Deutschland Opern & Operetten
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05.12.2008
bis 01.02.2009
Tosca - Theater Dortmund
Tosca: Melodramma in drei AktenText von Luigi Illica und Giuseppe Giacosa (nach dem gleichnamigen Schauspiel von Victorien Sardou)
Musik von Giacomo Puccini
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Aus der grausamen Realität eines Terrorregimes träumen sich zwei Künstler ins private Glück. Doch ein Geheimdienstchef liebt. Zum ersten Mal. Und seine Liebe ist erbarmungslos. - Unvereinbar prallen der Lyrismus leidenschaftlicher Gefühle und der martialische Rhythmus politischer Macht aufeinander.
Selten fand der gewaltsame Übergriff von Zeitumständen auf private Schicksale einen ähnlich drastischen szenischen und musikalischen Ausdruck, verschränkten sich so fatal Idylle und düsteres Melodram. Liebe im Zeitalter des Schreckens. Die Realität öffnet die Augen, die sich zum Träumen schliessen wollen. Für einen kurzen Moment siegt die Liebe. Doch die Illusion hat einen hohen Preis.
Musikalische Leitung: Jac van Steen
Inszenierung: Christine Mielitz
Bühnenbild und Kostüme: Frank Fellmann
"Die Intendantin des Opernhauses legt eine Interpretation vor, die sich auf die Titelhelden konzentriert, sich nicht zu platten, politischen Anspielungen verführen lässt. Hier geht es um die Tragodie einer leidenschaftlichen Frau, die hin- und hergerissen wird zwischen zwei Mannern, zwischen Kunst und Staatsmacht, Liebe und Hass, Mühlsteine, die die Sängen Floria Tosca schliesslich zermahlen." (Westfälische Nachrichten)
"In dieser Inszenierung gelingen Bilder und Szenen von grosser Intensität. Gerade das Ringen der Tosca mit dem brutalen Scarpia im zweiten Akt, dieser Kampf um Selbstachtung der Unterwerfung, der blutige endet, ist in jeder Sekunde spannungsgeladen. Da ist keine Geste, keine Bewegung dem Zufall überlassen. Und Mielitz kann sich hier auch auf ihre Darsteller verlassen." (Opernnetz)
"Mielitz ist jedoch eine Meisterin der Psychologie und ihre Regie ist zur Zeit eine der Besten. Immer wieder holt sie das Letzte aus den Sängern heraus und versteht es Emotionen subtil und mit überraschenden Einfällen zu vermitteln. Wie kein anderer weiss sie mit detailliertem Ausdruck und Bewegung zu erklären und zu verdeutlichen. So zieht Tosca beim ,Vissi d'arte' im zweiten Akt ihre Schuhe und Juwelen aus und singt die Arie nackt unter Scarpia liegend." (Opera Nederland)
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Veranstaltung in: Dortmund
16.01.2009
Wiener Blut - Palatinum Mutterstadt
Wiener Blut: Operette von Johann StraussMehr zu: Wiener Blut - Palatinum Mutterstadt
Veranstaltung in: Mutterstadt
18.01.2009
Rigoletto - Teo Otto Theater Remscheid
Rigoletto: Oper in drei Aufzügen von Giuseppe VerdiText von Francesco Maria Piave
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Am Hofe des Herzogs von Mantua dient ein Buckliger als Hofnarr. Während er hier die zügellosen Ausschweifungen seines Herren befördert, sperrt er zu Hause seine Tochter Gilda ein, um sie vor den Gefahren dieser Gesellschaft zu schützen. Aber er kann nicht verhindern, dass der Herzog, dem keine schöne Frau entgeht, auf Gilda aufmerksam wird. Sie schenkt seinen Liebesschwüren Glauben und wird von ihm verführt. Der verzweifelte Vater beschliesst, sich an dem Verbrecher zu rächen. Doch Gilda erfährt von seinem Plan und rettet den immer noch Geliebten, indem sie sich an seiner Stelle töten lässt.
Als Verdi 1850 dem venezianischen Teatro La Fenice das Drama "Le roi s´amuse" des französischen Romanciers und Dramatikers Victor Hugo als neuen Opernstoff vorschlug, hatte er sich ein verbotenes Stück ausgesucht: Hugos leidenschaftliche Anklage gegen die Unmoral der Aristokratie war am Tag nach seiner umstrittenen Uraufführung 1832 von der Regierung verboten worden. Die Uraufführung von Rigoletto im Jahre 1851 begründete Verdis Weltruhm.
Gastspiel des Theater Hagen
Musikalische Leitung: Florian Ludwig
Regie: Gregor Horres
Bühnenbild: Jan Bammes
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Veranstaltung in: Remscheid
19.06.2009
bis 20.06.2009
Der Liebestrank - Teo Otto Theater Remscheid
Der Liebestrank: Komische Oper von Gaetano DonizettiLibretto von Felice Romani
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Nemorino, ein armer junger Bauer, etwas einfältig, aber lieb, schmachtet nach der munteren Adina. Sie findet seine ständigen schüchternen Liebesbeweise ermüdend und flirtet intensiv mit dem gutaussehenden Offizier Belcore. Nemorino schnappt indessen die Geschichte des Liebestranks von Tristan und Isolde auf. Günstigerweise kommt in diesem Moment ein fahrender Quacksalber, Dulcamara, ins Dorf und verkauft Nemorino ein Fläschchen davon. Binnen 24 Stunden soll der unauffällig nach Bordeaux schmeckende Trank unwiderstehlich machen. Im Dorf hat sich inzwischen die Nachricht verbreitet, dass Nemorino eine grosse Erbschaft gemacht hat. Plötzlich finden ihn alle Mädchen extrem anziehend und umschmeicheln ihn. Nemorino hingegen glaubt, dass der Liebestrank endlich wirkt. Adina ist inzwischen doch gerührt von der treuen Liebe Nemorinos. Dulcamara zieht weiter, sein Trank, der bewiesenermassen Liebe und Reichtum bewirkt, wird ein Verkaufsschlager.
