Schauspiel & Theater Heilbronn
Anzeige: 1 bis 25 von 25
Steiner's Theaterstadl
Peter Steiners Theaterstadl: Trotz seines Fernseherfolges mit Einschaltquoten, die sich so mancher Showmaster heute wünschen würde, ist Peter Steiner eines geblieben: ein Theatermann, der die Nähe zu seinem Publikum sucht. "Lachen ist die beste Medizin" sagt der Volksmund. Peter Steiner - das ist der Prototyp des bayerischen Volkstheaters schlechthin. Seit mehr als 30 Jahren erfreut der Urbayer sein begeistertes Publikum, er versteht sich als Botschafter der guten Laune. Wenn Spass und Humor neu erfunden werden müssten, dann gäbe es dafür keinen Besseren als Peter Steiner und seine Tochter.Das Familienunternehmen kann sowohl auf der Bühne als auch in Fernsehserien, auf erfolgreiche Jahrzehnte zurückblicken. Der Stanglwirt, Steiners Musikantenparade oder Die Heimatmelodie, sind unweigerlich mit seinem Namen verbunden. Ans Aufhören denkt der 75 Jahre junge Steiner noch lange nicht. Dafür gibt es auch keinen Grund. Seine Produktionen und Tourneen sind Dauerbrenner. Auf der Bühne spürt der Zuschauer, dass Peter Steiner nach wie vor die Energie versprüht, die ein Schauspieler braucht, um seinen Rollen das gewisse Etwas mitzugeben.
Details zu: Steiner's Theaterstadl in Heilbronn
Aufführungen in: Aalen, Amberg, Aschaffenburg, Bamberg, Basel, Bayreuth, Bensheim, Chemnitz, Coburg, Deggendorf, Ergolding, Frankenthal, Frankfurt, Fulda, Gersthofen, Gießen, Halle / Saale, Hannover, Heilbronn, Hof / Saale, Karlsruhe, Kempten, Koblenz, Limburg, Memmingen, Mosbach, Neu-Ulm, Neustadt an der Weinstrasse, Nürnberg, Regensburg, Saarbrücken, Schweinfurt, Sinsheim, Straubing, Suhl, Taufkirchen, Trier, Veitshöchheim, Weiden, Zwickau
Wildwechsel
Details zu: Wildwechsel in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Psychose
Details zu: Psychose in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Elling - Theater Heilbronn
Zwei Jahre lang haben sich Elling und Kjell Bjarne ein Zimmer in der Psychiatrie geteilt. Jetzt sollen sie wieder ins normale Leben zurückkehren, was sie auf jeden Fall nur gemeinsam wollen. Sie bekommen eine Wohnung und Sozialarbeiter Frank an die Seite. Der hat auch alle Hände voll zu tun, denn so einfache Dinge wie Einkaufen, unter die Leute oder ans Telefon zu gehen, werden zu riesigen Herausforderungen für die beiden. Kjell Bjarne ist gutmutig und ein Kerl wie Baum, nur manchmal, wenn es hektisch wird, haut er mit dem Kopf gegen die Wand. Er wünscht sich nichts sehnlicher als eine Frau, die ihm eines Tages in Gestalt der hochschwangeren Nachbarin vor die Füsse fällt. Und Elling entwickelt eine ganz besondere Sicht auf die Dinge, die er in Gedichten niederschreibt und in Sauerkrauttüten an die Öffentlichkeit schummelt.
"Elling" war das meistgespielte Theaterstück Norwegens im Jahre 1999 und avancierte auch in Deutschland nach seiner Erstaufführung 2003 zum Kultstück. Es geht um zwei Schwache, die gemeinsam stark werden, die durch ihre unbestechlich naive Brille die Dinge so sehen, wie sie wirklich sind, die auf gesellschaftliche Konventionen pfeifen, weil sie anerkannte Verrückte sind. Dieses grossartige Schauspiel hat Witz und Charme, es hat Tiefe und Intelligenz und es berührt auf wunderbar leichte Weise zentrale philosophische und emotionale Fragen unseres Lebens.
Inszenierung: Carl-Hermann Risse
Ausstattung: Thomas Pekny
Details zu: Elling - Theater Heilbronn in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Romeo und Julia - Theater Heilbronn
Romeo und Julia: Ballett von Marguerite DonlonMusik von Sergej Prokofjew
Sie sind das berühmteste Liebespaar der Welt, Romeo und Julia, deren Liebe wegen der erbitterten Feindschaft ihrer Elternhäuser keine Chance hat. Ihre Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruhen soll, hat unzählige Literaten, Musiker und bildende Künstler inspiriert. Sergej Prokofjew schrieb 1935 im Auftrag des Bolschoi-Theaters die Musik für das Ballett "Romeo und Julia", die zu den grossartigsten Kompositionen in dieser Gattung überhaupt gehört. Ihre Komplexität mit schweren, punktierten Rhythmen auf der einen und ganz zarten, lebhaften Themen auf der anderen Seite ist eine grosse Herausforderung für Musiker und Tänzer. In Leidenschaft und Kraft steht sie dem grossen Drama von William Shakespeare in nichts nach. Es bildete die Grundlage für das Libretto: Seit Jahren sind die beiden Adelsfamilien Montague und Capulet verfeindet. Immer wieder stören blutige Auseinandersetzungen zwischen Angehörigen beider Geschlechter den städtischen Frieden. Da begegnen sich auf einem Maskenball die Kinder der beiden Familien, Romeo, ein Montague, und Julia, eine Capulet. Sie sehen und verlieben sich ineinander, wohl wissend, welche Probleme das mit sich bringt. Beide bitten Pater Lorenzo, sie heimlich zu trauen. Der Pater lässt sich darauf ein, in der Hoffnung, dass die schlimme Feindschaft der Familien durch die Liebe der Kinder ein Ende finden würde. Doch das Verhängnis nimmt seinen Lauf ...
