Opern & Operetten Nürnberg
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Carmina Burana Monumental Opera
Carmina Burana: Im Jahre 1934 entdeckte der Komponist Carl Orff die vergessene Handschriften-Sammlung aus dem Kloster Benediktbeuren bei einem Würzburger Antiquitätenhändler. Orff war von den kraftvollen Texten so fasziniert, dass er dazu eine unsterbliche Musik komponierte, die Jung und Alt, den Disco-Freak wie den Opern-Freund gleichermassen in ihren Bann zieht. Jeder kennt den grandiosen Schlusschor "O, Fortuna".
"Carmina Burana" zählt zu den meistgespielten Chorwerken der Welt. Ein musikalischer Mythos von Kraft und Sinnlichkeit.Die von Franz Abraham initiierte Produktion befindet sich seit 1995 weltweit sehr erfolgreich auf Tournee: Begeistertes Publikum in Deutschland, Österreich, Luxemburg, Frankreich, Mexiko, in den Metropolen wie Sao Paulo, Rio de Janairo und Lissabon, oder anlässlich des 1000-jähigen Jubiläums von Oslo sowie bei dem renommierten Baalbeck International Festival im Libanon!
24 magische Bilder erzählen von Liebe und Tod, Glück und Unglück, Werden und Vergehen unter dem sich unaufhörlich drehenden "Rad des Lebens". Mihail Tchernaevs grandiose, monumentale Bühnenarchitektur, Lichtprojektionen und pyrotechnische Feuereffekte schaffen eine einzigartige Kulisse für das Spektakel mit 30 Tänzern in 300 Kostümen, Chor, Orchester und Solisten.
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Veranstaltungen in: Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Nürnberg
Rigoletto - Staatstheater Nürnberg
Rigoletto: Oper in drei Aufzügen von Giuseppe VerdiIn italienischer Sprache mit deutschen Übertexten
Aussenseiter und Angepasster - der verkrüppelte Hofnarr Rigoletto ist beides, und dies führt ihn in die Raserei eines Racheplanes, der gründlich misslingt. Die eindrückliche Inszenierung Andrea Raabes setzt ganz auf Räume, die buchstäblich in der Luft hängen - Räume, die Gefängnis und öffentlicher Raum zugleich sind - und zeigt Rigoletto als einen von seiner Angst Getriebenen, der seinen Traum von einem besseren Leben mit seiner Eifersucht erstickt.
Regie: Andrea Raabe
Bühne: Tobias Dinslage
Kostüme: Mechthild Seipel
"Bei der 2008 fälligen Bilanz der Nürnberger Opern-Ära von Intendant Wulf Konold wird Giuseppe Verdi keine grosse Rolle spielen. Man hat in diesem Jahrzehnt, dem im Umgang mit dem leidenschaftlichsten Theatermusiker ein ähnlich verkorkstes unter Thielemann und Kloke vorausgegangen war, nichts gewagt und entsprechend wenig gewonnen. Neben einer bemerkenswert gebliebenen ,La Traviata' noch am ehesten die ächzend um poetische Bilder ringende ,Rigoletto'-Inszenierung von Andrea Raabe. Nach zwei Jahren Pause ist sie (wie der Zufall so will wenige Tage vor Raabes Gastregie-Premiere der Bettleroper in Erlangen) jetzt wieder da. Mit vielen neuen Namen - von denen einer sogar zündete: Heidi Elisabeth Meier, seit ihrer allerliebsten ,Rosenkavalier'-Sophie in der inoffiziellen Qualifikations-Endrunde für den aktuellen Nürnberger Publikumsliebling, sang eine glänzende Gilda und wurde im vollen Haus gefeiert. Aber fangen wir mit dem Orchester an. Der junge Kapellmeister Christoph Gedschold versucht erst mal, seinen deutschmeisterlichen Verdi-Blick der hartkantig geschliffenenen Kontraste durchzusetzen." (Die Abendzeitung)
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Veranstaltung in: Nürnberg
Der Rosenkavalier - Staatstheater Nürnberg
Der Rosenkavalier: Der Andrang war gross. So gross, dass die Reichsbahn Sonderzüge von Berlin nach
Dresden einsetzen musste. Dorthin nämlich mussten die Berliner reisen, wollten sie das neueste „schlüpfrige“ Werk ihres Königlich Preussischen Musikdirektors Richard Strauss sehen: Welche Oper dieser Zeit – wie 1911 „Der Rosenkavalier“ –
beginnt schon im Schlafzimmer mit dem Ehebruch einer adeligen Marschallin?