Gastspiel der Wuppertaler Bühnen und der Bergischen Symphoniker
Regie: Georg Köhl
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Veranstaltung in: Remscheid
09.05.2009
bis 10.05.2009
Don Giovanni - Teo Otto Theater Remscheid
Don Giovanni: Oper in zwei Akten von W. A. MozartText von Lorenzo da Ponte
Bei dem Versuch, Donna Anna, die Tochter des Komturs, zu entführen, tötet Don Giovanni im Zweikampf den sie schützenden Vater. Geschickt weiss Don Giovanni sich den Nachstellungen seiner verlassenen Geliebten Donna Elvira zu entziehen. Sein Diener Leporello liest Donna Elvira das Register der schon allein in Spanien über tausend Liebschaften seines Herrn vor. Bei einer Bauernhochzeit lockt Don Giovanni die junge Braut Zerline auf sein Schloss. Maskiert erscheinen auf einem Ball des Don Giovanni Donna Elvira und Donna Anna mit ihrem Verlobten Don Ottavio und verhindern die Verführung Zerlines. Mit seinem Diener flüchtet Don Giovanni auf einen Friedhof und steht plötzlich vor dem Reitergrabmal des von ihm ermordeten Komturs. Frevelhaft lädt er den toten Komtur zu sich aufs Schloss. Donna Elvira versucht vergeblich, Don Giovanni zur Reue und Umkehr zu bewegen. Unter Blitz und Donner erscheint die steinerne Denkmalsfigur des Komtur. Don Giovannis Ende ist gekommen. Der skrupellose Verführer wird der Hölle übergeben.
Gastspiel des Theater Solingen und der Bergischen Symphoniker
Regie: Igor Folwill
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Veranstaltung in: Remscheid
05.02.2009
Das Rheingold - Teo Otto Theater Remscheid
Das Rheingold: Oper von Richard WagnerIm "Rheingold", dem "Vorabend" der Tetralogie, exponiert Wagner die schicksalhaften Verstrickungen und grundlegenden Konflikte im grossen parabelhaften Welttheater vom Ring des Nibelungen. Mit der Auseinandersetzung um Liebe, Raub und Betrug entspinnt sich der Kampf um die Welt-Herrschaft, der den Untergang des Göttergeschlechtes nach sich ziehen wird. In der Tiefe des Rheins liegt das Gold, Symbol der natürlichen Ordnung der Welt, bewacht von den Rheintöchtern. "Nur wer der Minne Macht versagt, nur wer der Liebe Lust verjagt, nur der erzielt sich den Zauber, zum Reif zu zwingen das Gold". Doch Alberich, Herr der Nibelungen, schwört der Liebe ab. Er entreisst den Rheintöchtern das Gold. um daraus jenen Ring zu schmieden, der masslose Macht verleiht. So wird er für die Götter zur Gefahr. Insbesondere für Wotan, der versucht, die für den Bau der Götterburg Walhall bei den Riesen Fafner und Fasolt verpfändete Freia mit dem Gold auszulösen. Gemeinsam mit dem Feuergott Loge entreisst er Alberich durch List und Gewalt den Ring. Aber dieser belegt das Gold mit einem Fluch: Fortan bringt der Besitz des Ringes zugleich Macht und Tod.
Gastspiel des Landestheater Detmold
Musikalische Leitung: Erich Wächter
Inszenierung: Kay Metzger
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Veranstaltung in: Remscheid
09.01.2009
bis 18.01.2009
Angst - Komische Oper Berlin
Angst: Oper von Christian JostFünf Pforten einer Reise in das Innere der Angst für gemischten Chor, Chorsolisten und Instrumentralensemble
Musikalische Leitung: Simon Halsey
Inszenierung: Jonas und David Hadizadeh
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Veranstaltung in: Berlin
08.01.2009
bis 09.01.2009
Résonances Chopin - Badisches Staatstheater Karlsruhe
Kevin ODay Ballett: Gastspiel des Kevin O´Day-Ballett MannheimMehr zu: Résonances Chopin - Badisches Staatstheater Karlsruhe
Veranstaltung in: Karlsruhe
28.12.2008
bis 20.01.2009
Salome - Staatstheater Cottbus
Salome: Musikdrama in einem Aufzug
von Richard StraussText vom Komponisten nach dem Drama "Salomé" von Oscar Wilde
Die Handlung der Oper basiert auf biblischer Überlieferung: Die jugendliche Salome tanzt vor ihrem Stiefvater, König Herodes, und verlangt auf Geheiss ihrer Mutter Herodias zur Belohnung den Kopf Jochanaans. Dieser Prophet (Johannes der Täufer) hatte nicht nur das Kommen Jesu angekündigt und ihn getauft, sondern auch öffentlich das seiner Meinung nach unmoralische Verhältnis zwischen Herodes und Herodias angeprangert. Deshalb hielt Herodes ihn in einer Zisterne gefangen.
Diesen Stoff gestaltete Oscar Wilde in einem Drama, das Richard Strauss als Textvorlage seiner Oper bearbeitete. Dabei richtete er sein Hauptaugenmerk auf das Aufeinanderprallen völlig unterschiedlicher Wertvorstellungen und Lebenswelten und auf die Auseinandersetzungen, die daraus folgen. Salome entdeckt ihre Sinnlichkeit und die Macht, die sie dadurch über Männer hat. Diese reagieren sehr unterschiedlich: Ein junger Mann bringt sich aus Liebeskummer um, Herodes ist erotisch erregt. Nur Jochanaan erliegt ihrem Einfluss offenbar nicht. Je näher sie ihm zu kommen sucht, desto abweisender und vorwurfsvoller wird er. Er lässt nur seine asketische Lebensweise gelten und verlangt von allen, es ihm gleich zu tun und sich ausschliesslich auf das Reich Gottes vorzubereiten. Salome stösst an eine Grenze und verlangt den Kopf des Täufers, hin- und hergerissen zwischen Lust und Wut. Sie hat auf ihrem Weg der Selbstfindung jedes Mass verloren, worauf alle anderen mit Abscheu reagieren. Sie verarbeiten die Erfahrung jedoch nicht im Hinblick auf ihr eigenes Verhalten, sondern massakrieren Salome auf Herodes` Befehl.
