge Novize, Manon vor dem ihr bestimmten Dasein hinter Klostermauern zu bewahren: Gemeinsam fliehen sie nach Paris und erleben eine kurze Zeit perfekten Glücks. Doch unter dem Druck von Familie und Gesellschaft, verschärft durch den verschwenderischen Lebenswandel der heissblütigen Manon, verstricken sich die Liebenden bald in moralische und finanzielle Nöte. Der Strudel von Luxus und Laster, von wahrer Liebe und heller Begierde zieht die beiden unrettbar hinab ...
Die "Geschichte des Chevalier Des Grieux und der Manon Lescaut", in der der Schriftsteller und Geistliche Abbé Prévost seine eigene Romanze mit einer Edelkurtisane verarbeitete, avancierte ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem Lieblingssujet des Musiktheaters. Komponisten wie Daniel François Esprit Auber, Giacomo Puccini, Hans Werner Henze und Jules Massenet liessen sich von der Novelle inspirieren. Nicht aus Massenets Manon-Oper, sondern aus dem reichen Schatz seiner Orchesterwerke und Bühnenmusiken hat Komponist und Arrangeur Leighton Lucas 1974 eine emotionsgeladene Partitur für die Ballettbühne massgeschneidert. Sie bildet die musikalische Grundlage von Gonzalo Galgueras Choreografie für das Ballett Magdeburg.
Musikalische Leitung: Alexander Steinitz
Choreografie und Inszenierung: Gonzalo Galguera
Bühne und Kostüme: Jérôme Kaplan
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Veranstaltung in: Magdeburg
12.02.2009
bis 10.07.2009
Gräfin Mariza - Theater & Philharmonie Thüringen
Gräfin Mariza: Operette von Julius Brammer und Alfred GrünwaldMusik von Emmerich Kálmán
Neun Jahre nach seinem Welterfolg "Die Csárdásfürstin" zündete Kálmán 1925 mit "Gräfin Mariza" erneut ein musikalisches Feuerwerk in anachronistischen altösterreichisch-ungarischen Leuchtfarben, das herzanrührend Humor und Sentiment verbindet. Zu den geliebten Evergreens gehören der Foxtrott von Mariza und Zsupán "Komm mit nach Varasdin", Tassilos melancholisches Lied "Grüss mir die süssen, die reizenden Frauen im schönen Wien" sowie das Glück und Traurigkeit seltsam verschmelzende "Komm Zigán, komm Zigán, spiel mir was vor!"
Choreographie: Amy Share-Kissiov
Regie: Ralph Reichel
Musikalische Leitung: Thomas Wicklein
"Wie immer löst sich in der Operette am Ende alles in Wohlgefallen auf. Die Menschen sind nicht besser als sie sind - egal, ob im Kurhotel Mariza bei Wellness und ungarischer Folklore-Animation, ob im sozialistischen Night-Club bei Champagner und Table-Dance unter Hammer und Sichel oder auf dem Gut der exzentrischen Grossgrundbesitzerin. Die Stärken, Schwächen und Konstellationen nehmen sich nicht viel, die Funktionen heissen nur anders. Das Ziel bleibt eins: grösstmöglicher Spass. Wenn sich da der Operettenbesucher nicht wiederfindet! Und ein frischer Chor und ein noch frischerer Kinderchor sind überaus wohltuend." (Ostthüringer Zeitung)
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Veranstaltungen in: Altenburg, Gera
26.12.2008
bis 13.04.2009
Lohengrin - Theater & Philharmonie Thüringen
Lohengrin: Romantische Oper von Richard WagnerElsa von Brabant wird des Mordes an ihrem Bruder beschuldigt. Es kommt unweigerlich zum Prozess. Doch statt sich zu verteidigen, erzählt sie einen Traum: Von einem Schwan gezogen, erscheint ein Ritter in einem Boot. Er kommt, um für ihre Unschuld zu kämpfen. Das Gericht wird fortgeführt. Ein Duell ist unvermeidlich. Plötzlich wird Elsas Traum wahr und zur Verwunderung aller erscheint ihr Retter. Er stellt nur eine Bedingung: Sie darf niemals nach seinem Namen fragen. Der Fremde siegt, die Hochzeit wird geplant. Doch wird es Elsa gelingen, ihre Neugier zu unterdrücken? Die romantische Oper "Lohengrin" von Richard Wagner ist die märchenhafteste seiner Musikdramen und einer der grossen Meilensteine des Opernrepertoires. Allein bei den Bayreuther Festspielen ist sie in acht verschiedenen Inszenierungen 197mal zu sehen gewesen. Obwohl die ursprüngliche Geschichte aus dem 13. Jahrhundert stammt, ist die Thematik auch heute noch brandaktuell: Zwischenmenschliche Konflikte, Politik und Intrigen.