Choreographie: Marguerite Donlon
Bühnenbild: Cécile Boucher
Gastspiel des Staatstheaters Saarbrücken
"Die Welt" beschrieb diese Choreografie als beste Neuproduktion dieses Ballettklassikers seit Jahrzehnten. Die Arbeit war für den "Faust 2007", den Theaterpreis des Deutschen Bühnenvereins, in der Kategorie Tanz nominiert.
Details zu: Romeo und Julia - Theater Heilbronn in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Die Irre Von Chaillot - Theater Heilbronn
Sie kamen aus der Gosse und haben sich mit krummen Geschäften an die Schlüsselpositionen der Macht gebracht: der Präsident, der in zahlreichen Aufsichtsräten sitzt, ein Börsenmakler, der mit vielen Tricks die Aktienkurse beeinflusst, ein heruntergekommener Baron, dem sich dank seines Adelstitels die Geschäftswelt öffnet, und ein Prospektor - Schürffachmann für Öl. In einem Pariser Restaurant besprechen diese Herren ihren neuesten Coup - die Förderung von Erdöl mitten in Paris. Dafür müssten natürlich zahlreiche alte Häuser und Kunstwerke weggesprengt werden. Doch was bedeuten die schon angesichts des Geldes, das man mit Pariser Erdölaktien verdienen kann. Einen Bombenleger haben die vier schon engagiert. Es ist der junge Pierre, der einmal einen ungedeckten Scheck unterzeichnete und seitdem erpressbar ist. Im letzten Moment schreckt der vor der Tat zurück und will Selbstmord begehen, wird aber gerettet und in jenes Lokal gebracht, in dem sich die Herren mittlerweile bedrängt fühlen von all den armen, etwas verrückten Leuten, die dort ein- und ausgehen: Der Lumpensammler, das Blumenmädchen, die Tellerwäscherin, der Strassensänger und der Jongleur. Königin des Viertels ist eine schillernde ältere Dame, Aurelie, die Irre von Chaillot. Sie wird wegen ihrer Lebenslust, Güte, ihrer Liebenswürdigkeit und ihres Verstandes von den Menschen dieses Pariser Stadtteils verehrt und sie versteht es, Pierre wieder fürs Leben zu erwärmen. Als sie aber von seiner Mission erfährt, beschliesst sie, das Verbrechen zu verhindern. Unmöglich sagt Pierre, denn seine Auftraggeber hätten die Macht, das Geld und sie seien gierig. Gierig! sagt Aurelie: Dann sind sie verloren.
"Die Irre von Chaillot" ist ein wunderbares Schauspiel, das mit viel Witz eine märchenhafte Geschichte erzählt. Es ist ein Fest der Schauspielkunst, all diesen skurrilen Figuren ein Gesicht geben. "Der Mensch in Giraudouxs Werk wird zu einer Seltenheit in der modernen Literatur: zum Verkünder und Darsteller positiver Lebensanschauungen", schrieb seine Biografin Gertrud Mauder. Seine Heiterkeit sei im Grunde nichts anderes als die Überwindung des Pessimismus durch die Kunst.
Regie: Alejandro Quintana
Bühnenbild: Lars Betko
Details zu: Die Irre Von Chaillot - Theater Heilbronn in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Kunst - Altes Theater Heilbronn
Details zu: Kunst - Altes Theater Heilbronn in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Nathan der Weise - Theater Heilbronn
Jerusalem zur Zeit des dritten Kreuzzuges: Der reiche Jude Nathan kehrt von einer erfolgreichen Geschäftsreise zurück. Da erfährt er, dass sein Haus gebrannt hat und seine Tochter Recha das Unglück nur wie durch ein Wunder überlebt hat. Ein christlicher Tempelherr, einer jener Kreuzritter, der Jerusalem für die Christen zurückerobern sollte, rettete das Mädchen aus den Flammen. Doch als Nathan ihm persönlich danken möchte, reagiert der schroff. Er möchte als christlicher Tempelritter nicht mit einem Juden verkehren. Doch da er ein feinsinniger, kluger Mann ist, verschliesst er sich immer weniger Nathans Argumenten, dass sie beide ebenso wie die anderen Christen und Juden doch in erster Linie Menschen seien und dann erst Angehörige einer Religion. Als der Tempelritter dann auch noch Recha wiedertrifft, verliebt er sich sofort und hält bei Nathan um ihre Hand an. Doch warum weicht Nathan ihm da aus? Daja, das Dienstmädchen des Juden steckt ihm schliesslich, dass Recha nur die angenommene Tochter Nathans und eigentlich auch Christin sei. Eine Tatsache, die den Tempelherrn zutiefst empört und die er seinem geistlichen Oberhaupt, dem Patriarchen zuträgt. Für den steht auf diesen "Raub" eines Christenkindes aus der religiösen Gemeinschaft ganz klar die Todesstrafe: "Der Jude wird verbrannt."