Musikalische Leitung: GMD Evan Christ
Regie: Martin Schüler
"Regisseur Martin Schüler zeichnet bis in die feinsten Kapillaren der musikalischen Gestensprache nach, wie die Menschen in dieser kammerspielartig verkleinerten ,Salome´ zueinander stehen. [...] Eine Viertelstunde wird applaudiert, im Stehen. Die Bürger von Cottbus lieben ihre Oper und ihr Kleinod von Opernhaus, das im Oktober seinen hundertsten Geburtstag feiern wird". (FAS)
"Regisseur Martin Schüler hat seine Inszenierung ganz auf die Hauptgestalt konzentriert. Man könnte auch sagen, er hat sie ganz auf seine faszinierende Sänger-Darstellerin Gesine Forberger ausgerichtet. [...] Damit ist Martin Schüler bei seinem Hauptthema angekommen: Mittels der Figur der kapriziösen spätantiken Prinzessin weckt er verborgene Ahnungen über den Seelenhaushalt schulischer Amokläufer, kindsmörderischer Eltern, gewaltversessener Jugendlicher. (...) Auf die mondkalte Grundstimmung der Inszenierung hat sich Reinhard Petersen mit seiner letzten Operneinstudierung am Pult des Philharmonischen Orchesters am besten eingestellt. Wie Steinquader stellt er die Verkündigungschoräle Jochanaans hin, wie polierter Marmor schimmern und schillern die Klangflächen unter Salomes Schlussgesängen, wie eine aufgezogene Mechanik rattern die religiösen Debatten der fünf Juden dahin. [...] Zu allem Sichtbaren stimmt sein Spiel sehr genau. [...] Das Ereignis der Produktion ist Gesine Forberger. Wie sich diese Sängerin von der Nedda zur Marguerite, zur Mimi und nun zu einer unanfechtbaren Salome entwickelt hat, gehört zu den immer rarer werdenden Wundern, die nur ein echtes Ensemble hervorbringen kann. [...] Die Choreografie von AnnaLisa Canton war übrigens sehenswert in ihrer Metamorphose von der odaliskenhaft routinierten Anmache zum begehrlichen Megärentanz über Jochanaans Gruft. " (Lausitzer Rundschau)
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Veranstaltung in: Cottbus
06.03.2009
bis 17.05.2009
Scharlatan - Theater & Philharmonie Thüringen
Scharlatan: Deutsche Erstaufführung einer Oper von Pavel HaasPustrpalk ist ein fahrender Quacksalber. Zusammen mit seiner zickigen Ehefrau Rosina und einer Gruppe von Gauklern zieht er über die Lande. Eines Tages kuriert Pustrpalk eine Professorengattin mit einem bewährten Heilmittel. Sie verlässt daraufhin ihren langweiligen Ehemann und schliesst sich der fahrenden Truppe an. Die zweite Frau verursacht erhebliches Aufsehen...
Pavel Haas wurde am 21. Juni 1899 als Kind einer tschechisch-jüdischen Kaufmannsfamilie in der mährischen Metropole Brünn geboren. 1919 nahm er ein Musikstudium am Brünner Konservatorium auf, wo er unter anderem von Leos Janacek unterrichtet wurde. Der Einfluss des Lehrers ist unüberhörbar, genauso wie die Einflüsse von den neoklassizistischen Techniken Strawinskys, des Jazz oder der tschechischen Volks- und jüdischen Synagogalmusik. Neben zahlreichen Kammermusikwerken hatte Haas bereits eine Vielzahl von Film- und Bühnenmusiken geschaffen, als er zwischen 1934 und 1937 seine Oper "Scharlatan" komponierte. 1937 wurde die Geschichte des "tschechischen Doktor Eisenbart" mit grossem Erfolg in Brünn uraufgeführt, musste allerdings nach dem Münchner Abkommen 1938 vom Spielplan genommen werden. Die Instrumentierung für eine 1940 begonnene Sinfonie konnte Haas wegen der Deportation nach Theresienstadt nicht mehr beenden. In Theresienstadt komponierte Haas bis Oktober 1944 mindestens acht weitere Werke. Gemeinsam mit den Komponisten Hans Krása und Viktor Ullmann wurde Pavel Haas am 16. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert und dort in den Gaskammern umgebracht. Seine Oper "Scharlatan" wurde erstmals wieder im Jahr 1999 beim Opernfestival im irischen Wexford aufgeführt.
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Veranstaltung in: Gera
29.05.2009
bis 27.06.2009
Wozzeck - Theater & Philharmonie Thüringen
Wozzeck: Oper von Alban Berg"Suff, Tanz und Eifersucht - alles auf einmal. In Alban Bergs Vertonung von Georg Büchners ,Woyzeck' gelingt den Ohren, was Augen nie konnten: Wir sehen alles zugleich gestochen scharf. Nirgends gibt es einen unterbelichteten Rest - alles bringt Berg auf den Punkt, er verbindet innen und aussen in einer Klarheit, aus der nicht zu entkommen ist. Und alles führt zur Katastrophe."
Alban Berg, populärster Vertreter der Schule um Arnold Schönberg, schuf mit seiner Vertonung des Büchnerschen Dramenfragments über den "Abgrund Mensch" das Opern-Schlüsselwerk des 20. Jahrhunderts. Durch den Besuch einer Aufführung des Schauspiels im Jahre 1914 zur Vertonung des "Woyzeck" angeregt, arbeitete Berg bereits während seiner Militärzeit 1915 bis 1918 an der Oper und vollendete sie in den Jahren 1918 bis 1921. Anders als Büchners Text macht Bergs Musik Woyzeck beredt. Die kluge Instrumentierung verleiht seiner Seele Sprache. Im Stück ist diese Seele nahezu stumm. Der Sprachlosigkeit Woyzecks bei Büchner steht ein filigranes Psychogramm des Wozzeck bei Berg widersprüchlich gegenüber. Berg verleiht durch seine Musik und Instrumentation Wozzeck die Sprachwerkzeuge, die er bei Büchner gar nicht besitzt.