Musikalische Leitung: Eric Solén / Thomas Wicklein
Inszenierung: Florian Lutz
"Die Inszenierung von Florian Lutz ist betont witzig, extrem kurzweilig und höchst spannend. Dieser "Lohengrin" kommt nicht heilig und würdevoll daher, sondern legt mit seiner zeitgenössischen Brisanz den Finger in Wunden des sozialen Systems und macht sich darüber mit feiner Ironie ebenso wie mit Klamauk ausgesprochen lustig. Mit diesem Ergebnis: Bei der Premiere der Oper von Richard Wagner in Gera hat das Publikum den Regisseur gnadenlos ausgebuht." (Presse Chemnitz)
"Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt: Und am Ende wird Gottfried, die Hoffnung von Brabant, aus der Kanalisation gezogen - ein vieldeutiges Bild im Hinblick auf konkrete Ereignisse unserer Tage wie auf die blühenden Landschaften. Ein spannender Abend, der provoziert, so wie Theater das sollte. Dass das nicht jeder sehen will, spricht für die Kunst. Buh- und Bravorufe sind da Gütesiegel." (Ostthüringer Zeitung)
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Veranstaltung in: Altenburg
03.12.2008
bis 23.05.2009
Boris Godunow - Theater Magdeburg
Boris Godunov: Oper in sieben BildernLibretto vom Komponisten nach Alexander Puschkin
Melancholie der Macht: Nach dem frühen Tod des Nachfolgers von Zar Iwan dem Schrecklichen hat sich Boris Godunow zum russischen Zaren wählen lassen und erweist sich als guter Herrscher. Doch ihn umgibt ein dunkles Geheimnis: Der rechtmässige Thronfolger - der junge Zarewitsch Dmitri - wurde vor Jahren ermordet, und es gibt Zeugen, die Boris damals als Auftraggeber beschuldigten. Einer dieser Zeugen, der Mönch Pimen, berichtet seinem jungen Mitbruder Grigori von Dmitris Tod. Dieser - mit dem Klosterleben unzufrieden - beschliesst zu fliehen, sich als Dmitri auszugeben und den Thron einzufordern. Unter dem Druck dieser politischen Bedrohung steigert sich Boris immer mehr in dunkle Ahnungen hinein, die von seinen politischen Beratern geschickt ausgenutzt werden. Angesichts von Hungersnöten und Katastrophen wendet sich auch das Volk gegen ihn, und seine Angst steigert sich zum Wahnsinn ...
"Boris Godunow" gilt als die russische Nationaloper schlechthin - sie ist mit ihrem Schwesterwerk "Chowanschtschina" die einzige, die sich aus dem reichen Genre der russischen Historienoper auf den Spielplänen gehalten hat. Das liegt zum einen sicher an der berühmten Vorlage von Alexander Puschkin. Vor allem aber entfaltet die Musik des Autodidakten Mussorgsky eine urwüchsige Kraft, deren Unmittelbarkeit und rhetorischer Genauigkeit man heute zu Recht den Vorzug gegenüber der romantisierenden Bearbeitung von Nikolai Rimsky-Korsakow gibt. Zum ersten Mal kommt in Magdeburg nun die Fassung von 1869, der so genannte "Ur-Boris", auf die Bühne, die sich ganz auf die Psychologie der Titelfigur konzentriert. Von den 25 Szenen des Puschkin´schen Theaterstücks wählte der Komponist nur die sieben aus, die unmittelbar mit Boris verbunden sind, sodass ein intensives, differenziertes Porträt des zerrissenen Zaren entsteht - erfolgreicher Herrscher, liebender Vater, gewissensgeplagter Schuldiger und politisches Opfer.