Als Gotthold Ephraim Lessing 1779 seinen "Nathan" schrieb, verlegte er damit den Streit um die Bedeutung der Religion ins Theater. Gerade hatte ihm der Braunschweiger Herzog verboten, weiter seine Polemiken gegen den Hamburger Hauptpastor Goeze zu veröffentlichen, welche die kirchlichen Würdenträger so tief empörten. Lessing vertrat mit spitzer Feder und grosser Vehemenz die Ansicht, dass die wahre Religion nicht im Bekenntnis zu kirchlichen Lehren, sondern in der praktischen Nächstenliebe bestünde. Die institutionalisierte Lehre stünde einzig im Interesse der Machtausweitung der Kirche.
Sein Nathan, den alle nur "den Weisen" nennen, ist mehr als die Gestalt gewordene Idee von Vernunft, Toleranz und Nächstenliebe. Er ist vor allem ein Mensch, der in seinem Leben geliebt und gelitten hat, und den seine ganz persönlichen Erfahrungen zu der Überzeugung gebracht haben, die er mit Leib und Seele vertritt. Das Theater Heilbronn will mit dieser Nathan-Inszenierung keine Ideologien, sondern lebendige Menschen mit all ihren Leidenschaften und komplizierten Verstrickungen auf die Bühne bringen. Die Aktualität dieses Stoffes liegt in diesen Zeiten des ausgeprägten religiösen Fanatismus auf der Hand.
Inszenierung: Alejandro Quintana
Bühnenbild: Lars Betko
Details zu: Nathan der Weise - Theater Heilbronn in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Hikikomori - Theater Heilbronn
Für Menschen ab 12 Jahren
Seit acht Jahren hat H. sein Zimmer nicht mehr verlassen. Er ist das, was man in Japan einen Hikikomori nennt, also ein Mensch, der sich freiwillig in seinen vier Wänden einschliesst und den Kontakt zur Aussenwelt auf ein Minimum reduziert. Sein einzige Verbindung nach draussen ist der Internet-Chat. Warum er sich so völlig zurückzog, daran kann H. sich gar nicht mehr erinnern. Er war ein völlig unauffälliger Schüler, hat ein Architekturstudium begonnen, liebte ein Mädchen mit roten Haaren, das ihn nicht beachtete und ist dann von einem Tag zum anderen nicht mehr raus gegangen. Das Essen stellt ihm die Mutter vor die Tür. Er hatte die Nase voll vom ewigen "Du musst", wollte nicht mitmachen bei der Jagd nach dem besten Job, dem grössten Auto, der schönsten Frau - das jedenfalls teilt er Rosebud mit, einem Mädchen, das er im Chat kennen lernt und die ihn wieder zum Träumen bringt. Eines Tages möchte Rosebud ihm unbedingt in die Augen schauen.
Mindestens eine Million Hikikomori soll es in Japan geben, aber dieser Rückzug in die selbstgewählte Isolation oder die Flucht in virtuelle Welten ist kein japanisches Problem. Holger Schober, 1976 in Graz geboren, beschreibt in diesem Stück die Situation von jungen Leuten, die ein selbständiges Leben beginnen sollen. An dieser Schwelle sehen sie sich konfrontiert mit Erwartungen der Eltern, mit gesellschaftlichen Normen, die zunehmend von materiellen Kriterien bestimmt sind. Die Angst zu versagen, aber auch die Unfähigkeit, sich den Mühen und Unannehmlichkeiten des Lebens zu stellen, führt zu ganz unterschiedlichen Reaktionen und immer öfter zum Ausknipsen der Realität.
Inszenierung: Nils Brück
Details zu: Hikikomori - Theater Heilbronn in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Die Schneekönigin - Theater Heilbronn
Details zu: Die Schneekönigin - Theater Heilbronn in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Candlelight - Theater Heilbronn
Details zu: Candlelight - Theater Heilbronn in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
The Opposite Sex - Theater Heilbronn
Mark kommt viel zu spät und ziemlich angeheitert von einem Geschäftsessen nach Hause. Seine Frau Vicky tobt vor Wut, denn sie ist überzeugt, dass ihr Mann sich mit einer anderen vergnügt hat. Statt ihm das Abendessen zu servieren, schmeisst sie es ihrem Mann an den Kopf. Und ist dann peinlich berührt, dass die Avon-Beraterin, die sich für diesen Abend angesagt hatte, Zeugin des Ehekrachs wird. Da erkennt Mark in der Vertreterin seine alte Flamme Judith wieder, die er nie vergessen konnte. Weil sein eigenes Eheleben mehr anstrengend als alles andere ist, will er die Leidenschaft mit Judith wieder entfachen. Er lädt sie und ihren Mann zum Essen ein, nicht ahnend, dass seine Frau und Judiths Mann auch alte Bekannte sind.
