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Schauspiel & Theater Magdeburg

Schauspiel & Theater in Magdeburg. Einen Überblick in Kurzform finden Sie hier: Schauspiel & Theater Übersicht
 
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Der Untergang Des Amerikanischen Imperiums - Theater Magdeburg

07.02.2009 Der Untergang des amerikanischen Imperiums: Deutschsprachige Erstaufführung eines Stücks von Denys Arcand

Je mehr über die Liebe geredet wird, desto mehr ist sie bereits verschwunden - oder durch Sex ersetzt: Vier Männer, vier Frauen, fast alle mittleren Alters, aus dem Milieu der örtlichen Universität, planen ein gemeinsames Wochenende auf dem Land. Intellektuell, abgeklärt und geistreich tauschen sie in den Stunden vor ihrem Zusammentreffen Anekdoten über sexuelle Eskapaden und erotische Abenteuer aus. Die Männer stehen hinter dem Herd, während die Frauen ihre Muskeln trainieren - der Geschlechterkampf bleibt unter sich, und man amüsiert sich prächtig auf Kosten der anderen. Doch als beim gemeinsamen Abendessen plötzlich Dianes ungehobelter Liebhaber Mario auftaucht, schleicht sich ein Misston in die Gespräche. Endgültig zerbricht der Anschein amouröser Leichtigkeit, als Dominique der Runde eröffnet, dass sie mit zwei der anwesenden Männer geschlafen hat - ein schwerer Schlag für Louise, die seit Jahren mit einem der beiden glücklich verheiratet ist ... Die Jungen fallen auf die Alten herein und halten es für Liebe, die Alten machen sich das Leben gegenseitig schwer und stehen trotzdem auf der Sonnenseite des Lebens: C´est la vie! These: Nie befassten sich die Römer der Antike so exzessiv mit ihrem Privat-, Sex- und Liebesleben wie unmittelbar vor dem Untergang des Imperiums. Was sagt das über den Zustand unserer heutigen erotikbesessenen Gesellschaft?

Der kanadische Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent Denys Arcand schaffte 1986 mit seinem Film "Der Untergang des amerikanischen Imperiums" den internationalen Durchbruch. Es folgten zahlreiche gefeierte Filme wie "Die Invasion der Barbaren", der 2004 mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Immer wieder gelingt es Arcand, uns mit Raffinesse und viel bösem Witz unsere Gesellschaftsspiele aus Betrug und Selbstbetrug vor Augen zu führen.

Regie: Peter Kube

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Liebe & Geld - Theater Magdeburg

14.12.2008 bis 31.01.2009 Liebe und Geld: Deutsche Erstaufführung eines Stücks von Dennis Kelly

David liebt seine Frau Jess, und Jess liebt David, mehr als Worte sagen können. Und doch liegt Jess eines Tages mit einer Überdosis Tabletten im Blut hilflos in der Wohnung, und doch holt David Wodka und flösst ihn ihr ein und lässt sie sterben. Mit ihr sterben 70.000 Pfund Schulden. Was war da für eine Leere in ihr, die er hätte füllen sollen? Ist es nicht faszinierend, dass wir alle aus einem uralten, überschweren toten Stern bestehen? Wir sind alle ein Teil voneinander. Aber was tun wir damit? Genügt es, ein normaler Mensch zu sein? Was ist unsere Verantwortung? Was ist unsere Aufgabe im Leben? Unsere Aufgabe ist es, Gewinn für unsere Firma und ihre Aktionäre zu erwirtschaften. Die schreckliche Angst, jeden Tag, bei der Arbeit oder sonstwo, durch Blut zu waten - das Blut derer, die nicht so hart gearbeitet haben, die nicht vorangekommen sind, die mühselig und beladen sind. Kann man glauben an Geld? Sind Mengen und Beträge und Sparen wirklich? Vielleicht ist das einzig Wirkliche, was du mit einem anderen menschlichen Wesen gemacht hast?

Der 1970 geborene Dennis Kelly studierte Drama und Theater am Londoner Goldsmiths College und wurde durch die Inszenierung seines Stücks "Schutt" im März 2003 am Wiener Burgtheater auch in Deutschland bekannt. Seine Figuren sind Menschen unserer Zeit; getrieben von der Sehnsucht nach Nähe, Zugehörigkeit und Anerkennung begeben sie sich in die Strudel einer zynischen Welt. Sie kämpfen, resignieren und gehen unter - aber sie versuchen, trotz allem standzuhalten.

Regie: Markus Dietz
Bühne und Kostüme: Ines Nadler

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Spuk in der Oper - Theater Magdeburg

18.01.2009 bis 26.01.2009 Spuk in der Oper - Theater MagdeburgSpuk in der Oper: Eine Musiktheater-Entdeckungsreise für Kinder ab 6 Jahren

Warum heisst die Oper "Oper"? Wie dick muss ein Sänger sein? Wozu braucht man Musik im Theater? Warum sind die Zuschauer alle so fein angezogen? Wo singt eine Kammersängerin? Wie hoch können Frauen überhaupt singen? Warum versteht man immer so schwer den Text? Berechtigte Fragen - auf geht´s zu den Antworten! In einem von Stephan Beer inszenierten Streifzug durchs Theater gehen Kinder dem Geheimnis Oper auf den Grund und begegnen dabei so manchem Kulissenzauber.

