Opern & Operetten Münster
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Das Land Des Lächelns - Städtische Bühnen Münster
Libretto von Ludwig Herzer und Fritz Beda-Löhner nach Viktor Léon
Wien meets Peking, anno 1912. Lisa, die Tochter des Feldmarschall-Leutnants Graf Ferdinand Lichtenfels, hat sich in den chinesischen Prinzen Sou-Chong verliebt, der auf Bildungsreise durch Europa tourt und dabei nach Wien gelangt ist. Er erwidert ihre Gefühle, kann diese aber, getreu seiner Devise "Immer nur lächeln und immer vergnügt", nicht offen bekennen. Bei einem Tee à deux kommen sich die beiden näher, und Sou-Chong beschreibt Lisa, wie man in seiner Heimat das Herz einer Frau erobert: mit Blumen und Ständchen in einer Mondnacht. Da trifft die Botschaft ein, der Prinz sei zum Ministerpräsidenten gewählt worden und müsse deshalb unverzüglich in seine Heimat zurückkehren. Lisa ist sofort bereit, alles stehen und liegen zu lassen und ihrer Liebe zu folgen. In China aber wird sie mit der Verwandtschaft Sou-Chongs konfrontiert, die auf der strengen Einhaltung traditioneller Werte besteht. Die Ehe mit einer Europäerin ist nach den Gesetzen des Landes nicht gültig, und Sou-Chong wird darauf verpflichtet, in einem Ritual vier chinesische Frauen zu heiraten ...
"Dein ist mein ganzes Herz" - allein schon dieses eine für den Tenor Richard Tauber geschriebene Lied hätte "Das Land des Lächelns" für alle Zeit unsterblich gemacht. Den Vorwurf, der anerkannte Mozart-Interpret habe sich - womöglich aus finanziellen Gründen - in die vermeintlichen Niederungen der Unterhaltungsmusik begeben, konterte Tauber mit Nonchalance: "Ich singe nicht Operette - ich singe Lehár!" Von der spritzigen Offenbachiade, der Urform der Operette, hatte sich der Komponist längst abgewandt, und wahrscheinlich ist er dem Genre der "seriösen Oper", das er so bewunderte, nie näher gekommen als mit seinem "Land des Lächelns". Er arbeitete daran just zur selben Zeit wie sein Kollege und Freund Puccini an "Turandot". Dass beide Komponisten in ihren China-Stücken um Lokalkolorit bemüht waren und dabei zum Teil ähnliche musikalische Mittel einsetzten, liegt in der Natur der Sache. "Die Verfassung des Publikums in unserer Zeit", so meinte Lehár 1929 im Blick auf das melancholische Ende des Werkes, "ermöglicht auch der Operette, sich von der Lüge des Happy-Ends abzuwenden." Und in seinem Werkverzeichnis nannte er "Das Land des Lächelns" treffend eine "grosse romantische Operette". Neben der "Lustigen Witwe" wurde sie zu seinem populärsten Werk.
Musikalische Leitung: Thorsten Schmid-Kapfenburg
Regie: Helen Malkowsky
Details zu: Das Land Des Lächelns - Städtische Bühnen Münster in Münster
Veranstaltung in: Münster
Turandot - Städtische Bühnen Münster
Libretto von Giuseppe Adami und Renato Simoni
Vervollständigung der Komposition im letzten Duett und Finale durch Franco Alfano
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Über vier Jahre, bis zu seinem Tod 1924, beschäftigte Puccini die Arbeit an seiner letzten Oper. Schon die Suche nach einem geeigneten Stoff war ihm aussergewöhnlich schwer gefallen. Der Librettist Renato Simoni stiess ihn schliesslich auf das Märchenspiel "Turandot" des Venezianers Carlo Gozzi. Puccini willigte ein, doch nur unter der Bedingung einschneidender Veränderungen am Charakter der Titelfigur: "Wenn Ihr mir auf diese Fabel eine andere Turandot - phantastisch, poetisch und voll Menschenliebe - machen wollt, komponiere ich sie." Und so geschah es.
Die chinesische Königstochter Turandot, von traumatischen Erinnerungen an das Schicksal einer zur Ehe gezwungenen Ahnin gequält, will sich keinem Mann hingeben. Allen Prinzen, die um ihre Hand anhalten, stellt sie drei Rätsel. Nur wer diese lösen kann, darf sie zur Frau nehmen; wer an der Aufgabe scheitert, ist zum Tode verurteilt. Und da Turandots Rätsel praktisch unlösbar sind, ist die Zahl ihrer Opfer bereits gross. Gegen die flehentliche Bitte seines greisen Vaters und dessen Sklavin Liu, sich nicht in die tödliche Gefahr zu begeben, bewirbt sich der junge Tartarenprinz Kalaf als Freier. Und das Wunder geschieht: Er findet die Lösung aller drei Rätsel. Turandot ist ausser sich. Kalaf aber, der allein ihre Liebe sucht, ist bereit, sie von ihrem Wort zu entbinden, wenn sie bis zum Morgengrauen seinen Namen weiss. Puccini hinterliess die Oper als Fragment. Das grosse Schlussduett von Turandot und Kalaf führte der Komponist und Freund Franco Alfano aus. Arturo Toscanini, der die Uraufführung 1926 dirigierte, brach die Premiere mit dem letzten Originalton Puccinis ab. "Hier endet das Werk des Meisters", teilte er dem Publikum mit, "hier war der Tod stärker als die Kunst." Nach lang anhaltendem Schweigen ertönte ein "Vivat Puccini", und der Jubelsturm brach los.
Musikalische Leitung: Fabrizio Ventura
Inszenierung: Wolfgang Quetes
Details zu: Turandot - Städtische Bühnen Münster in Münster
Veranstaltung in: Münster