"The Opposite Sex" (was übersetzt soviel wie "Das andere Geschlecht" bedeutet) ist eine deftige Komödie über Seitensprünge und ihre Folgen. Die zwei Ehepaare durchleben eine heisse, aber auch erhellende Nacht. Und das Publikum erfährt, warum Eifersucht mitunter den Verstand benebelt, und dass Männer es beim Fremdgehen viel schwerer haben als Frauen.
Regie: Carsten Knödler
Ausstattung: Thomas Pekny
Details zu: The Opposite Sex - Theater Heilbronn in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Hägele U. Co. - Theater Heilbronn
Der Haussegen bei Familie Hägele hängt bedrohlich schief. Hermann, 54 Jahre alt, verlor wegen eines Bandscheibenvorfalls seinen Job als Dachdecker und seine Frau ernährt nun allein die Familie. Als wenn das nicht schon genug am Selbstbewusstsein eines Mannes kratzen würde, trifft seine Helene sich nun auch noch mit einem fremden Mann. Hermann schwankt zwischen Selbstmitleid und Wut und hat nicht mal Ohren für seine Tochter, die auch ein Riesenproblem mit sich herum schleppt. Da weckt ausgerechnet die etwas altjüngferliche Nachbarin Frau Wolff, die niemand so recht mag, neuen Tatendrang in Hermann. Die alte Dame hat ein Haus geerbt und will es jetzt verkaufen. Der "Immobilienmafia" traut sie nicht und bittet Hermann Hägele, ihr zu helfen. Der findet so viel Spass daran, dass er eine Geschäftsidee entwickelt und kurzerhand das Immobilienbüro Hägele & Co gründet. Damit wird er es seiner Frau, ihrem Liebhaber und überhaupt allen zeigen. Doch der Weg in die Selbständigkeit wird noch komplizierter als es ohnehin schon ist, wenn einem ständig andere mit ihren Problemen in die Quere kommen, so wie der knurrige Schwiegervater Ludwig und der neue Nachbar Harry, der garantiert vom anderen Ufer kommt, wie Frau Wolff beobachtet hat...
Regie: Werner Assam
Ausstattung: Barbara Krott
Gastspiel der Komödie im Marquardt, Stuttgart
Details zu: Hägele U. Co. - Theater Heilbronn in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Shakespeares Sämtliche Werke (leicht Gekürzt) - Theater Heilbronn
Um Shakespeares sämtliche Stücke aufzuführen, bräuchte man je nach Inszenierung eine Zeit zwischen 120 und 150 Stunden. Rund zwei Stunden dauert hingegen die Fassung, welche die Amerikaner Adam Long, Daniel Singer und Jess Winfield aus sämtlichen Tragödien, Komödien und Königsdramen des Grossmeisters der englichen Dramatik erarbeitet haben: Shakespeares sämtliche Werke. Gespielt von drei Schauspielern, könnte man noch ergänzen. Denn nur drei Darsteller spielen sich durch die Hauptrollen sämtlicher Stücke von "Romeo und Julia" bis "Hamlet". Seit seiner Uraufführung 1987 in Edinburgh ist dieses Stück in England Kult. Es hat seitdem seinen Eroberungszug über die Bühnen der ganzen Welt angetreten und ist spätestens seit seiner deutschsprachigen Erstaufführung 1997 in Essen aus den deutschen Theatern nicht mehr wegzudenken.
Der Spass besteht nicht nur darin, wie die drei Darsteller virtuos von einer Figur in die nächste springen. Es ist auch äusserst amüsant, die grossen, bedeutungsschweren Sätze Shakespeares und bekannte Sentenzen in einem anderen Zusammenhang zu hören und zu sehen und zu erleben, mit welcher Unverfrorenheit die grossen Stoffe in heutige Alltäglichkeiten übersetzt werden. Diese humorvolle Hommage an den grossen Dramatiker bietet die Chance, Theaterfreunde und Theatermuffel zu einer grossen friedlichen Fangemeinde der rasanten Schauspielkunst zu vereinen.
Regie: Matthias Brenner
Ausstattung: Nicolaus-Johannes Heyse
Gastspiel des Württembergischen Landestheater Esslingen
Details zu: Shakespeares Sämtliche Werke (leicht Gekürzt) - Theater Heilbronn in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Die 39 Stufen - Theater Heilbronn
Deutsch von Bernd Weitmar
London 1935. Der sympathische Filou Richard Hannay lernt in einer Show des sagenhaften Gedächtniskünstlers Mr. Memory die junge, hübsche Annabella kennen. Sie scheint sich vor jemandem zu fürchten und bittet Hannay, ihr für die Nacht Asyl zu gewähren. In seinem Apartment gesteht sie ihm, Geheimagentin zu sein, die nun selbst von gefährlichen Spionen aus dem Ausland verfolgt wird. Deren Anführer sei ein Mann mit einem Dutzend Identitäten, der aber ein unverkennbares Merkmal hat - ihm fehle ein Stück vom kleinen Finger. Ob Hannay je von den "39 Stufen" gehört habe? Dieser weiss nicht recht, was er davon halten soll. Nachts jedoch findet er Annabella tot. In ihrem Rücken ein Messer. In ihrer Hand eine Karte von Schottland mit einem markierten Ort. Richard Hannay flieht und ist nun Jäger und Gejagter. Von der Polizei als vermeintlicher Mörder Annabellas verfolgt, begibt er sich selbst auf die Suche nach dem mysteriösen Spion mit dem verstümmelten Finger.