Musikalische Leitung: Tamás Molnár
Text und Regie: Stephan Beer


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Buddenbrooks - Theater Magdeburg

28.12.2008 bis 20.01.2009 Buddenbrooks - Theater MagdeburgBuddenbrooks: Thomas Manns "Buddenbrooks" in einer Dramatisierung von John von Düffel

Die Buddenbrooks sind eine angesehene Kaufmannsfamilie. Sie gehören dem patrizischen Bürgertum des 19. Jahrhunderts in der Hansestadt Lübeck an. Der wirtschaftliche Erfolg, die gesellschaftliche Anerkennung wie auch der familiäre Zusammenhalt bauen auf Ordnung, Disziplin und Leistung auf. Nach dem Tod des alten Konsuls übernimmt der älteste Sohn Thomas die Geschäfte und die Verantwortung für die Familientradition. Auch wenn es ihm nach aussen hin gelingt, das Ansehen der Familie zu einem Höhepunkt zu führen, ist der innere Auflösungsprozess nicht mehr aufzuhalten. Zunehmend zerbricht er an der selbstauferlegten Härte und an der Kluft zwischen dem eigenen Anspruch und dem sich real abzeichnenden Niedergang. Immer heftiger werden auch die Auseinandersetzungen mit dem Bruder Christian, der mit seinem Hang zur Hypochondrie und zum Umgang mit unbürgerlichen Theaterkreisen, vor allem aber wegen seiner sorglosen Geschäftsuntüchtigkeit zunehmend als Belastung empfunden wird. Auch der Schwester Tony gelingt es nicht, den Ansprüchen der Familientradition gerecht zu werden. Schon früh wird sie von den Eltern in eine unglückliche Ehe gedrängt, die nach kurzer Zeit scheitert - ebenso wie ihre zweite Ehe. Letztlich kann auch Hanno, der ersehnte Erbe und Stammhalter, die familiären Erwartungen nicht erfüllen. "Buddenbrooks" erzählt vom Niedergang einer Familie und eines Unternehmens im 19. Jahrhundert, dessen traditionellen Werte weder den Gesetzen eines verschärften Kapitalismus noch den Individualisierungsbestrebungen der Familienmitglieder standhalten können. Mit dem Blick auf das menschliche und wirtschaftliche Scheitern der Buddenbrooks an den Anforderungen einer neuen Zeit eröffnet sich zugleich ein faszinierender Blick auf unsere Gegenwart.

1929 wurde Thomas Mann für seine weltweit verlegten Romane und Erzählungen, besonders aber für "Buddenbrooks", mit dem Literaturnobelpreis geehrt. Der grossangelegte Gesellschaftsroman, 1901 erschienen, gehört bis heute zu seinen meistgelesenen Werken. Der Autor und Dramaturg John von Düffel hat ein Bühnenstück erarbeitet, das im Dezember 2005 am Hamburger Thalia Theater in der Regie von Stephan Kimmig mit grossem Erfolg uraufgeführt wurde. Düffel hat den knapp 800 Seiten umfassenden Jahrhundertroman stark verdichtet und erzählt in der Konzentration auf die drei Geschwister zugleich die Geschichte der gesamten Familie.

Regie: Wulf Twiehaus

"Besonders beeindruckend ist, mit welch minimalistischen, fast verblüffend einfachen und doch unglaublich wirkungsvollen Mitteln Regisseur Twiehaus die grossen Brüche in der Geschichte, wie Tod und Abschied, darzustellen weiss. Fazit des Abends: Wirklich grosses Theater!" (Magdeburger Sonntag)

"Gisela Hess behauptet mit dezenten schauspielerischen Mitteln besonders im ersten Teil die Noblesse einer Frau, die gegen eine Welt hält, welche alle Werte in Zahlen ummünzt. Susanne Krassas Toni gewinnt in der Szene mit Morten (Thomas Fritz Jung) und an den Tiefpunkten ihres Lebens in den Gesprächen mit dem Vater (Bernd Vorpahl), Bruder Tom und mit Schwägerin Gerda (Tabea Scholz) überzeugendes Profil und Tiefe". (Volksstimme)

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Brunch - Theater Magdeburg

07.12.2008 bis 18.01.2009 Brunch im Theater Magdeburg:

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Etwas - Theater Magdeburg

23.01.2009 bis 24.01.2009 Etwas:

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Warum? - Theater Magdeburg

14.02.2009 bis 24.05.2009 Warum?: Uraufführung eines Balletts von Mónica Runde

Die Wahrheit ist ein ganz besonderes Ding. Ein Ganzes wird sie nur aus vielen einzelnen Teilen - Details, Fragmenten, Schichten. Während viele nach ihr streben, ist sie für andere unerträglich. Sie wird zerlegt, bearbeitet, bekämpft, versteckt - und lässt sich doch kaum greifen oder gar festhalten. Wie lange kann man die Wahrheit in Leugnung, Zweifel oder Beschönigung einspinnen, bis sie sich letztendlich freisprengt? Oder ist das Leben tatsächlich "voll von Widersprüchen, und von jeder Wahrheit auch das Gegenteil wahr", wie es die Schriftstellerin Ricarda Huch beschrieb? Wo hört eine Schilderung, eine Darstellung, eine Erinnerung auf, subjektive Sichtweise zu sein, und wo beginnt die Lüge? Nur ein einziges Ereignis steht im Zentrum von »Warum?« - doch befragt man die Beteiligten, so erzählt jeder eine andere Geschichte, jeder eine andere Wahrheit ...

Mónica Runde, Tänzerin, Choreografin und Künstlerische Leiterin der renommierten preisgekrönten Company "10 & 10 danza", sorgte bereits beim Tanzfest 2008 mit ihrem Gastspiel für einen emotionalen Höhepunkt, bei dem sie dem Publikum "modernes Tanztheater der Sonderklasse präsentierte" (Magdeburger Volksstimme). Mit "Warum?" entwickelt Mónica Runde exklusiv für das ballett magdeburg einen Theaterabend in fernöstlich inspirierter Ästhetik, angeregt durch die filigran gesponnenen Geschichten aus japanischer Kunst und Literatur.