Musikalische Leitung: GMD Francesco Corti
Regie: Vera Nemirova
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Veranstaltung in: Magdeburg
28.12.2008
Der Rosenkavalier - Theater Vorpommern
Der Rosenkavalier: Oper in drei Aufzügen von Richard StraussNach der wohl schönsten Beischlafmusik der Operngeschichte öffnet sich der Vorhang und gibt den Blick auf das mondäne Schlafzimmer der Marschallin frei, in dem sie und der junge Octavian eine Liebesnacht verbracht haben. Unangemeldet platzt Baron Ochs in die intime Szene. Octavian kann seiner Entdeckung nur dadurch entgehen, dass er sich als Kammerzofe verkleidet. In dieser Kostümierung macht er unbeabsichtigt einen grossen erotischen Eindruck auf den Baron. Dabei ist der Baron drauf und dran, die bezaubernde Sophie zu ehelichen, und erbittet von der Marschallin einen standesgemässen Kavalier, der der Braut zur Verlobung eine silberne Rose überreichen soll. Die Marschallin zögert nicht, ihm ausgerechnet Octavian als Rosenkavalier vorzuschlagen. Unverkleidet übt Octavian jedoch auf die Braut eine ähnliche Wirkung aus wie in Verkleidung auf den Baron. Bei der Übergabe der Rose verlieben sich Sophie und Octavian ineinander und die Verwicklungen beginnen.
"Das nächste Mal schreibe ich eine Mozartoper", soll Richard Strauss (1864-1949) nach der Uraufführung seiner Oper "Elektra" gesagt haben. Und tatsächlich schuf er mit dem "Rosenkavalier" ein Werk ganz im Geiste des grossen Salzburgers: ein heiter-ernstes Spiel im Charakter der Opera Buffa, das mit seiner Melodien- und Walzerseligkeit das Wien des 18. Jahrhunderts beschwört. Aber nicht das wirkliche Wien, sondern ein bereits verklärtes - gesehen aus der Perspektive des beginnenden 20. Jahrhunderts. Neue Zeiten brechen an und man schaut noch einmal zurück - nicht im Zorn, sondern wehmütig lächelnd.
Zusammen mit Hugo von Hofmannsthal arbeitete Richard Strauss zwei Jahre lang intensiv am "Rosenkavalier". Die Begeisterung, die beide während der Ausarbeitung erfasste, spiegelt sich in jeder Wendung der hochartifiziellen Dialoge und jeder Note der mal drastisch typisierenden, mal delikat modellierenden Musik wider. Und so wurde die Oper auch zu einem grossen Publikumserfolg.
Musikalische Leitung: Prof. Mathias Husmann
Inszenierung: Prof. Anton Nekovar
Bühne: Susanne Thomasberger
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Veranstaltung in: Stralsund
05.12.2008
bis 25.02.2009
Carmen - Theater Lüneburg
Carmen: Oper von Georges BizetMehr zu: Carmen - Theater Lüneburg
Veranstaltung in: Lüneburg
29.11.2008
bis 24.01.2009
Hexe Hillary Geht in die Oper - Theater Dortmund
Hexe Hillary geht in die Oper:Mehr zu: Hexe Hillary Geht in die Oper - Theater Dortmund
Veranstaltung in: Dortmund
27.11.2008
bis 27.07.2009
Festspielhaus Baden-Baden
Festspielhaus Baden-Baden: Vorhang auf! Am historischen Bahnhof zu Baden-Baden, wo lange Zeit Könige, Kaiser und Zaren zur Sommerfrische anreisten, steht heute das zweitgrösste Opernhaus Europas - und, nebenbei, auch das einzige, dessen Betrieb ausschliesslich privat finanziert wird.
Das Festspielhaus Baden-Baden erlebte 1998 die feierliche Eröffnung. Es entstand unter der Leitung des Wiener Architekten Wilhelm Holzbauer - und vereint zwei verschiedene Architekturstile: Die neoklassizistischen Bahnhofshalle geht in ein modernes Konzerthaus mit 2.500 Plätzen über.
Das Festspielhaus Baden-Baden präsentiert etwa 80 Klassikveranstaltungen pro Jahr: Konzerte, Ballette, Opern. Künstlerisch setzt man auf grosse Namen der Klassikszene, ist aber auch für Newcomer offen, die eine interessante Entwicklung erkennen lassen.