"Die 39 Stufen" nach dem Roman von John Buchan waren einer der frühen Filme von Alfred Hitchcock. Er gilt bis heute als Meisterwerk des humorvollen Thrillers. Die Bearbeitung für die Bühne steht dem Film an verschlagenem Witz, Spannung und Nervenkitzel nicht nach. Die Handlung ist raffiniert, die Dialoge sind intelligent und trotz des düsteren Stoffes bisweilen äusserst amüsant. Der Reiz, diesen Filmklassiker auf die Theaterbühne zu bringen, besteht vor allem in seiner Slapstick-Komik, die ein Fest der Schauspielkunst erwarten lässt.
Inszenierung: Martina Eitner-Acheampong
Musik: Gregor Hengesbach
Details zu: Die 39 Stufen - Theater Heilbronn in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Verklärte Nacht - Theater Heilbronn
In diesem Projekt steht das Lebensgefühl der Menschen in der gesellschaftlichen Umbruchszeit zwischen 1900 und 1914 im Zentrum und damit ein Komponist, der diese Phase der Umwertung aller Werte und der damit einhergehenden Verunsicherung wie kein anderer musikalisch zu beschreiben wusste: Arnold Schönberg. Zwei Meilensteine seines Schaffens werden für diesen Abend in Szene gesetzt. Sein Opus 4 aus dem Jahre 1899 "Verklärte Nacht" - ein zutiefst romantisches, eingängiges Werk für Streichorchester, das Schönberg nach dem gleichnamigen Gedicht von Richard Dehmel komponierte. Der Komponist, der als Schöpfer der 12-Ton-Technik in die Musikgeschichte eingehen sollte, stand hier noch ganz unter dem Einfluss von Wagner und Brahms. Dennoch zeichnete sich bereits ab, was sein ganzes weiteres Schaffen bestimmen sollte: Er wollte extreme Seelenzustände von Menschen in seiner Musik widerspiegeln. Zu erleben ist eine nächtliche Waldszene mit einem Liebespaar. Die Frau steht unter grosser Anspannung, denn sie erwartet ein Kind von einem anderen und weiss nicht, was nun aus ihrer neuen Liebe werden soll. Sehr genau lässt sich die Situation dieser Nacht in der genialen Musik Schönbergs verfolgen.
13 Jahre später schrieb Schönberg seine "Dreimal sieben Melodramen des Pierrot lunaire", die als Meisterwerk des 20. Jahrhunderts gelten und stilistisch einen völlig neuen Weg einschlugen. Auch hier dienen Verse als Vorlage, die "Pierrot lunaire"- Gedichte des Belgiers Albert Giroud. Pierrot, die weissgesichtig-maskenhafte, melancholisch-ängstliche Gestalt, ist die Schlüsselfigur des Fin de siécle. Schönberg suchte in dieser Zeit nach neuen Ausdrucksformen, die vor allem eins sein sollten: wahrhaftig. Die Kunst durfte für ihn keine Kosmetik zur Verhüllung der Wirklichkeit sein, sondern unmittelbarer Ausdruck sinnlicher und seelischer Bewegung. Dafür befreite sich Schönberg von den zwingenden Floskeln der traditionellen Harmonielehre. Das zerbrechende tonale System entspricht der desolaten Weltordnung. Der von Wahngespinsten gepeinigte Pierrot ist Sinnbild der Unsicherheiten und instinktiven Ängste der Menschen vor kommendem Unheil, die vielleicht spürten, dass die Welt dabei war in einen grossen Krieg hineinzutaumeln.
Eingang in diesen Musiktheaterabend werden auch Gestaltungselemente der Literatur, der Malerei und der darstellenden Kunst des Fin de siécle finden, die es erlauben, einzutauchen in diese Zeit bahnbrechender kultureller Umgestaltung.
Musikalische Leitung: Ruben Gazarian
Regie: Christian Marten-Molnár
Ausstattung: Nikolaus Porz
Eine Koproduktion mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn
Details zu: Verklärte Nacht - Theater Heilbronn in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Orphee Et Eurydice - Theater Heilbronn
Musik von Christoph Willibald Gluck
Die Geschichte von Orpheus und Eurydike kreist um den Mythos von der einen, alle Grenzen überschreitenden Liebe: Ein grausames Geschick hat dem Sänger Orpheus die heissgeliebte Gattin Eurydike entrissen. Sie ist tot, seither ist Wehklagen an die Stelle seines Gesanges getreten. In wilder Verzweiflung fasst er den Entschluss, Eurydike aus dem Reich der Toten zurück zu holen. Die Götter sind gerührt von seiner Treue und erlauben ihm, in die Unterwelt hinabzusteigen, um sein geliebtes Weib wieder heraufzuholen. Die einzige Bedingung: Er darf sie auf dem gesamten Weg nicht einmal anschauen bis sie die Oberwelt erreicht haben und er muss dieses Gebot beharrlich verschweigen. Mit seinem Gesang besänftigt Orpheus den wilden Höllenhund und zwingt auch die Geister des Schattenreiches, Eurydike wieder herauszugeben. Die ist aber sehr befremdet vom Verhalten ihres Mannes - kein Blick, kein Wort. Eurydike hält diese scheinbare Nichtachtung durch ihren Mann nicht aus ...