Choreografie und Inszenierung: Mónica Runde

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Orpheus und Eurydike - Theater Magdeburg

30.04.2009 bis 21.06.2009 Orpheus und Eurydike - Theater MagdeburgOrpheus und Eurydike: Oper in drei Akten von C. W. Gluck

Am Grab seiner jungen Frau Eurydike beklagt der Sänger Orpheus ihren Tod und fordert die Geliebte von den Göttern zurück. Diese senden Amor mit der frohen Botschaft, dass seine Treue sie gerührt habe und Orpheus in die Unterwelt hinabsteigen und Eurydike zurückholen könne - vorausgesetzt, er blicke sie dabei nicht an. Orpheus übersteht alle Gefahren der Unterwelt durch die Kraft seiner Musik, aber als er Eurydike in die Oberwelt zurückführt, versteht sie nicht, warum er sie dabei nicht ansieht ...

Der Orpheus-Mythos ist einer der beliebtesten Opernstoffe überhaupt - er lag schon der ersten Oper aus dem Jahre 1600 zu Grunde. Deshalb verwundert es nicht, dass der grosse Opernreformer Gluck 1762 für die erste Oper, mit der er sich aus den althergebrachten starren Formen der Opera seria befreite, diesen Stoff um die Macht der Liebe und der Musik wählte: "Ich setze mir vor, alle Missbräuche zu vermeiden, die in die italienische Oper durch die falsch angebrachte Eitelkeit der Sänger und die allzu grosse Nachgiebigkeit der Komponisten eingedrungen sind und die das schönste und prächtigste Schauspiel zur Lächerlichkeit herabgewürdigt haben", leitete sein Partner, der Librettist Calzabigi, diese wohl grundlegendste Reform in der Geschichte der Oper ein. Frei von strengen höfischen Formeln und handlungshemmenden Balletten kann sich das musikalisch-szenische Geschehen nun ganz auf die grossartige Liebesgeschichte, die Ängste und die Hoffnungen der beiden Protagonisten konzentrieren.

Musikalische Leitung: Alexander Steinitz
Regie: Andreas Kriegenburg
Bühne: Harald Thor

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Life After God - Theater Magdeburg

29.11.2008 bis 24.01.2009 Life After God - Theater MagdeburgLife After God: Deutschsprachige Erstaufführung nach den Erzählungen von Douglas Coupland
Deutsch von Ute Scharfenberg

Mit diesem Stück hat der kanadische Dramatiker Michael Lewis MacLennan die Erzählungen seines Landsmanne Douglas Coupland dramatisiert.

Regie/Bühne: Lukas Langhoff

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Die Möwe - Theater Magdeburg

09.12.2008 bis 07.01.2009 Die Möwe - Theater MagdeburgDie Möwe: Drama von Anton Tschechow

Jeden Sommer kehrt die Schauspielerin Arkadina auf das Familiengut in der Provinz zurück und erholt sich in dem kleinen Paradies am See von den Strapazen des Bühnenlebens. Diesmal bringt sie Trigorin mit, einen Schriftsteller von Renommee aus Moskau. Arkadinas Sohn Kostja, kürzlich aus nicht öffentlich diskutierten Gründen der Universität verwiesen, buhlt um die Aufmerksamkeit seiner Mutter mit eigener Kunst: er hat ein Theaterstück »neuer Form« geschrieben, das er mit seiner Freundin Nina heimlich geprobt hat und nun am See unterm nächtlichen Mond triumphal zum Erfolg führen möchte. Der Plan misslingt; Kostja verfehlt die Zustimmung seiner Mutter. Und er verliert Nina - wie seine Mutter wendet auch sie sich Trigorin zu, dem berühmten Nebenbuhler. Ein Versuch, sich umzubringen, beschert ihm für einen Moment die ersehnte Zuneigung der Mutter. Aber die Arkadina ist schon wieder in Abreise begriffen. Sie und Trigorin kehren als Paar zurück nach Moskau. Nina wird ebenfalls gehen. Sie wird das Gefängnis der Provinz und ihres Elternhauses verlassen, Trigorin in die grosse Stadt folgen und Schauspielerin werden - leben! Kostja bleibt auf dem Gut zurück. Zwei Jahre später ist aus Kostja ein einsamer junger Schriftsteller geworden. Als seine Mutter mit Trigorin für den Sommer aus der Stadt anreist, findet sich auch Nina zum ersten Mal seit ihrem Aufbruch wieder ein. Die alten Rituale des Sommers scheinen sich zu wiederholen, aber für die Jungen, für Nina und Kostja, hat das Leben seine Verheissung verloren ...

Der Arzt und Dramatiker Tschechow untersucht in der Zeit des grossen politischen und sozialen Umbruchs der russischen Jahrhundertwende und der 1905er Revolution in seinen Stücken mit der Liebe zugleich und dem analytischen Blick des Mediziners die komplizierten inneren Bewegungen und Lebensversuche der Menschen einer Wendezeit. Alle seine Figuren kämpfen mit der Sehnsucht, ihrer Zeit gerecht zu werden, Grosses und Gutes zu schaffen, sich als wahrhaftige Menschen zu erweisen, Erfolg zu haben, gesehen und geliebt zu werden wie sie sind. "Die Möwe" bedeutete den künstlerischen Durchbruch Tschechows; sie gehört zu den meistgespielten Werken Tschechows, der dieses wie alle seine Stücke als Komödie verstand.