Die szenische Uraufführung an der Berliner Staatsoper 1925 unter der musikalischen Leitung von Erich Kleiber kommentierte ein Kritiker: "Die Musik von Alban Berg ist wahrhaft entsetzlich. Von dem in Jahrhunderten errichteten Harmoniegebäude ist kein Stein auf dem andern geblieben." Glücklicherweise verstanden und verstehen andere das Werk anders. Der wirkungsvollen, hoch expressiven Musik Bergs kann sich kaum ein Hörer entziehen. Das erste abendfüllende Musiktheaterwerk aus der Stilepoche der sogenannten "freien Atonalität" wurde bald international repertoirefähig. Es gilt heute als Inbegriff der musikalischen Moderne.
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Veranstaltung in: Gera
19.04.2009
bis 20.06.2009
Otello - Theater & Philharmonie Thüringen
Otello: Oper von Giuseppe VerdiHass, Liebe, Eifersucht und Leidenschaft - grosse menschliche Gefühle sind es, die Shakespeare in seiner Tragödie "Othello" durch eine packende Geschichte beschreibt. Die Handlung ist schnell erzält: Jago hasst Othello, weil er sich von diesem bei der Beförderung zum Leutnant übergangen fühlt. Auch glaubt er, seine Frau Emilia habe ihn mit Othello betrogen. Der Beschuldigte ahnt von all dem nichts. Im Gegenteil, er sieht in Jago einen treuen Freund und ehrlichen Ratgeber. Wie eine Spinne webt dieser im Verlauf der Handlung ein Netz aus Lügen und falschen Beweisen und führt seine Intrige gegen Othello bis zur finalen Katastrophe. Indem er in Othello Zweifel an Desdemonas treuer Liebe sät, packt Jago ihn an seiner empfindlichsten Stelle. Denn die schöne Venezianerin hatte dem Aussenseiter Othello erstmals das Gefühl gegeben, um seiner selbst willen geliebt zu werden.
In Verdis und Boitos Bearbeitung wird Shakespeares Tragödie zu einer kritischen Bestandsaufnahme über die Zerstörungskraft dogmatischer Gesinnungen. Verdis Otello verehrt Desdemona wie die Jungfrau Maria. Genau hier setzt Jago - bei Verdi mehr mephistophelische Kraft als bei Shakespeare - mit seiner Intrige an: Ohne handfeste Beweise, allein durch die Kraft der Suggestion, macht er in Otellos Fantasie aus der Unbefleckten eine Sünderin, besudelt das Heiligenbild und zerstört damit nicht nur Otellos Verehrung und Anbetung Desdemonas, sondern dessen ganzes Ordnungsgefüge. Otellos Mord an Desdemona ist nichts als die brutale Konsequenz seines religiösen Eifers. "Otello" ist neben dem "Fallstaff" eines der grossen Alterswerke Verdis. Sechzehn Jahre nach der Entstehung der "Aida" offenbarte sich hier noch einmal die ganze geniale Schaffenskraft des Komponisten. So wundert es nicht, dass schon die Uraufführung der Oper am 5. Februar 1887 in der Mailänder Scala ein unbeschreiblicher Erfolg war.
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Veranstaltung in: Altenburg
07.03.2009
bis 07.06.2009
Turandot - Theater Magdeburg
Turandot: Dramma lirico in drei Akten von Giacomo PucciniLibretto von Giuseppe Adami und Renato Simoni nach Carlo Gozzis Märchen
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Liebe als grausames Spiel: Die chinesische Prinzessin Turandot lebt ihre Angst vor der Liebe und ihre Lust an Grausamkeit in einem gefährlichen Rätselspiel aus. Sie hat sich von ihrem Vater versprechen lassen, nur den Mann heiraten zu müssen, der ihr drei Fragen richtig beantwortet. Wer die Probe nicht besteht, muss sterben. Während das Volk zwischen mörderischer Schaulust und Mitleid mit Turandots Opfern hin und her gerissen ist, fasziniert ihr Anblick den fremden Prinzen Calaf dermassen, dass er die Probe versuchen will. Selbst Liù, die ihn liebt, kann Calaf nicht von seinem Entschluss abbringen. Als unbekannter Prinz stellt er sich der Prinzessin, und das Unerwartete geschieht: Er löst ihre Rätsel, Turandot verzweifelt. Da Calaf nicht ihren Stolz brechen, sondern ihre Liebe gewinnen will, stellt er ihr seinerseits eine Frage: Sollte es Turandot bis zum Sonnenaufgang gelingen, seinen Namen herauszufinden, will er freiwillig in den Tod gehen. Diese Aufgabe konfrontiert Turandot mit der zentralen Frage ihres Lebens: Wie hoch ist der Preis der Liebe?
Puccinis letzte Oper aus dem Jahr 1924 geht in jeder Beziehung über ihre Vorgänger hinaus: Die exotische Szenerie gestattete es dem Komponisten, avancierte kompositorische Mittel, wie Pentatonik, Bitonalität und rhythmische Verschiebungen sowie eine ausgesprochen farbige Instrumentation, einzusetzen. Vor allem aber stellt die Geschichte aus Carlo Gozzis tragikomischem Märchendrama, das auf persische und arabische Quellen zurückgeht, eine faszinierende und für Puccini einmalige Frauenfigur ins Zentrum, in deren Seele der Komponist eindringen wollte. Dies gelang ihm mit einer solchen Intensität, dass er selbst die Liebesgeschichte zwischen der grausam-faszinierenden, fremdartig-rätselhaften Turandot und dem sie liebend überwältigenden Calaf nicht zu Ende komponieren konnte: Seine Partitur bricht nach der Sterbeszene Liùs, die sich für Calaf opfert, ab. So stellt Puccinis Tod immer neu in Frage, ob eine der schönsten Tenor-Arien der Operngeschichte - »Nessun dorma«-, in der Calaf seine Liebe zu Turandot besingt, wirklich zur Vereinigung zweier so unterschiedlicher Menschen führen kann.