1762 uraufgeführt, war diese Oper von Christoph Willibald Gluck ein Politikum. Gluck wollte das Theater für neue Publikumsschichten öffnen, die Oper sollte nicht mehr allein der Hofgesellschaft vorbehalten sein. Er stellte die alte barocke Oper mit ihren endlosen Arien, graziösen, aber leblosen Verzierungen, den affektierten Figuren und schwer durchschaubaren Geschichten in Frage. Er wollte eine klare Handlung, glaubhafte Menschen mit wahren Gefühlen, die natürlich singen, auf die Bühne bringen. Das Spannende an "Orpheus und Eurydike" ist, dass man die einschneidende Reform in genau dieser Oper miterleben kann. Zunächst bewegen sich Orpheus und Eurydike zwischen den Mitteln der barocken und der zeitgenössischen Oper hin und her bis Gluck diese Ambivalenz schliesslich aufhebt. Zwei Menschen, die miteinander leben ohne sich in die Augen sehen zu dürfen, tragen offen ihren Konflikt aus: Warum liebst du mich nicht mehr? Sprichst du nicht mehr mit mir? - Hier fand Gluck eine atemberaubende neue Ausdrucksform: das bürgerliche Trauerspiel in Musik.
Musikalische Leitung: Olaf Storbeck
Regie: Elisabeth Stöppler
Ausstattung: Nicole Pleuler
Gastspiel des Staattheater Oldenburg
Details zu: Orphee Et Eurydice - Theater Heilbronn in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Les Ballets C. De La B.: Pitié !
Der Belgier Alain Platel feiert mit seiner 1984 gegründeten Compagnie Les Ballets C. de la B. einen internationalen Erfolg nach dem anderen. 2004 erhielt er den Europäischen Theaterpreis für sein Lebenswerk. Platels Stücke zeichnen sich durch einen besonderen Blick auf die Welt aus, sie sind philosophisch, voller Humor, emotionaler Extreme und einer tief empfundenen Humanität. Seit zwei Jahren arbeitet Platel mit dem Komponisten Fabrizio Cassol und dem Trio Aka Moon zusammen.
"pitié !" - (Erbarmen) nach der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach - feierte im Rahmen der Ruhrtriennale in Bochum seine Weltpremiere. Bachs Meisterwerk hat die Leidensgeschichte Jesu Christi in erhabene Musik übertragen. Cassol adaptierte Bachs Musik und schrieb eine neue Geschichte. In deren Zentrum steht der Schmerz der Mutter über die Opferung ihres Kindes, für dass sie ihr Leben geben würde, um es zu retten. Eine der bekanntesten Arien der Matthäus-Passion "Erbarme dich" ist der Ausgangspunkt für "pitié !". Reicht unsere Fähigkeit zum Mitgefühl über Mitleid hinaus? Wofür würde man sein eigenes Leben opfern? Diesen Fragen spürt Platel in einem langen, intensiven Probenprozess mit seinen Tänzern nach. Wie in all seinen Arbeiten geht von ihm die Inspiration aus, die von den Tänzerinnen und Tänzern, allesamt starke Persönlichkeiten ganz unterschiedlicher Herkunft und Erfahrung, mit Leben erfüllt wird. Platel lockt sie in die absolute emotionale und körperliche Verausgabung und fädelt die tänzerischen Bekenntnisse seiner Compagnie wie Perlen auf eine Schnur.
Details zu: Les Ballets C. De La B.: Pitié ! in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Faust I - Theater Heilbronn
"Die Deutschen sind übrigens wunderliche Leute", sagte Goethe im Jahre 1827 zu seinem Sekretär Eckermann. "Sie machen sich durch ihre tiefen Gedanken und Ideen, die sie überall suchen und überall hineinlegen, das Leben schwerer als billig... Da kommen sie und fragen, welche Idee ich in meinem ,Faust´ zu verkörpern gesucht. Als ob ich das selbst wüsste und aussprechen könnte! Vom Himmel durch die Welt zur Hölle - das wäre zur Not etwas; aber das ist keine Idee, sondern der Gang der Handlung. Und ferner, dass der Teufel die Wette verliert und dass ein aus schweren Verirrungen immerfort zum Besseren strebender Mensch zu erlösen sei, das ist zwar ein wirksamer, manches erklärender guter Gedanke, aber es ist keine Idee, die dem Ganzen und jeder einzelnen Szene im Besonderen zugrunde liegt. Es hätte in der Tat ein schönes Ding werden müssen, wenn ich ein so reiches, buntes und so höchst mannigfaltiges Leben, wie ich es im ,Faust' zur Anschauung gebracht, auf die magere Schnur einer einzigen Idee hätte reihen wollen".