Regie: Tobias Wellemeyer

"Welch ein verzweifelt schönes Bild der Vergeblichkeit! Jener Scheinwerfer, den Mascha am Anfang aus den Kulissen auf eine längst ausgeleuchtete Bühne schleppt, soll eigentlich nur die Szene für Kostjas Theaterstück beleuchten - und ist doch zugleich ein modernes Äquivalent zur Laterne des Diogenes. So nämlich, wie der griechische Philosoph die Athener mit kleinem Licht unter grosser Sonne anstrahlte, wird es an diesem Abend auch Tobias Wellemeyer halten. Das antike Bonmot ,Ich suche einen Menschen', könnte als Motto über seiner Inszenierung von Tschechows ,Möwe' am Theater Magdeburg stehen. Freilich bleibt es die wichtigste Verabredung dieser traurigen Komödie, dass sich alle Figuren wechselseitig blenden und ihr Gegenüber daher nicht erkennen können. Diese Einsicht sorgt in Magdeburg dafür, dass die Sympathie - also das Mitleid - gleichmässig verteilt wird, was zu einer unparteiischen Lesart führt. Den pathetischen Schulterschluss mit den Jungen versagt sich das Ensemble ebenso wie das larmoyante Einverständnis mit den Alten. Die Wahrheit, das Leben liegt in der leeren Mitte." (Mitteldeutsche Zeitung)


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Unser Halbes Leben - Theater Magdeburg

23.12.2008 bis 18.01.2009 Unser Halbes Leben: Schauspiel von John Mighton

Als Clara und Patrick einander begegnen, ist das der Beginn einer späten Liebe. Clara und Patrick sind über Achtzig, und ihr Zuhause ist ein Pflegeheim. Das grosse Gefühl lässt die zwei Alten ihre Gegenwart und auch ihre Vergangenheit ganz neu erleben. Auch Claras Sohn Donald und Patricks Tochter Anna entwickeln Sympathien füreinander. Mit Mitte Vierzig haben sie ihre hochfliegenden Lebenspläne gegen bescheidenere Entwürfe eingetauscht. Als Clara und Patrick ihre Liebe legalisieren lassen und heiraten wollen, verhindert Sohn Donald mit seinem vormundschaftlichen Veto die Verbindung und löst damit eine Kette von Ereignissen aus, die alle Beteiligten voneinander zu entfernen drohen.

Feinfühlig und psychologisch genau erzählt das Stück vom Leben seiner Protagonisten. Es mischt sich in den auf dringliche Weise aktuell gewordenen Generationendiskurs ein und stellt zugleich die Frage nach dem Zweck des einzelnen Lebens. Darüber hinaus setzt es sich mit der einzigartigen menschlichen Fähigkeit des Vergessens auseinander.

Mit Meike Finck, Gisela Hess, Susanne Krassa, Isolde Kühn, Franziska Melzer, Joachim Bachmann, Marcus Kaloff, Joachim Schlüter, Wolfgang Vogler, Hanns-Jörn Weber, Peter Wittig
Regie: Tobias Wellemeyer
Bühne: Iris Kraft

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Die Glasmenagerie - Theater Magdeburg

03.04.2009 Die Glasmenagerie: Schauspiel von Tennessee Williams

Amanda Wingfield lebt von ihren Erinnerungen: an früheren Glanz, an die zahlreichen Verehrer ihrer Jugend, an bessere Zeiten. Seitdem ihr Mann die Worte »Hallo - Lebt wohl!« auf eine Postkarte gekritzelt und sie verlassen hat, klammert sie sich an ihre Kinder: ihren Sohn Tom und die Tochter Laura. Tom hat auf seinen Traum, Schriftsteller zu werden, verzichtet, um als einfacher Lagerarbeiter den Unterhalt für alle zu verdienen. Nacht für Nacht flieht er die Enge und Trostlosigkeit der kleinen Familie, geht ins Kino, trinkt und streunt herum. Seine sensible Schwester Laura, seit Kindertagen durch eine Behinderung verunsichert, reagiert auf die Zumutungen des alltäglichen Lebens mit tiefer Aversion, ja körperlichem Versagen. Nach gescheiterten Anläufen, draussen Fuss zu fassen, hat sie sich fast vollkommen in ihre eigene Welt zurückgezogen. Nur den Figuren ihrer Glasmenagerie widmet sie sich mit inniger Hingabe. Amandas ganzes Hoffen und Sehnen geht da hin, einen Verehrer für ihre Tochter zu finden, einen Retter, der sie alle von Armut und der Eintönigkeit ihres Daseins erlöst. Eines Tages gibt Tom dem Drängen seiner Mutter nach und bringt einen Kollegen mit nach Hause. Und tatsächlich: in der Gegenwart des vitalen jungen Mannes blüht Laura, blühen alle auf. Doch der Abend nimmt eine unerwartete Wendung ...

Tennessee Williams schildert Menschen, die eingeklemmt sind zwischen Einstmalssehnsucht und Zukunftsangst. Er zeichnet eine Gesellschaft, in der die im Rennen um Wohlstand und Anerkennung Abgehängten sich eigene Orte der Schönheit und Poesie schaffen - Träume, Lügen, innere Welten. "Die Glasmenagerie" war für Tennessee Williams der Durchbruch als Dramatiker und der Beginn eines reichen dramatischen Schaffens, das zweimal mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet wurde.