Zusätzlich wird das Haus auch an Veranstalter für gehobene Entertainment-Programme, an Firmen- und hochwertige Privatveranstaltungen angeboten. Eine hauseigene Gastronomie (Restaurant "Aida") kümmert sich um das leibliche Wohl der Gäste.
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Veranstaltung in: Baden-Baden
07.01.2009
bis 24.06.2009
Tosca - Deutsche Oper Berlin
Tosca:
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Veranstaltung in: Berlin
08.03.2009
bis 03.07.2009
Carmen - Deutsche Oper Berlin
Carmen: Opéra comique in vier Akten von Georges BizetLibretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy, nach einer Novelle von Prosper Mérimée
Die Begegnung eines Soldaten mit einer Tabakarbeiterin. Er liebt besinnungslos, fordert und will ganz besitzen. Sie lebt den Augenblick, bedingungslos, in vollen Zügen. Nichts hält sie fest, das Auge hat schon den Stierkämpfer im Visier.
Bizet ist es gelungen, diesen auf der Novelle von Prosper Mérimée beruhenden Stoff mit den Mitteln einer Opéra comique zu erzählen, die musikalisch das gesamte Spektrum von Leichtigkeit, Alltäglichkeit, Albernheit und Härte, Verführung und Spiel, Grausamkeit und Schicksalhaftigkeit einsetzt. Unerhört scheint diese Tragödie, in der der Mensch es wagt, spielerisch, lässig und arrogant - sich seiner Unterlegenheit bewusst - gegen den Tod anzutreten.
Musikalische Leitung: Yves Abel
Inszenierung: Jürgen Gosch (2009)
Bühne, Kostüme: Johannes Schütz
"Der Moment absoluter Hingabe und totaler Freiheit ist in einem labilen Gleichgewicht und in seiner bewussten Wahrnehmung schon dem Zerfall anheim gegeben. Überwältigung, Hingerissenheit, Begehren wollen festhalten, besitzen, bewahren und zerstören die Erotik der voraussetzungslosen, freien Bejahung. Eine Figur wie Carmen, die dieser Freiheit gewachsen ist, die Versicherung weder zu geben bereit ist, noch zu bekommen verlangt, die lieben und leben will im vollen Bewusstsein des Risikos ihrer Existenz, ohne jede Aussicht auf Transzendenz oder Erlösung, beunruhigt, empört, ängstigt und fasziniert zugleich. Bizet ist es gelungen, diesen auf der Novelle von Prosper Mérimée aus dem Jahr 1845 beruhenden Stoff mit den Mitteln einer Opéra comique zu erzählen, die musikalisch das gesamte Spektrum von Leichtigkeit, Alltäglichkeit, Albernheit und Härte, Verführung und Spiel, Grausamkeit und Schicksalhaftigkeit einsetzt. Eine bürgerliche Oper gefährdet die bürgerliche Moral. Unerhört scheint diese Tragödie, in der der Mensch es wagt, spielerisch, lässig und arrogant - sich seiner Unterlegenheit bewusst - gegen den Tod anzutreten." (Dramaturgie Deitsche Oper Berlin)
Mehr zu: Carmen - Deutsche Oper Berlin
Veranstaltung in: Berlin
29.11.2008
bis 03.02.2009
Turandot - Badisches Staatstheater Karlsruhe
Turandot: Die Geschichte der Prinzessin Turandot gehört zum archetypischen Fundus uralter Märchen, die zu allen Zeiten in unterschiedlichsten Kulturen auftauchen. Die erste Bühnenfassung von Carlo Gozzi von 1762, die in der Tradition der Commedia dell’Arte stand, wurde 1802 von Friedrich Schiller übersetzt und bearbeitet. Eine Max Reinhardt- Inszenierung der Schiller-Bearbeitung in Berlin inspirierte Puccini zu seiner letzten Oper.Ihm geriet jedoch die chinesische Prinzessin zu einem derart eiskalten Racheengel, dass ihr Wandel in ein liebeglühendes Wesen kaum mehr nachvollziehbar scheint.