Und so ist dieses grosse Weltgedicht, an dem Johann Wolfgang von Goethe sein Leben lang gearbeitet hat, auch 200 Jahre nach seiner Uraufführung voller Zauber, sprachlicher Schönheit und zu ergründender Tiefe. Immer und immer spiegeln sich darin die ewigen Fragen des rastlos tätigen, strebenden, sehnsüchtigen Menschen.
Regie: Alejandro Quintana
Bühnenbild: Lars Betko
Details zu: Faust I - Theater Heilbronn in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
In Seiner Frühen Kindheit ein Garten - Theater Heilbronn
Bühnenfassung Christian Marten-Molnár und Axel Vornam
Er gehört zu den angesehenen Persönlichkeiten seiner mittelgrossen, westdeutschen Heimatstadt - Richard Zurek, der ehemalige Rektor des Gymnasiums. Durch seine Hände gingen Generationen von Heranwachsenden, die Schule erwarb unter seiner Leitung einen hervorragenden Ruf. Mit Überzeugung vermittelte er den Schülern die Werte der bundesdeutschen Demokratie. Da macht ausgerechnet eines seiner drei Kinder, sein mittlerer Sohn Oliver, Schlagzeilen als bundesweit gesuchter, gefährlicher Terrorist. Zu einem riesigen Skandal kommt es, als Oliver bei einem Schusswechsel mit dem Bundesgrenzschutz im mecklenburgischen Kleinen ums Leben kommt. Selbstmord - so lautet die offizielle Darstellung. Doch damit stimmen weder die Zeugenaussagen noch die Beweise überein. Die Politik gerät unter Druck. Der Innenminister und der Generalbundesanwalt treten zurück. Dennoch verschwinden Beweismittel und das Ermittlungsverfahren wird eingestellt.
Richard Zurek, der bislang zutiefst vom deutschen Rechtstaat überzeugt war, macht sich auf die Suche nach der Wahrheit. Was ist wirklich geschehen an jenem Tag, als sein Sohn das Leben verlor? Warum ist dieser Junge, der doch die gleiche Erziehung wie seine Geschwister genoss und gemeinsam mit ihnen seine Kindheit im idyllischen Garten hinterm Haus verbrachte, in den Untergrund gegangen? Je weiter Zurek den Spuren seines Sohnes folgt, desto mehr verändert er sich selbst und wandeln sich die Werte, die ihm bis dahin heilig waren.
Regie: Axel Vornam
Ausstattung: Tom Musch
Details zu: In Seiner Frühen Kindheit ein Garten - Theater Heilbronn in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Der Streit - Theater Heilbronn
Zwischen dem Fürsten und seiner Geliebten Hermiane ist ein heftiger Streit entbrannt: Welches Geschlecht neigt wohl mehr zur Untreue in der Liebe - die Männer oder die Frauen? Gegen die Meinung des ganzen Hofes behauptet Hermiane, dass selbstverständlich die Männer die Unbeständigeren seien, weil die natürlichen Eigenschaften des weiblichen Geschlechts wie Schamhaftigkeit und Schüchternheit so etwas gar nicht zuliessen. Der Fürst würde ebenfalls die Hand nicht für die Herzen der Männer ins Feuer legen, behauptet er nicht ohne Ironie, ausgenommen sein eigenes, das er einer so grossartigen Frau wie Hermiane geschenkt hat. Klarheit verspricht er sich von einem Experiment, dessen Grundstein vor zwei Jahrzehnten sein Vater gelegt hat: Sechs Säuglinge, drei Knaben und drei Mädchen, wurden jedes ganz für sich allein im Wald aufgezogen. Nun, da sie sich allesamt zu schönen, jungen Erwachsenen entwickelt haben, werden sie freigelassen und dürfen sich begegnen - mal sehen, was sich in Sachen Liebe und Treue tut.
Marivauxs Komödie aus dem Jahre 1744 bringt die uralten, immer gleichen Mechanismen in den Liebesdingen zwischen Mann und Frau auf äusserst amüsante Weise auf einen einfachen Nenner: Laster und Tugenden - beide Seiten besitzen sie gleichermassen. Aber wie er diese naiven jungen Menschen das ganze Spiel von Balzverhalten, Konkurrenz, Eifersucht, Besitzanspruch, Verlangen nach immer Neuem durchleben lässt - das ist wunderbares, ewig aktuelles Theater.
Inszenierung: Milena Paulovics
Ausstattung: Klaus Noack
Details zu: Der Streit - Theater Heilbronn in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Angst Essen Seele auf - Theater Heilbronn
"Immer sagt man 'aber' im Leben. - Aber und alles bleibt beim Alten", sagt Emmi, die in die Jahre gekommene, verwitwete Putzfrau. Diesmal jedoch lässt sie sich nicht von einem "Aber" davon abhalten, das zu tun, was das Herz ihr befiehlt. Sie nimmt Salem mit nach Hause und in ihr Leben, diesen Gastarbeiter aus Marokko. Das Reden mit ihm tut so gut. Und auch er, der wesentlich jüngere Mann fühlt sich wohl bei Emmi. Sie ist nett zu ihm und behandelt ihn nicht wie einen Hund - so wie er es sonst erlebt in Deutschland. Die Einsamkeit treibt die beiden zusammen. Auch wenn die Stimmung der Nachbarn, der Kollegen und der Kinder Emmis immer feindseliger wird, heiraten die beiden. Doch der soziale Druck, dem das ungleiche Paar ausgesetzt ist, wird immer grösser...