Regie: Isabel Osthues
Bühne und Kostüme: York Landgraf

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Sterne Über Mansfeld - Theater Magdeburg

08.02.2009 Sterne Über Mansfeld: Stück von Fritz Kater (Armin Petras)

Das Mansfelder Land ist unsicherer Grund. Unzählige Stollen aus Jahrhunderten Kupferbergbau durchqueren den Boden. Die Stollen sind still gelegt, die Arbeit ruht - schon lange. »aber ist es nicht so dass jede übergangszeit anstrengend ist und dennoch neues bringt und uns zeigt wie reich das leben ist«, das sind die Worte des neuen Pastors aus dem Westen. Er ist in die einstige Hochburg der Protestanten gekommen, um die gottverlassene Gemeinde neu zu missionieren. Trost spenden seine Worte nicht. Die Menschen hier lassen sich nicht so einfach und halbherzig bekehren. Benjamin, der Rentner im Rollstuhl, hält trotzig an seiner DDR-Vergangenheit und seinem überdimensionalen Stalinbild fest. Betty, die Altenpflegerin, ist bemüht, ihrem Mann Tomas den Pragmatismus der Neuen Zeit beizubringen. Tomas erstickt in Schulden und plant, eine Go-Kart-Bahn mit Motocross zu eröffnen, aber eigentlich träumt er davon, wieder Rockmusiker sein, wie vor der Wende. Seine Tochter Janica sehnt sich danach, weit weg, in einer Metropole, Kunst zu studieren. Ihrem Onkel Christian will sie vorher noch zu einer Frau verhelfen; bislang tröstet sich der Polizist durch Muskelaufbau über die fehlende Liebe hinweg und sammelt das Licht der Sterne über Mansfeld. Isabell, die Frau auf der Suche nach Liebe, begegnet dem Pastor und stirbt. Der Pastor verschwindet. Er hinterlässt eine Welt in Einsturzgefahr.

Fritz Katers Stück erzählt liebevoll und unsentimental von Menschen, die in ihrer Heimat ortlos geworden, denen Vergangenheit und Utopie abhanden gekommen sind - die vor der grossen Aufgabe stehen, sich neu zu orientieren. Fritz Kater erhielt für seine Stücke zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis 2008 und den Dramatikerpreis 2003 der jährlich stattfindenden Mülheimer Theatertage, zu denen bislang fünf seiner Stücke eingeladen wurden.

Regie: Sascha Hawemann

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S*it Ore To Be Frank - Theater Magdeburg

13.02.2009 S*it or To Be Frank: Deutschprachige Erstaufführung eines Stücks von Brian Drader
Deutsch von Ute Scharfenberg

Frank ist ein bisschen durcheinander - kein Wunder, denn er ist vieles zugleich: ein Reisender zwischen Kindheit und Erwachsensein, der Sohn einer Patchworkfamilie, ein Schüler im Stress ... vor allem aber ist er verliebt in seine Kindheitsfreundin: Emma. Emma ist intelligent, taff, selbstbewusst und als Vorsitzende des Schülerrats auch Redakteurin der Schülerzeitung. Um ihr nah zu sein, hilft Frank ihr als Redaktionsassistent. Dabei macht er einen verhängnisvollen Fehler und setzt eine ganze Kette von prekären Verwicklungen in Gang. An ihrem Ende droht Emma ein Verweis von der Schule. Frank muss sich ins Zeug legen, er muss klug und erwachsen handeln, um seine Freundin zu retten. Und das, wo er sich die ganze Zeit so durch den Wind fühlt, dass er an sich selbst schier verzweifeln könnte ... Ein Stück über die erste Liebe, die beängstigenden und komischen Wirren des Heranwachsens - aber auch über die ganz grossen Fragen des Zusammenlebens, wie Integrität, Mut und persönliche Verantwortung, und über die Einübung von kritischem und ehrlichem Verhalten im Diskurs einer sozialen Gemeinschaft. Das Stück überzeugt nicht nur durch ein aus dem Leben gegriffenes Thema und ein gelungenes Happy-End, sondern auch durch eine warmherzige, genaue Beschreibung der Figuren und ihrer Träume und Nöte, treffende Dialoge und einen leichtgestimmten, humorvollen Ton.

Autor Brian Drader (*1960) wuchs in Manitoba und Winnipeg auf. Er studierte Wirtschaft und später Theaterwissenschaft. Nach einer erfolgreichen Karriere als Schauspieler für Bühne, Funk und Fernsehen wechselte er zum Stückeschreiben, ist aber nach wie vor auch als Schauspieler tätig. Seine Stücke erhielten zahlreiche Preise. Mit dem Stück des Kanadiers Brian Drader fügen wir unserer erfolgreichen kanadischen Erstaufführungsreihe eine weitere Entdeckung hinzu.

Regie: Nina Mattenklotz

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Schuld und Sühne - Theater Magdeburg

21.05.2009 Schuld und Sühne: Theater nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewski

Sankt Petersburg, um 1860: Rodion Raskolnikow, ein brillanter, wenn auch verarmter Jurastudent ist von der Idee besessen, dass es dem "grossen" Menschen erlaubt sei, "lebensunwertes" Leben zu vernichten, um »lebenswertem« Leben Raum zu schaffen. Er selbst hält sich für ein Genie, mindestens für einen neuen Napoleon! Mit ihm kommt seines Erachtens etwas Neues in die Welt, das ihn berechtigt, "sich selber sein Gesetz zu geben", das einen Gott unnötig macht. In der sargähnlichen Enge seiner Kammer wird ihm dieser Wahn zur Maxime, und er setzt sich das Ziel, einen perfekten Mord zu begehen. Er tötet eine alte Pfandleiherin - in seinen Augen Ungeziefer, da sie Geld hat, aber nichts damit anfängt. Doch Raskolnikow ist seiner Tat psychisch nicht gewachsen. Er fällt in ein fiebriges Delirium, und die nervliche Anspannung macht ihn fast wahnsinnig. Er ist nicht der Mensch ohne Gewissen, der er zu sein glaubte. Wenn es keinen Gott gibt, mag zwar alles erlaubt sein, aber kühler Verstand und Nützlichkeitsdenken beantworten nicht alle Fragen - das muss er nun erkennen. Zum Ausweg aus der grenzenlosen Einsamkeit, in die ihn seine Tat geworfen hat, wird schliesslich seine Liebe zur jungen Prostituierten Sonja, die sich für ihre Familie selbst aufopfert. Als gläubige Christin rät sie ihm, sich zu stellen, um für seine Sünden zu bezahlen. Sie lehrt ihn durch ihre Liebe, das Leiden anzunehmen, die Welt in ihrer Düsternis zu akzeptieren und sich auf die Suche nach Gott zu begeben.