Fast könnte man den Eindruck gewinnen, ihr unerbittlicher Stolz habe sogar dem Komponisten selbst das Leben gekostet: Er verstarb, noch bevor er die Oper fertigstellen konnte – nicht innerhalb eines Schaffensprozesses, vielmehr war das Fragment monatelang vor seinem Tode unbearbeitet liegen geblieben. Anstelle der wenig überzeugenden Fertigstellung der „Turandot“ durch den Puccini-Schüler Franco Alfano, nimmt sich Denis Krief, der Regisseur des Karlsruher „Ring des Nibelungen“ der unvollendeten Originalfassung an, so wie sie auch 1926 unter Arturo Toscanini uraufgeführt wurde. Seine Lesart betont die komplizierte Verschränkung von Exotik und Märchen, Tragödie und Komödie und bindet unterschiedlichste Theatertraditionen in ein psychologisch-musikalisches Maskenspiel mit ein. Es dirigiert Anthony Bramall.
"Das Publikum um das Happy End zu prellen, ist ein Wagnis. Doch dank Kriefs ausgefeilter Personenzeichnung bringt das Experiment einen Erkenntnisgewinn. Kein bombastisches Liebesfinale übertüncht hier die Lieblosigkeit, mit der Kalaf Liùs Opfer annimmt. Krief entlarvt den Prinzen als infantil-pathetische Natur, als nervösen Besessenen, verblendet von der fixen Idee, jene zu erobern, die nicht lieben will, und deshalb unfähig, die Liebe einer anderen anzunehmen. Wie ein Kind, das etwas angestellt hat, zittert Kriefs Kalaf (Lance Ryan) am Ende vor Liùs Leichnam. Dass Turandot mit ihrem hartnäckigen Freier zumindest in der Unreife eng verbunden ist, macht der Regisseur deutlich: In der zentralen Rätselszene markieren Puppen sowohl die autistische Welt der Prinzessin als auch das Spielfeld, auf dem Kalaf Zug um Zug vordringt. Überhaupt wirkt diese Inszenierung wunderbar durchdacht." (Die Rheinpfalz)
"Generalmusikdirektor Anthony Bramall machte schon mit den ersten metallischen Schlägen klar, für welches Klangidiom er sich in dieser „Turandot“ entschieden hatte: für herbe, förmlich aufgeraute, schnörkellose Kontraste, die von der Badischen Staatskapelle kultiviert und tadellos umgesetzt wurden. Dank dieser profunden philharmonischen Unterstützung kam das sängerische Kapital des Abends umso glänzender zur Geltung". (Badische Neueste Nachrichten)
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Veranstaltung in: Karlsruhe
30.04.2009
bis 09.05.2009
Eugen Onegin - Deutsche Oper Berlin
Eugen Onegin: Lyrische Szenen in 3 AktenLibretto von Konstantin Schilowskij und Pjotr I. Tschaikowskij nach Puschkins Versroman "Eugen Onegin"
Der junge Dichter Lenski ist mit der lebenslustigen Olga verlobt. Als er seinen Freund Eugen Onegin im Landhaus seiner zukünftigen Schwiegermutter einführt, macht dieser grossen Eindruck auf Olgas Schwester Tatjana, ein scheues und verträumtes Mädchen, das sich in den welterfahrenen Onegin verliebt ...
Puschkins Versroman Eugen Onegin entsprach Tschaikowskijs Wünschen nach einem intimen, doch kraftvollen Drama. Die Konflikte der beteiligten Personen gehen unmittelbar zu Herzen: Melancholie, Sehnsucht, Leidenschaft, Trauer über ein verpfuschtes Leben prägen das musikalische Bild, das durch mitreissende Chöre und schwungvolle Tänze bereichert wird.