Musikalische Leitung: GMD Francesco Corti
Regie: Holger Pototzki
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Veranstaltung in: Magdeburg
30.05.2009
bis 13.06.2009
Tamerlano - Theater Magdeburg
Tamerlano: Oper in drei Akten von Georg Friedrich HändelLibretto von Nicola Francesco Haym
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Die Frage, ob und wie die Läuterung eines Tyrannen möglich sei, faszinierte die barocke Oper immer wieder aufs Neue: Der Tatarenherrscher Tamerlano hat den türkischen Sultan Bajazete besiegt und gefangen genommen. Er ist eigentlich mit Irene verlobt, verliebt sich aber in Asteria, die Tochter Bajazetes. Diese allerdings ist die Geliebte des griechischen Generals Andronico, eines Verbündeten von Tamerlano. Als der Herrscher von Andronico verlangt, bei Asteria für ihn zu werben, und ihm dafür die Hand Irenes verspricht, beginnt das Verhängnis: Asteria geht zum Schein auf Tamerlanos Werbung ein, was Andronico zutiefst verletzt und Bajazete entsetzt. Sie dagegen will Tamerlano töten. Ein erster Mordversuch misslingt. Auch Andronico bringt Tamerlano gegen sich auf, indem er seine eigene Liebe zu Asteria gesteht. Bei einem Festmahl versucht die zur Sklavin erniedrigte Asteria den Herrscher erneut zu töten, was von Irene verhindert wird. Die daraus resultierende Verurteilung Asterias treibt Bajazete in den Selbstmord. Der sterbende Sultan ruft die Furien an, ihn an Tamerlano zu rächen ...
Im Jahre 1724 komponiert, gehört "Tamerlano" zu einer der besten und eigentümlichsten Opern Händels, der im Londoner Opernwesen auf dem Gipfel seines Erfolges stand. So ist der Stoff weder der antiken Geschichte noch der Mythologie entnommen, sondern beruht auf einem historischen Ereignis jüngeren Datums - der Gefangennahme des Sultans Bajazit I. durch Tamerlano in der Schlacht bei Ankara und dessen Tod 1402. Zum ersten Mal vertraute Händel zudem mit der Figur des Bajazete eine der Hauptrollen einem Tenor an, dem Italiener Francesco Borosini. Dieser machte ihn mit der Vertonung des Stoffes durch Francesco Gasparini bekannt, was Händel kurzfristig zu einigen Umarbeitungen bewog. Vor allem betonte er mit dem Tod Bajazetes auf offener Bühne den tragischen Charakter der Handlung. So verbindet sich mit Händels virtuoser Musik, für die ihm neben dem berühmten Kastraten Senesino einige der besten Sänger seiner Zeit zu Verfügung standen, die bis heute aktuelle Auseinandersetzung um die Möglichkeit gerechter Herrschaft.
Musikalische Leitung: Rainer Roos
Regie, Bühne und Kostüme: Peer Boysen
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Veranstaltung in: Magdeburg
03.02.2009
bis 10.03.2009
Die Soldatenliebschaft - Theater & Philharmonie Thüringen
Die Soldatenliebschaft: Uraufführung eines Singespiels von Felix Mendelssohn BarholdyNapoleons Truppen haben Spanien besetzt. Felix, ein französischer Oberst, verliebt sich in die spanische Gräfin Elvire. Gleichzeitig bandelt Victor, Soldat in Felix´ Regiment, mit Elvires Zofe Zerbine an. Beide halten aufgrund der politischen Situation ihre Beziehung zunächst geheim. Schliesslich wagen Victor und Zerbine doch einen Versuch und bitten ihre Herrschaft um Erlaubnis zur Hochzeit. Die lehnen allerdings ab.
Um herauszufinden, wer allabendlich einen Blumenstrauss am Balkon des Schlosses hinterlässt, ersinnt der Gärtner Tonio, der ebenfalls in Zerbine verliebt ist, eine List. Er behängt den unter dem Balkon liegenden Baum mit zahlreichen Glöckchen und hofft, dass der Unbekannte sich durch den Lärm verraten möge. Der Plan scheitert. Als sich allerdings Felix und Elvire zu einem Stelldichein im Garten treffen, nutzt Victor die Glöckchen, um die beiden Liebenden aufzuschrecken. In der Eile lassen die beiden ihre Hüte zurück. Die Liaison ist aufgedeckt, nun können der Oberst und die Gräfin auch Victor und Zerbine die Hochzeit nicht mehr verwehren.
Die "Soldatenliebschaft" gilt als die erste gross besetzte Komposition von Felix Mendelssohn Bartholdy, der die "niedliche Operette" im zarten Alter von 11 Jahren schrieb. Am 11. Dezember 1820 wird sie anlässlich des 44. Geburtstages des Vaters aufgeführt. Trotzdem ist die Premiere des Singspiels bei Theater & Philharmonie Thüringen eine veritable Uraufführung. 1820 wurde das Werk nachweislich nur mit Klavierbegleitung aufgeführt. Bei einer ersten szenischen Umsetzung am Elbe-Elster Theater Wittenberg in der Spielzeit 1962/63 standen den Ausführenden nur Teile des Werks zur Verfügung, das dort verwendete Material basierte also nicht auf dem von Mendelssohn in letzter Konsequenz intendierten Noten- und Librettotext.