"Schuld und Sühne" erschien 1866 und gilt vielen als der grösste Kriminalroman aller Zeiten. Im Spannungsfeld zwischen Gott, Geld und Liebe unterwirft Dostojewski seinen Helden einem einzigartigen Experiment. Wie weit trägt die Instanz des Gewissens, und was macht uns letztlich zu Menschen? Dostojewski zieht uns unaufhaltsam in den Sog seiner Erzählung und macht uns so unmerklich zu Komplizen des Mörders.

Der Regisseur Jan Jochymski zeichnet mit der Geschichte des Täters Raskolnikows das Bild einer Gesellschaft überflüssiger Individualisten auf der Suche nach Orientierung, die immer wieder an ihrem Selbstanspruch scheitern und für die der Ausnahmezustand der Krise zur Normalität wird, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint.

Regie: Jan Jochymski
Bühne, Kostüme und Video: Thilo Reuther

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Juli - Theater Magdeburg

24.04.2009 Juli Erzählung: Schauspiel von Iwan Wyrypajew

"Juli" ist die nicht-alltägliche Selbstauskunft eines nicht-alltäglichen Menschen, der mit merkwürdiger Klarheit über monströse Mord- und Kannibalismustaten fabelt, die er begangen hat - vielleicht auch nur begangen haben will? Er erscheint als die ruhende Mitte einer ausser Rand und Band geratenen, ins Rasen gekommenen Welt. Diesem Weltrasen begegnet er, indem er gottgleich, in einer Mischung aus Kaltblütigkeit und Gnadentum, ultimativen Stillstand verabreicht - durch Töten, Metzeln, Einverleiben. Er erlöst gleichsam die Guten und die Geschundenen und verhilft ihnen und ihren Seelen auf den Weg in Heil und Erlösung jenseits des irdischen Dramas. Die Erzählung befremdet, aber sie entfaltet eine berückende Logik. Mit seiner glühenden Begeisterung, seiner inneren Befreitheit von den Fesseln herkömmlicher Logik und gewöhnlicher Moral nimmt dieser Mensch sein Gegenüber gleichsam bei der Hand und führt ihn in eine Welt, in der eigene Gesetze - die ebenso irren wie in sich stimmigen Gesetze eines Erleuchteten - herrschen.

Der russische Dramatiker, Schauspieler und Regisseur Iwan Wyrypajew (*1974) wurde in Deutschland mit seinen Stücken »Sauerstoff« und »Valentinstag« bekannt. Seit 2001 arbeitet er in Moskau am Zentrum Neues Drama: teatr.doc. Seine Inszenierungen, Filme und Theatertexte wurden mehrfach zu internationalen Festivals eingeladen. "Juli" wurde in der Moskauer Uraufführung auf den Wiener Festwochen 2008 gezeigt.

Regie: Christoph Sommerfeldt

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Oscar - Theater Magdeburg

31.12.2008 Oscar - Theater MagdeburgOscar: Boulevardkomödie von Claude Magnier

Eine rasante Verwechslungskomödie, die tausend Haken schlägt und dabei ihre Figuren in irre Lebensnöte stürzt - besonders den Protagonisten, den schwerreichen Seifenfabrikanten und Familienvater Barnier. Er muss sich seines Mitarbeiters Albert Leroi erwehren, der ihn mit seinem unbedingten Heiratswillen geradewegs in die Katastrophe zu treiben droht. Denn Leroi hält um die Hand von Barniers Tochter an. Zuvor hat er sich, um eine bessere Partie zu sein, ausgiebig an Barniers Geschäftsgewinnen bedient - die er allerdings durch seine herausragende Neuerungs- und Marketingarbeit erst herausgewirtschaftet hat.

Was der ehrgeizige Leroi nicht weiss: die Tochter von Barnier, die er so gern heiraten will, ist gar nicht Barniers Tochter, sondern eine junge Fremde, die arm ist und sich den Namen des Seifenmoguls nur zugelegt hat, um Leroi zu imponieren. Wer sie wirklich ist, das stellt sich natürlich erst ganz zuletzt heraus. Die andere, die legitime Tochter von Barnier, ist in Oscar, den Chauffeur, verliebt; mit ihren eigenen Heiratsabsichten ist sie es, die die ersten wirklich schlimmen Verwicklungen in die Geschichte bringt.

Ausserdem mit von der Partie: drei identische Koffer, die, bestückt mit Schmuck bzw. Geldbündeln bzw. Damenunterwäsche, immerzu in falschen Händen landen, weggetragen und wieder errettet werden ... Ausreichend Anlässe für Barnier und Familie, wechselweise aneinander vorbeizureden, einander falsch zuverstehen, zu lügen, zu feilschen, Verrat zu üben, in Deckung zu gehen, nahezu ohnmächtig zu werden und bei alldem dennoch unerschütterlich an ein glückliches Ende zu glauben.