"Angst essen Seele auf", der Film von Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahre 1974, gilt als einer der wichtigsten und besten Streifen, die je in Deutschland gedreht wurden. Der Titel ist heute zum geflügelten Wort geworden. Entstanden ist er zufällig durch eine Äusserung des Hauptdarstellers El Hedi Ben Salem. Die Bühnenfassung ist nicht minder intensiv, zieht den Zuschauer ganz nah an die handelnden Personen, zwingt förmlich zum Nachdenken über die eigene Lebenswelt. Die beschriebenen Konflikte zwischen vertraut und fremd, alt und jung, zwischen eigenem Glücksanspruch und den Erwartungen der anderen - die sind ewig neu. Das Glück ist nicht immer lustig.
Inszenierung: Esther Hattenbach
Ausstattung: Geelke Gaycken
Details zu: Angst Essen Seele auf - Theater Heilbronn in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Auf Hoher See
Details zu: Auf Hoher See in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Klamms Krieg - Theater Heilbronn
Als Lehrer Klamm die Klasse betritt, begegnet ihm eisiges Schweigen. Seine Schüler haben ihm den Krieg erklärt, sitzen nur noch stumm in seinem Unterricht. Sie geben ihm die Schuld am Selbstmord eines Abiturienten. Weil ihm ein Punkt fehlte, hat er das Abitur nicht geschafft. Und Klamm war der Lehrer, der ihm diesen Punkt verweigert hat. Deutsch-Lehrer Klamm ist ein Pauker von altem Schrot und Korn. Er weiss unglaublich viel über Literatur, ist penetrant pflichtbewusst. Er verabscheut Kollegen, die fern vom Berufsethos vor der Klasse nur ihren Job tun. Und er verlangt Leistung von seinen Schülern. Schliesslich wird ihnen später auch nichts geschenkt. Er sieht sich nicht Schuld am Selbstmord des Schülers. Mit allen Mitteln versucht er das Verständnis der Schüler zu gewinnen. Mit Belohnung, Bestechung, Bestrafung.
Bereits 1996 schrieb Kai Hensel dieses Einpersonen-Stück. Seit dem Amoklauf von Erfurt wird es an vielen deutschen Bühnen gespielt. Es provoziert Fragen, die weit tiefer als PISA die Ursachen der deutschen Bildungsmisere berühren. Reicht es, wenn Lehrer fachlich perfekt sind? Müssen sie nicht auch menschlich gut drauf sein? Und wie ist es mit den Schülern? Inwieweit sind sie bereit, zu arbeiten und nicht nur gute Bewertungen zu verlangen? Oder ist etwa der Leistungsdruck in der Schule noch grösser als später im Berufsleben? Welche Zwänge sind es, die einen Schüler in den Selbstmord treiben? Die Stärke des Stückes liegt darin, dass es keine Schuldzuweisungen gibt. Es fordert heraus, über all diese Fragen zu reden.
Inszenierung: Nils Brück
Ausstattung: Karoline Seidelmann
Details zu: Klamms Krieg - Theater Heilbronn in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn
Das Ist Esther - Theater Heilbronn
Es klingelt zur Unterrichtsstunde. Etwas verspätet betritt eine nervös wirkende 17-Jährige das Klassenzimmer. "Hy... ihr wartet auf Esther nicht wahr. Ja also, ich bin ihre Enkelin." Eigentlich sollte die Grossmutter Esther Bauer jetzt vor der Klasse stehen, so wie es schon unzählige Male getan hat. Sie ist eine der wenigen Jüdinnen in Deutschland, die den Holocaust überlebt hat, obwohl sie in vier Konzentrationslagern gewesen ist. Nun erzählt sie als Zeitzeugin der Jugend die Geschichte ihres Lebens und Überlebens. Doch an diesem Tag hat sie einen Schwächeanfall erlitten- immerhin ist sie schon 83 Jahre alt. Deshalb bittet sie ihre Enkelin Kate aus New York, die schon viele ihrer Auftritte miterlebt hat und die das Leben ihrer Grossmutter in- und auswendig kennt, schon mal anzufangen, damit die Schüler nicht warten müssen. Und Kate erzählt: Von der unbeschwerten Kindheit der Esther Bauer, die nur dadurch getrübt war, dass ihr Vater auch noch ihr Schuldirektor war und seine Tochter besonders streng behandelte. Sie berichtet von den Schikanen der Nazis gegen die Juden und dass die Familie ihrer Eltern Deutschland trotzdem nicht verliess. Sie erinnert an die erste grosse Liebe von Esther, die sie ausgerechnet im Ghetto Theresienstadt fand, als sie 18 Jahre alt war. Und sie rekonstruiert die unglaublich glücklichen Umstände ihres Überlebens...
In der Inszenierung wird viel historisches Faktenmaterial über das Leben der Juden in Heilbronn im Dritten Reich eingearbeitet werden.
Inszenierung: Elina Finkel
Ausstattung: Karoline Seidelmann
Details zu: Das Ist Esther - Theater Heilbronn in Heilbronn
Aufführung in: Heilbronn