Inszenierung: Peter Waschinsky
Musikalische Leitung: Eric Solén
" Im Grunde gewinnt die ,Soldatenliebschaft' durch das intelligente Zusammen- und Wechselspiel von Marionetten, Sängern, Chor und Orchester erst den kindlichen Zauber, der dem für einen kindlichen Erfahrungshorizont aus heutiger Sicht fast schlüpfrigen Werk auf unangenehme Weise fehlt. Jede Marionette hat ihr Alter ego in einem Solisten und die sichtbar agierenden Puppenspieler beherrschen das Geschehen oder kämpfen mit der Materie des Spiels oder interagieren mit dem Dirigenten. Dieses witzig-furiose Hin und Her zu erleben, ist spannend und bezaubernd." (Ostthüringer Zeitung)
"Also musikalisch hört man da gerne rein, auch wenn das jetzt kein Repertoirestück werden wird. Aber kulturhistorisch ist die Aufführung schon recht interessant." (MDR)
"Der Plot ist denkbar einfach: Zwei Paare wollen und dürfen schliesslich heiraten. Oberst Felix liebt Gräfin Elvire, Wachtmeister Victor die Jungfer Zerbine. Die Idee, die Figuren doppelt mit gewollt hölzernen Sängern und äusserst lebendigen Puppen zu besetzen, ist überaus delektierend umgesetzt (Peter Waschinsky). Beide "Truppen" exerzieren lustvollen Einsatz und ausserordentliche Spielfreude. Auf den Flügeln des Gesanges schweben Joan Ribalta, Gerlinde Illich, Alexandra Orrgård-Solén, Bernardo Kim, Serge Novique und der Opernchor. Worte ohne Lieder dagegen finden die Spieler der hübschen Marionetten: Raimund Jurack, Marcella von Jan, Jae Moon und Jochen Haferburg. Schnell hat man sich eingesehen in dieses quirlige Miteinander von Mensch und Puppe und verfolgt freudig und mit kindlichem Gemüt das muntere situationskomische Treiben von romantischer Schlosskulisse. Ein Terzett mit Wachhund! Sowas hat man wahrlich nie gesehen, ausser natürlich in Gera. Und Gärtner Tonio? Der freut sich - und mit ihm das begeisterte junge Publikum." (Thüringische Landeszeitung)
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Veranstaltungen in: Altenburg, Gera
08.02.2009
Traumland der Operette - Philharmonie Berlin
Traumland der Operette:Mehr zu: Traumland der Operette - Philharmonie Berlin
Veranstaltung in: Berlin
15.04.2009
Victoria und Ihr Husar - Saalbau Witten
Victoria und Ihr Husar: Operette von Paul AbrahamMehr zu: Victoria und Ihr Husar - Saalbau Witten
Veranstaltung in: Witten
26.03.2009
bis 31.05.2009
Nabucco - Theater Magdeburg
Nabucco: Dramma lirico in vier Teilen von Guiseppe VerdiIn italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Eine Frau kämpft um die Macht - gegen ihren Vater, den babylonischen König Nabucco, und gegen den Gott des unterworfenen jüdischen Volkes. Die babylonische Gefangenschaft des Volkes Israel gehört zu den grossen Mythen der jüdischen Geschichte: Ein kleines Volk wird vom übermächtigen Nachbarn Babylon unterworfen, doch am Ende siegt der Gott der Juden über den heidnischen Gott Baal, und das Volk kann in seine Heimat zurückkehren. Wie man aus diesen weltpolitischen Ereignissen eine menschlich packende Oper machen kann, beweist Verdis "Nabucco". In vier Teilen liefern sich die handelnden Personen einen Kampf um Liebe, Politik, Eifersucht und Ehrgeiz.
Verdi war gerade mit einer komischen Oper an der Mailänder Scala gescheitert, als er dennoch 1840 einen Folgeauftrag über drei Opern für dasselbe Haus erhielt. Die musikalische Struktur des neuen Werkes ist - mit seiner deutlichen Gliederung in Rezitativ, Arie und Ensemble - zwar noch dem Prinzip des italienischen Belcanto verhaftet, weist jedoch in seiner Geschlossenheit bereits auf die spätere Entwicklung zum Musikdrama Verdis hin. Ausserdem traf es den Nerv der Zeit: Man interpretierte die Geschichte vor allem als politisches Fanal, als Aufruf zur Befreiung von der Fremdherrschaft der Habsburger und Bourbonen. Verdi stieg so zum führenden Komponisten des Risorgimento auf, jener Freiheitsbewegung, die für einen italienischen Nationalstaat kämpfte. Und der Chor der gefangenen Israeliten ("Va pensiero, sull´ali dorate") wurde zur inoffiziellen Nationalhymne Italiens.
Musikalische Leitung: GMD Francesco Corti
Regie: Vera Nemirova
"Nach ihrem Bonner ,Macbeth' und ihrem Dresdener ,Otello' ist Vera Nemirova auf dem Vormarsch einer der besten Verdi-Regisseure". (Die Welt)
"Im Duell der beiden Töchter Abigaille und Fenena trägt Anita Bader zwar auch deshalb den Sieg davon, weil ihre Figur von den Autoren die grösste psychologische Tiefenschärfe mitbekommen hat. Doch wie sie dieses Flintenweib im Overall in ein verstossenes Kind und eine abgewiesene Frau verwandelt, wie sie aus dem Stentor ihrer Wut die fragilen Töne der Trauer und Sehnsucht herausschält, das zeugt von höchster Stimmkultur." (Mitteldeutsche Zeitung)
"Ein Opernabend der Superlative". (Volksstimme)
Mehr zu: Nabucco - Theater Magdeburg
Veranstaltung in: Magdeburg
10.12.2008
Lady Macbeth Von Mzensk - Theater Magdeburg
Lady Macbeth: Oper in vier Akten von Dmitri SchostakowitschLibretto von Arkadi Preiss und Dmitri Schostakowitsch nach der Novelle von Nikolai Leskov
Katerina Ismailowa widert die kleinstädtische Umgebung an, in der sie nur Roheit und Berechnung erlebt. Verheiratet mit dem langweiligen Sinowi und beherrscht vom tyrannischen Schwiegervater Boris erliegt die leidenschaftliche Frau während der Abwesenheit ihres Mannes der brutalen Werbung des Arbeiters Sergej. Um der Entdeckung zu entgehen, ermorden die beiden erst den Schwiegervater und dann den Ehemann. Damit ist auch der Weg für eine offizielle Verbindung frei, aber als man während ihrer Hochzeit die Leichen entdeckt, werden Katerina und Sergej verhaftet und nach Sibirien verbannt. Dort erlebt Katerina die letzte und schmachvollste Enttäuschung ihrer Liebe ...