Regie: Peter Kube



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Die Leiden Des Jungen Werther - Theater Magdeburg

19.12.2008 bis 18.01.2009 Die Leiden Des Jungen Werther - Theater MagdeburgDie Leiden Des Jungen Werther: Nach dem gleichnamigen Briefroman von Johann Wolfgang von Goethe

Der junge Werther glaubt, in Lotte die Liebe seines Lebens gefunden zu haben. Leidenschaftlich, ja terroristisch stürzt er sich in eine schwärmende Traumwelt. Er lebt den Traum der Jugend vom Aufstand: gegen die Lethargie, das Mittelmass, die Konvention, die Moral - absolute Liebe gegen halben Kompromiss. Totale Selbstbezogenheit gegen Unterordnung. Heisse Leidenschaft gegen kalte Vernunft. Doch dem Sommer der Sehnsüchte und Hoffnungen folgt der Herbst der Enttäuschungen und des Todes. Immer verzweifelter versucht Werther, sich von dieser aussichtslosen Liebe zu befreien. Selbstmordphantasien, eine "Krankheit zum Tode", gewinnen Macht über ihn. Briefe an einen Jugendfreund dokumentieren Werthers letzte Lebensmonate.

Goethes Erstlingsroman von 1774 ist ein grenzenloser Rausch der Gefühle. "Die Leiden des jungen Werther" offenbart 230 Jahre später noch immer die Zerbrechlichkeit unserer Träume und die schmerzvollen Widersprüche, denen wir uns immer wieder aufs Neue stellen müssen.

Regie: Annette Pullen

",This is our time' singen Werther, Lotte und Albert, die Schwärmer, und Werther, der Connaisseur fügt hinzu ,... die reinen Freuden des Lebens`. Freuden, das schon. Doch stets gepaart mit Leiden. Wie heisst ein Schubert-Lied: Lachen und Weinen. So ist sie, romantische Sehnsucht, auch: romantische Erkenntnis. Frappierend, die Radikalität, mit der dies zu rabiat lauter Musik formuliert wird, glaubwürdig wirkt. Und selbst die Sprache ist kein Hindernis. Irgendwie schafft es die Inszenierung, beide Zeiten zusammenzuschweissen, in einem rasch pochenden Rhythmus, einen metallischen Klang, eine Melodie zu verknüpfen. Da ist Grosses geglückt." (Leipziger Volkszeitung)



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Kasimir und Karoline - Theater Magdeburg

22.12.2008 bis 16.01.2009 Kasimir und Karoline - Theater MagdeburgKasimir und Karoline: Volksstück von Ödön von Horvath

Ausgerechnet auf dem Oktoberfest, ausgerechnet da, wo das Leben bewegt und bunt und laut und so herrlich ist, brechen Kasimir und Karoline einander das Herz. Aus einem glücklichen Paar werden zwei Königskinder. Denn während Karoline fröhlich sein will, fühlt Kasimir sich traurig und einsam; gerade heute hat er seine Arbeit verloren. Verbittert stösst er seine Karoline von sich, und verbittert wendet die sich anderen Männern zu. Kasimir tröstet sich derweil mit Freunden, bis ihm das letzte Geld ausgeht. Noch einige Male begegnen sich die zwei sehnsuchtsverloren im Getümmel, doch ihre Momente enden ein um das andere Mal in Missverständnissen und Verletzungen. Für die echten Gefühle finden sie nur die falschen Worte. So treiben sie voneinander weg, in die Arme anderer Menschen ...

Ödön von Horvath schrieb die melancholisch-poetische Ballade von den Liebenden Kasimir und Karoline in der Zeit nach der Weltwirtschaftskrise von 1929. Als Chronist seiner Zeit führt er uns in eine Welt, in der die Sehnsucht nach einem besseren Leben all seine Figuren in ausweglose Situationen treibt. Selbst der Liebe wird misstraut, selbst dem Nächsten wird der Kampf angesagt. Alltagsprofanität und Sentiment decken die Gefühle zu - doch unter allem Ballast schimmern die verletzbaren, lebenden Seelen hervor.

Regie: Julia Hölscher


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Love Letters - Theater Magdeburg

23.12.2008 bis 09.01.2009 Love Letters - Theater MagdeburgLove Letters: Eine Liebesgeschichte von A. R. Gurney

Erzählt wird die Geschichte von Melissa und Andrew - und zwar in Briefen von der Schulkindzeit bis ins Erwachsenenleben: die Geschichte einer grossen Liebe. Intelligent, frech, zuweilen sarkastisch, aber auch gedämpft, zweiflerisch und melancholisch - so reflektieren Melissa und Andrew ihre Erlebnisse, ihre Gedanken, ihre Visionen. Melissa immer eine Spur selbstbewusster, ja aufrührerischer - Andrew vernünftig und ausgleichend. Er ist vielleicht für seine Laufbahn geboren, die eines Politikers; und sie für die einer Künstlerin. Sie ergänzen einander glänzend, in Gedanken und Gefühlen. Aber sie treffen unterschiedliche Lebensentscheidungen; nach der Schulzeit trennen sich ihre Wege unaufhaltsam. Das Hoffen auf den anderen und seine Antworten aber hört nie auf. Für einen Augenblick im Leben kommen Melissa und Andrew sogar zusammen. Doch am nächsten sind sie einander wohl in ihrem Briefwechsel, diesem ruppig-sehnsüchtigen Schlagabtausch zwischen ebenbürtigen Geistern.