Musikalische Leitung: Andris Nelsons
Inszenierung: Götz Friedrich (1996)
Bühne, Kostüme: Andreas Reinhardt
"Mit einer sehr gelungenen Inszenierung ist Götz Friedrich dem Werk sowohl in seinem lyrisch-romantischen Charakter als auch in seinen durchaus dramatischen Partien gerecht geworden. Er hat dem Werk, unterstützt durch das einfache, aber stilvolle Bühnenbild, geschaffen von Andreas Reinhardt, einen stets gültigen Ausdruck verliehen, der auch in der Gegenwart standhält, ohne die Herkunft aus der russischen Welt des 19. Jahrhunderts zu verleugnen." (Die Mahnung)
"Friedrichs ,Eugen Onegin' ist qualitätsvolles und zeitgemässes Theater, das dem Publikumsgeschmack Rechnung trägt. Und mehr noch: In ihrer Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Erlebens und Empfindens von Zeit - ein oft ignoriertes Spezifikum dieser Oper - trägt die Inszenierung bisweilen sogar genialische Züge." (Berliner Zeitung)
"Friedrichs Inszenierung hatte betonten Kammerspiel-Charakter, zielte auf psychologisch genau ausgearbeitete Charaktere. Fürs Bühnenbild (verantwortlich: Andreas Reinhardt) legte man sich auf Weiss und Grau als dominante Farben fest. Melancholie und Einsamkeit schwangen mit, nicht nur in der berühmten Duell-Szene zwischen dem Dichter Lenski und seinem Freund Onegin." (Neues Deutschland)
Mehr zu: Eugen Onegin - Deutsche Oper Berlin
Veranstaltung in: Berlin
15.03.2009
bis 31.03.2009
Don Giovanni - Staatsoper unter Den Linden Berlin
Don Giovanni: Oper von Wolfgang Amadeus Mozart
Die Zusammenarbeit mit dem kongenialen Textdichter Lorenzo Da Ponte war für Mozart im Fall der komischen Oper LE NOZZE DI FIGARO überaus erfolgreich verlaufen. Das Publikum der Prager Premiere zeigte sich begeistert. Diese Gunst wollten Da Ponte und Mozart nutzen und suchten rasch nach einem neuen Stoff. Sie fanden ihn in verschiedenen Quellen um die Legende des von Tirso de Molina in die Weltliteratur eingeführten Frauenhelden Don Giovanni. In der Oper IL DISSOLUTO PUNITO OSSIA IL DON GIOVANNI (Der bestrafte Wüstling oder Don Giovanni) lassen sie den charismatischen Verführer in eine zunehmend verzwickte Lage geraten und schliesslich für seine betrügerischen Amouren und einen Totschlag vor den Augen seines treuen Dieners Leporello zur Hölle fahren.
Wohl nirgends sonst jongliert Mozart so gekonnt und zielgerichtet mit historischen Opernmodellen, klassischem Formgefühl und einer Ausdrucksintensität, die die Romantik vorausahnt. In den Kontrasten von Hell und Dunkel, Komik und Dämonie, Dur und Moll tut sich eine Welt der musiktheatralischen Farben auf, wie es sie in dieser Verwobenheit vorher nie gegeben hat. In diesem dramma giocoso durchkreuzen sich die affektgeladene Arien-Aura der ernsten Opera seria mit der verspielten Heiterkeit der Opera buffa. Dieses Verfahren wurde ab der Mitte des 18. Jahrhunderts in der Nachfolge Goldonis von vielen Komponisten angewandt, das Besondere bei Mozarts DON GIOVANNI ist aber, dass die allgemeine Zuordnung der Personen zu der jeweiligen Sphäre aufgehoben wird und dadurch jede stereotype Personenzeichnung aufgelöst ist. Musikalisch erscheinen beide zu jener Zeit eigentlich strikt getrennten Operntypen in den grandiosen Ensemble-Sätzen sogar kühn gekreuzt.
Für E. T. A. Hoffmann war DON GIOVANNI die "Oper aller Opern". Kierkegaard bezeichnete sie in seinem Entweder - Oder von 1843 als "Inkarnation der Genialität des Sinnlichen". Und Brecht schrieb darüber: "Dieser Gipfel ist nie wieder erreicht worden."