Ohne Zweifel ist Dmitri Schostakowitschs zweite Oper eines der bedeutendsten Musiktheaterwerke des 20. Jahrhunderts. Der Komponist bedient sich virtuos vielfältigster Stilmittel, mit denen er den spannenden Stoff ständig vorantreibt, und erweist sich als Genie des Theaters. Nach der Uraufführung 1934 ein gewaltiger Erfolg in Leningrad und Moskau, wo die Oper innerhalb von zwei Jahren insgesamt 177 Aufführungen erlebte, wurde ihr zwei Jahre später der reaktionäre Musikgeschmack Stalins zum Verhängnis - ein Verhängnis, das fast auch den Komponisten selbst getroffen hätte. Der komponierte danach unter dem Damoklesschwert der drohenden Verfolgung und entschärfte die kritisierte Oper. Erst nach Schostakowitschs Tod konnte der berühmte Cellist und Dirigent Mstislav Rostropovitch das konsequentere Original wieder auf der Opernbühne etablieren.
Musikalische Leitung: GMD Francesco Corti
Regie: Markus Dietz
"Ein Wagnis, das Werk zu zeigen. Erzählt es doch auch ein Stück Kunst- und Zivilisationsgeschichte und von der zerrissenen Künstlerseele Schostakowitschs, der zwischen Systemkritik und -anpassung lavieren musste. Zwar brachte er in den 60er Jahren mit "Katerina Ismailowa" drei Jahrzehnte nach deren staatlicher Verfemungdie entschärfte Variante der ,Lady Macbeth' heraus. Eine Oper aber schrieb er danach nie wieder. Diese freilich bleibt reiner Horror. Jawohl, die Bilder schockieren, aber sie entgleisen nicht. Nicht hier, denn Markus Dietz zeigt, was er muss: die Brutalität einer vom Patriarchat beherrschten Gesellschaft, in der die Frau nichts gilt. (...) Phänomenal, was Francesco Corti aus dem Graben zaubern lässt: Nicht nur, dass seine Musiker diese irre Partitur technisch brillant in Klang übersetzen. Ob feines Solo oder berstendes Tutti - hier blitzen die subversiven Seiten Schostakowitschs auf, sind aufrichtige Empathie, erotische Ekstase und bitterster Sarkasmus versammelt, verschmelzen Sex und Folter, wenn vom Rang das Blech gellt. Dieses Opernerlebnis wird einem zwar nicht geschenkt. Aber es geht mächtig unter die Haut. Für ihre denkbar schlichte Ausstattung verzichteten Ines Nadler und Henrike Bromber auf alles Historisierende, auf Kulisse und Deko. Nicht zufällig prägt die Horizontale den Bildeindruck. Das emotionale Elend wird verdichtet von glatten Farbwänden, aussagekräftigem Licht und dem Einsatz der versenkbaren Zwischenbühne, auf der am Ende die ganze Gesellschaft untergeht wie Katerina und ihre Nebenbuhlerin in den Fluten." (Mitteldeutsche Zeitung)
Mehr zu: Lady Macbeth Von Mzensk - Theater Magdeburg
Veranstaltung in: Magdeburg
13.12.2008
bis 10.01.2009
Rigoletto - Theater Magdeburg
Rigoletto: Oper in drei Akten von Guiseppe VerdiIn italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Rigoletto führt ein Doppelleben. Tagsüber ist der Bucklige Hofnarr und Berufszyniker beim Herzog von Mantua, einem frauenverschlingenden Geniesser, der allen Schönen in seiner Umgebung nachstellt. Des Nachts wacht Rigoletto überängstlich über seine erwachsen werdende Tochter Gilda, die er im Verborgenen aufzieht - gleichsam in einem geschützten Raum, der sie vor dem verlogenen Treiben bei Hofe, vor dem Schmutz der Welt, vor aller Gefahr und nicht zuletzt vor den Übergriffen des Herzogs bewahren soll. Gilda ist sein ganzes Glück, eine Inkarnation der Reinheit und inneren Schönheit in einer verkommenen Wirklichkeit. Doch Rigoletto muss erfahren, dass man das Wahre, Gute, Schöne nicht im Geheimen pflegen und beschützen kann - man muss es immer neu erkämpfen: Die Feinde des Narren am Hof kommen hinter Rigolettos zwiegesichtiges Spiel. Sie sorgen dafür, dass die behütete Tochter zur Gespielin des erotomanen Herzogs wird. Als Rigoletto miterleben muss, wie sie den Liebesschwüren des berechnenden Verführers erliegt, gerät er ausser sich und engagiert einen Auftragsmörder.
"... der grossartigste Stoff und vielleicht das grösste Drama der Moderne!", schrieb Verdi an seinen Librettisten Francesco Maria Piave, und gemeinsam machten sie aus Victor Hugos Drama eine italienische Oper. Kaum eine andere Oper hat Verdi derart begeistert und schnell komponiert wie seinen "Rigoletto". Unsterbliche Melodien stellt er gezielt in den Dienst des dramatischen Ausdrucks und realisiert damit zum ersten Mal sein Idealbild von einem Musikdrama, das den Zuschauer mit dem Hässlichen auf der Bühne packend konfrontiert. Seit dem triumphalen Premierenerfolg 1851 in Venedig gehört "Rigoletto" zu den weltweit meistgespielten Opern und begründete Verdis Weltruhm als Opernkomponist.