Eine Liebesgeschichte in vielen vertrauten Situationen. Sie erzählt auch von ereignisreichen Jahrzehnten und den wechselhaften politischen, sozialen und geschichtlichen Erfahrungen einer amerikanischen Mittelschichtgeneration in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Eine gefühlvolle Erzählung von zwei Menschen, die nicht mit und nicht ohne einander sein können.

Regie: Matthias Brenner


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Voll Abgedreht! - Theater Magdeburg

16.12.2008 bis 23.01.2009 Voll Abgedreht! - Theater MagdeburgVoll Abgedreht!: Deutschsprachige Erstaufführung eines Stücks von Rex Deverell für Schüler ab 12 Jahren

Ein Klassenzimmer ist verwüstet worden. Jemand hat seine ganze Wut losgelassen, auf den Raum, die Stühle und das Mobiliar. Vier Freunde - zwei Mädchen, zwei Jungen - werden vom Schulleiter verantwortlich gemacht. Sie sollen sich beraten, einig werden und anschliessend den Schuldigen ausliefern. Doch der Schuldige ist nicht unter ihnen. Stattdessen versuchen die vier, den am meisten Verdächtigen unter ihren Mitschülern zu ermitteln. Allen ist schnell klar: Babs muss es gewesen sein, die Neue in der Klasse, die keiner mag, weil sie merkwürdig ist. Aber wie soll man auch die Schulleitung vom Offensichtlichen überzeugen? Man braucht Material, Argumente, klare Beweise, nach denen nur Babs die Schuldige sein kann. Die vier beginnen, Situationen zu sammeln, in denen Babs auffällig reagiert hat, »merkwürdig« eben; in denen sie selber Babs verletzt, verraten, provoziert oder benutzt haben. Dabei wird ihnen immer deutlicher bewusst, dass jeder von ihnen auf seine Art mitgeholfen hat, Babs zur Aussenseiterin zu machen. Wer ist nun schuld? Und was ist zu tun?

Das Stück des kanadischen Autors Rex Deverell erzählt von Mobbing, von Aussenseitertum und Anderssein und von individuellem Verhalten in "ganz normalen" Ausgrenzungssituationen. Szenen aus dem Schulalltag werden humorvoll und intelligent erzählt und offenbaren dabei emotionale Momente von grosser Kraft. Lachen und Nachdenken - das Stück hält beides bereit. Es ermöglicht eine gemeinsame Auseinandersetzung über die Dynamik von Ausgrenzungsverhalten und ermutigt junge Leute dazu, diese Dynamik zu durchbrechen.

Regie: Katharina Holler


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No Sex - Theater Magdeburg

05.12.2008 bis 27.01.2009 No Sex:

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Nachtcafé

26.11.2008 bis 31.12.2008 Nachtcafe:

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Der Kick - Theater Magdeburg

27.11.2008 bis 26.01.2009 Der Kick - Theater MagdeburgDer Kick: Von Andres Veil und Gesine Schmidt

Am 13. Juli 2002 wird der 17-jährige Marinus Schöberl im brandenburgischen Potzlow von seinem Freund Marcel, dessen älterem Bruder Marco und einem weiteren Gleichaltrigen stundenlang misshandelt und anschliessend brutal hingerichtet. Dem Mord voraus gehen ein geselliges Beisammensein auf Gartenstühlen und die Leerung von wenigstens einem Kasten Bier. Marinus Schöberl wird bereits in der Trinkrunde zur Zielscheibe verbaler und körperlicher Angriffe. Er wird bewusstlos geschlagen. Die Freunde flössen ihm Schnaps ein, bis er sich erbricht, urinieren auf ihn und traktieren ihn solange, bis er zugibt, "ein Jude" zu sein. Schliesslich schieben die Freunde ihr Opfer auf einem Fahrrad zu einem verlassenen LPG-Gelände. In einem leeren Stallgebäude quälen sie ihn weiter. Zuletzt fordern sie ihn auf, in die Betonkante einer Futterrinne zu beissen, und springen ihm auf den Kopf. Danach erschlagen sie den immer noch Lebenden mit einem Gasbetonstein und werfen seinen Körper in eine Jauchegrube. Niemand im Dorf sucht nach dem verschwundenen Marinus, auch nicht, als sein herrenloser Rucksack gefunden wird. Das Dorf schweigt.

Der Dokumentarfilmer Andres Veil suchte zusammen mit der Dramaturgin Gesine Schmidt nach den Spuren, die der Tod von Marinus Schöberl bei den Tätern und den Einwohnern des Dorfes hinterlassen hat. Die Uraufführung des Stückes am Maxim Gorki Theater Berlin in Veiels eigener Regie wurde 2006 mit Einladungen zum Berliner Theatertreffen und zum Wettbewerb der Mülheimer Theatertage ausgezeichnet.

Mit Iris Albrecht, Nicole Lippold, Tabea Scholz, Cammill Jammal, Jon-Kaare Koppe und Florian Schmidtke
Regie: Katharina Holler

"Freunde werden Feinde; Täter werden Opfer; und alle sind ratlos. Das klingt nach 5 Minuten, ist aber gleichzeitig für Tage fesselnd erzählt. Ich mag die Handschrift, keine Schnörkel, keine Extras, nichts Spektakuläres, aber den Zuschauer holt die Identifikation mit der Realität der Bühne ein. Wir kennen diese Jungs, sie sind unsere Nachbarn. Schütteln, Bibbern und etwas resignierend verlässt man den ,Kick' von Katharina Holler, danke für Ernsthaftigkeit und viele Gedanken." (lebensrausch.com)


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Höhenangst - Theater Magdeburg

12.01.2009 Höhenangst: Eine Produktion des "jugendclub theater magdeburg"
Leitung: Ricardo Gehn

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