Musikalische Leitung: Daniel Barenboim
Inszenierung und Bühnenbild: Peter Mussbach
Koproduktion mit dem Teatro alla Scala di Milano
"Die Aufführung hat in ihrem exemplarischen Minimalismus eine suggestiv beschwörende Ernsthaftigkeit. Es setzt szenische Verzweiflungsschreie, sie alle tadellos herausgesungen. Das ist in jeder Beziehung grandios. Der Vater dieser Überraschung ist natürlich Barenboim, der über der Musikalität der Aufführung wacht wie mit Argusaugen und einem Argus-Taktstock dazu. Gleich mit dem ersten Orchesterschlag der Ouvertüre marschiert das Grauen herauf. (...) Mozart hätte gestaunt." (Berliner Morgenpost)
"Peter Mussbach hatte einen allerfeinst stilisierten, in Schwarz, Weiss und Grautönen geschmackvoll abgetönten Tanz ausgeklügelter Figuren inszeniert, die Solisten wiederum sangen ein bis in feinste Schwebungen und Regungen genaues Seelenspiel um Erotik, Trauer, Verführung, Eifersucht, Trotz, Furor - um alles, was die ,Oper der Opern' zu geben vermag. Wer sich diesen acht kostbaren Stimmen allein hinzugeben vermochte, erlebte einen ausserordentlichen Abend." (Neues Deutschland)
"Pavol Breslik hält in seiner lyrischen Geradeaus-Stimme einen messingfarbig heldenfesten Kern versteckt. Er beherrscht die Technik des Messa-di-voce-Singens - das langsame An- und Abschwellen eines Tones - wie kein zweiter Don Ottavio dieser Tage." (FAZ)
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Veranstaltung in: Berlin
28.11.2008
bis 11.12.2008
Così Fan Tutte - Staatsoper unter Den Linden Berlin
Così Fan Tutte: Dramma giocoso in zwei AktenText von Lorenzo Da Ponte
Musik von Wolfgang Amadeus Mozart
In ihrer ersten Operninszenierung widmete sich die Autorin und Regisseurin Doris Dörrie, ausgewiesene Expertin für Beziehungsfragen, mit grossem Erfolg beim Publikum der mozartschen Partnertausch-Komödie "Così fan tutte". Sie siedelte die Handlung in den 1970er Jahren an und stellte das Thema Sehnsucht, das die Figuren dieser Oper mit den romantischen Idealen der 68er-Bewegung verbindet, in den Vordergrund. Christian Sedelmayer entwarf dazu Bühnenbild und preisgekrönte Kostüme.
"Mir geht es gar nicht so sehr um den Partnertausch. Es interessiert mich viel mehr, was in den Männer und Frauen wirklich vorgeht, wie sie von diesen neuen Gefühlen überrascht werden und wie sie ihre eigenen Gefühle plötzlich als unberechenbar erleben. Die Männer scheinen mir in ihrer Verkleidung im zweiten Teil zunehmend wahrer und ehrlicher mit sich als zu Beginn der Oper. Sie werdend offener, romantischer, liebesfähiger, sie werden sozusagen zu den ,besseren' Liebhabern. Und die Frauen reagieren selbst natürlich auch darauf." (Doris Dörrie)
Musikalische Leitung: Dan Ettinger
Inszenierung: Doris Dörrie (2001)
"Aber Doris Dörrie versteht auch diese tragische Kehrseite, sie lässt den Liebenden ihren Überschwang wie ihre Ängste und ihre Verletzungen. Sie weiss mit Schnitzler und mit Mozart, dass ,das Natürliche . . . das Chaos' ist, aber die Seele »ein weites Land«. So glaubt man, das Duett Fiordiligi / Ferrando im zweiten Akt, wo Verführung und Abwehr, Lust, Hingabe und Angst auf schmalem Grat balancieren, noch nie so hautnah als laszives Bewegungsspiel, Liebesspiel gesehen zu haben, wobei Mozarts Musik wie nie zuvor als geradezu hocherotische Übung wahrgenommen wird. [... ] Insgesamt eine musikalisch so tieflotend souveräne wie theatralisch zwischen Ideen, Einfällen und Gags pendelnde Aufführung. Es scheint tatsächlich so: eine Filmregisseurin hat die klassische Musik entdeckt, hat die Oper verstanden, den singenden Menschen auf der Bühne als Kristallisation des lebendigen Gefühls. Wie vor ihr Visconti und Pasolini, Herzog und Schlöndorff, Russell und Greenaway. Doris Dörrie hat Blut geleckt, und wer weiss: Vielleicht war das ja nur ein Anfang. Ein insgesamt geglückter." (Süddeutsche Zeitung)