Musikalische Leitung: Alexander Steinitz
Regie: Holger Pototzki
"Fast 20minütiger Jubel für einen beeindruckenden Verdi-Abend, den man gesehen haben muss." (Magdeburger Volksstimme)
"Ein musikalisch hochkarätiger Abend, der den Vorzug des italienischen Originals gegenüber jeder deutschen Übersetzung unter Beweis stellt." (Mitteldeutsche Zeitung)
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Veranstaltung in: Magdeburg
11.12.2008
bis 22.02.2009
Die Fledermaus - Theater Heilbronn
Die Fledermaus: Operette von Richard GeneeLibretto Musik von Johann Strauss (Sohn)
Sie gilt als Höhepunkt der sogenannten Goldenen Wiener Operette - "Die Fledermaus". Uraufgeführt 1874, bleibt diese "kleine Oper" bis heute ein einzigartiger Walzer- und Melodienreigen mit unsterblichen Klängen und einer äusserst amüsanten Handlung: Der Notar Dr. Falke sinnt auf Rache. Vor Jahren wurde er unsterblich von seinem Freund, dem Rentier Eisenstein blamiert, als der ihn betrunken in einem Fledermauskostüm im Park zurückliess und dem öffentlichen Gespött preisgab. Der Tag der Vergeltung ist gekommen, als im Hause des Grafen Orlowsky wieder ein Kostümfest veranstaltet wird. Eigentlich soll Eisenstein an diesem Tag eine Gefängnisstrafe antreten. Unter dem Vorwand, ihn auf diesem schweren Gang zu begleiten, holt Dr. Falk ihn von zu Hause ab und schleppt ihn geradewegs auf den Maskenball. Dort tanzen bereits Eisensteins Dienstmädchen in den Gewändern seiner Frau sowie eine bezaubernde Schönheit, hinter deren Maske Eisenstein seine Angetraute nicht erkennt. Ein weiterer Gast ist Gefängnisdirektor Frank, der eigentlich überzeugt war, soeben einen Herrn Eisenstein hinter Schloss und Riegel gebracht zu haben. Nicht ahnend, dass es sich hier um den Liebhaber der Frau Eisenstein handelte, der die Abwesenheit des Hausherren für ein kurzes Schäferstündchen nutzen wollte. Um seine Geliebte nicht zu korrumpieren, liess er sich brav abführen. Und so nimmt eine Geschichte voller Lust, Verführung und Schwindel ihren Lauf, an deren Ende es einige betrogene Betrüger gibt.
"Le reveillon" - lautete der Titel der französischen Textvorlage, benannt nach dem militärischen Signalruf: Raus aus dem Alltag. Das Werk spiegelt die bis heute unbändige Sucht wider, Normalität und Alltagstristesse durch Rausch und Orgie überwinden zu wollen und dabei einen gefährlichen Tanz auf dem Vulkan zu wagen: "Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist".
Musikalische Leitung: Andreas Hotz
Inszenierung: Aron Stiehl
Choreographie: Stefano Giannetti
Gastspiel des Pfalztheater Kaiserslautern
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Veranstaltung in: Heilbronn
04.04.2009
Die Zauberflöte Für Kinder - Circus-Krone-Bau
Die Zauberflöte Für Kinder:Mehr zu: Die Zauberflöte Für Kinder - Circus-Krone-Bau
Veranstaltung in: München
13.12.2008
bis 11.01.2009
Die Csardasfürstin - König Albert Theater
Die Csardasfürstin: Operette von Emmerich KálmánDie Orte der Handlung - in der es natürlich um die Liebe geht - sind Budapest und Wien. Um der standesgemässen Verbindung mit einer Komtesse zu entgehen, die sein Vater, der Fürst von und zu Lippert Weylersheim, in Wien für ihn vorbereitet, verlobt sich Edwin in Budapest spontan mit seiner Geliebten, der Chansonette Sylva Varescu. Sylva aber, die von der geplanten Verlobung erfährt und sich hintergangen fühlt, reist nach Amerika ab. Als sich der seinerseits enttäuschte Edwin schliesslich zur Verlobung mit Komtesse Stasi bereit erklärt, verschafft sich die Csárdásfürstin Sylva an der Seite eines Grafen Zugang zur Wiener High Society und provoziert einen Skandal. Auch wenn es zunächst nicht so scheint, gibt es für die Liebenden schliesslich doch ein Happy End, da sich das Thema "Standesschranken", das historisch ohnehin zur Disposition steht, von selbst erledigt: Ein Kenner des Milieus eröffnet dem Fürsten, dass auch er mit einer ehemaligen Varieté-Künstlerin verheiratet sei.
Ohrwürmer wie "Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht", "Die Mädis vom Chantant", "Tausend kleine Englein singen" oder "Machen wir´s den Schwalben nach" liessen die Operette 1915 in Wien zum grössten Erfolg des ungarischen Komponisten Kálmán werden, der sich mit diesem Werk - durchzogen von einer gewissen Schwermut und Melancholie - von der champagnertrunkenen Fin-de-siècle-Atmosphäre der Vorkriegszeit zu verabschieden scheint.
Ausführende: Gesangssolisten, Chor, Ballett, Orchester und Inszenierung der Landesbühnen Sachsen
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Veranstaltung in: Bad Elster
03.12.2008
Don Pasquale - Lausitzhalle Hoyerswerda
Don Pasquale: Dramma buffo in drei AktenMusik von Gaetano Donizetti
Libretto von Giovanni Ruffini und dem Komponisten
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Veranstaltung in: Hoyerswerda
09.12.2008
bis 01.03.2009
Das Märchen Von der Zauberflöte - Deutsche Oper Berlin
Das Märchen von der Zauberflöte: Kindermusik-Theater nach Wolfgang Amadeus MozartTextfassung von Marcel Pomplun und Gerlinde Pelkowski
Hals über Kopf verliebt sich Prinz Tamino in Prinzessin Pamina, als er ihr Bild geschenkt bekommt. Paminas Gegenliebe wird durch die Erzählungen des Vogelfängers Papageno geweckt, der dann auch - stellvertretend für Tamino - ein Liebesduett mit ihr singen darf. Bis die beiden Königskinder allerdings zueinander kommen können, haben sie noch einige Abenteuer zu bestehen. Zum Glück gibt es dabei die Musik: Tamino bekommt eine Zauberflöte geschenkt, deren Klänge sogar wilde Tiere bezähmen, und auch Papageno hat ein Instrument mit besonderen Kräften, ein Glockenspiel.
Die Kurzfassung von Mozarts "Zauberflöte" richtet sich nicht nur an Kinder, sondern an alle Musik- und Theaterfreunde, die in einer guten Stunde erfahren wollen, wie Oper klingt und aussieht.
Musikalische Leitung: Anne Champert / Attilio Tomasello
Inszenierung: Gerlinde Pelkowski
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Veranstaltung in: Berlin
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