"Als dann das nächtliche Gartenfest inszeniert wird, ist das ein Hippie-Gelage. Grosse von innen leuchtende Blumen und Sumpfblättergewächse werden aufgesteckt. Der Chor lagert sich sinnlich. Der Verhetz der beiden Paare läuft durch die Gewächse und auch über einen Laufgang vor dem Orchester. Diese Oper kann man ansiedeln wo man will. Sie war zu Mozarts (und Da Fontes) Zeiten hoch aktuell und man kann sie immer wieder modern anpassen. Frau Dörrie hat die Figuren immer wieder hübsch auf die Musik inszeniert. Vor allem die Sextette sitzen inszenatorisch exakt." (Theater-Rundschau)
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Veranstaltung in: Berlin
30.11.2008
bis 21.12.2008
L'italiana in Algeri - Staatsoper unter Den Linden Berlin
L italiana in Algeri: Dramma giocoso per musica in zwei Akten
Text von Angelo Anelli nach seinem Libretto für das Dramma giocoso von Luigi Mosca
Musik von Gioachino Rossini
Man sagt Gioachino Rossini (1792-1868) nach, er habe mehr Zeit in der Küche verbracht als mit dem Komponieren. Dies trifft zumindest auf den zweiten Teil seines Lebens zu; ab 1829 widmete er sich fast ausschliesslich dem "dolce far niente" mit Gesellschaften und Gaumenfreuden. Das Jahr 1813 aber bedeutete für den zunächst eifrigen Komponisten den internationalen Durchbruch, seine "L'italiana in Algeri", angeblich in weniger als einem Monat in Venedig entstanden, fand grossen Zuspruch in Italien und wurde als seine erste Oper auch in Deutschland gespielt. Erzählt wird die Geschichte Mustafas, des Beys von Algier, der seine Frau verstösst, um sie durch eine temperamentvolle Italienerin zu ersetzen. Seine Frau will er mit seinem Lieblingssklaven Lindoro verheiraten. Als man dem Bey von einem gekaperten Schiff die schöne Italienerin Isabella bringt, ist er entzückt und macht ihr den Hof. Die Italienerin wiederum erkennt im Sklaven Lindoro ihren Geliebten. Dieser redet dem Bey ein, er müsse vor der Heirat mit Isabella nach italienischer Sitte in den Orden der "Pappataci" aufgenommen werden. In einer feierlichen Zeremonie muss der Bey Mustafa einen Test bestehen: Er darf essen, schlafen und lieben, soviel er will, doch nicht darauf achten, was um ihn herum passiert. Während er isst und alles Geschehen stoisch ignoriert, flieht die Italienerin mit ihrem Geliebten Lindoro. Als Mustafa endlich den Betrug merkt, wendet er sich, enttäuscht von den Italienerinnen, wieder seiner Frau zu.
Musikalische Leitung: Ottavio Dantone
Inszenierung: Nigel Lowery / Amir Hosseinpour (2005)
Bühnenbild / Kostüme: Nigel Lowery
Choreographie: Amir Hosseinpour
"Und hier kommen alle, die Spass haben an verrückten Koloraturen, knatterndem Sprechgesang und komplett aus dem Ruder laufenden Ensembleszenen, voll auf ihre Kosten. Unter den Linden steht derzeit der witzigste, frechste, hinreissendste, klangschönste Quatsch Comedy Club der Republik. (...) Man braucht sich nur dem Sog der Situationen hinzugeben, dem Pointenfeuerwerk, den wirbelnden Tänzen der offensichtlich unter Drogen stehenden Haremstänzerinnen, dem Versteckspiel rund um die aus allen Fugen geratene Tür, die ständig über die Bühne saust - und natürlich dem ebenso jedweder Erdanziehungskraft enthobenen Gesang." (Der Tagesspiegel)
"... es muss erst einer wie Nigel Lowery kommen, damit die »Italiana in Algeri« wieder zu ihrem Recht kommt. (...) Bei allem absurden Witz, der bei Lowery auch diesmal reichlich mit im Spiel ist, offenbart sich die »Italiana« so als überraschend moralisches Stück: Ein Aufstand der Anständigen, im Kostüm der Komödie. Die Revolte derjenigen, die wie Isabella und ihr schnuffeliger Lindoro an die wahren Gefühle glauben und ihre Erfüllung nicht in der von Sex und Gewalt dominierten Welt des Bey Mustafa sehen." (Süddeutsche Zeitung)
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Veranstaltung in: Berlin
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