Die ursprüngliche Idee war, eine heitere deutsche Oper zu schreiben, wie sie es seit den „Meistersingern“ nicht gegeben hatte; eine Oper, die eher dem Geist Mozarts und der italienischen Opera buffa verpflichtet sein sollte als dem Vorbild Wagners. Um das Aroma „alter Zeit“ glaubhaft entstehen zu lassen, mixten Komponist und Autor im Rückgriff auf die Rollenfächer der italienischen Commedia, auf Molière und Nestroy, auf Intrigen- und Verkleidungsspiel barocke Arie und zierliches Rokoko, höfischen Glanz und Walzerrausch, neureiche Bürgerlichkeit und wienerische Volkstümlichkeit kongenial zu einem homogenen Gesamtkunstwerk. Was Strauss und sein Librettist Hofmannsthal im Wien der Maria Theresia um 1740 ansiedelten, ist in Wirklichkeit jedoch ein Spiegel ihrer eigenen Zeit und des Finde siècle: Die „Komödie mit Musik“ ist ein Endzeit-Stück, in dem sich die Auflösungserscheinungen der gesellschaftspolitischen Vorkriegssituation deutlich widerspiegeln. Auch musikalisch beweist „Der Rosenkavalier“ die ungebrochene Modernität am Beginn des 20. Jahrhunderts: in der hochentwickelten Leitmotivtechnik, in der Raffinesse klanglich-instrumentatorischer Abschattierungen, in der Kultivierung eines modernen Konversationsstils und nicht zuletzt in den tumultartigen Ensembleszenen, in denen die illustrativen Aspekte der Musik ihren Höhepunkt erreichen. Auf die Bühne gebracht werden aber nicht nur Lokalkolorit und die Seelenlandschaft Wiens zur Zeit Freuds und Schnitzlers, sondern auch die immerwährenden grossen Themen der Menschheit: die Liebe, an der in diesem Fall die kalkulierte Verbindung zwischen Geld und Adel scheitert, Verzicht und Melancholie, Vergänglichkeit und Altern. Dass aus dem „Rosenkavalier“ – über Text und Musik, über alle Facetten des Stils, über jede gesellschaftspolitische Bedeutsamkeit hinaus – eine tiefe menschliche Wahrheit strahlt, die gleichermassen zeitlos wie aktuell ist, macht ihn zu einem der bedeutendsten Kunstwerke des 20. Jahrhunderts.
"Regisseurin Helen Malkowsky hatte die Mischung aus festlichem Prunk, Liebeslyrik und derber Komik im zweiten Akt bewundernswert detailgenau im Griff und konnte im sonst so oft peinlichen dritten Akt den Kontrast von Slapstick und grossen Gefühlen sogar noch steigern. Harald Thors Bühnenelemente, je nach Drehung klassizistische mit indirekter Beleuchtung, die an Museumsräume denken lassen, oder holzvertäfelte, die wie historische Wirtshäuser bzw. Studierkabinette wirken, wurden sehr beweglich eingesetzt. (...) Christof Prick und die Nürnberger Philharmoniker offenbarten ab dem zweiten Akt ein wahres Wunder an Klangfarben, instrumentalen Feinheiten und eleganten tänzerischen Wendungen. Selbst im grössten komödiantischen Getümmel des dritten Akts führte der neue Nürnberger GMD das ausgezeichnete Orchester sicher durch die Klippen." (Opernwelt)
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Veranstaltung in: Nürnberg
Cosi Fan Tutte - Staatstheater Nürnberg
Cosi Fan Tutte: Dramma giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus MozartText von Lorenzo da Ponte
In italienischer Sprache mit deutschen Übertexten
Mozarts letzte Musikkomödie, uraufgeführt am 26. Januar 1790 am Wiener Burgtheater, gründet auf einem Experiment. Es geht um den ultimativen Treuetest und um nichts Geringeres als die Frage, was Liebe ist, ja: ob es Liebe überhaupt gibt. Und so sieht die Versuchsanordnung aus: Man nehme zwei glücklich verliebte Paare, entferne die Herren und beobachte, wie die von Trennungsschmerz geplagten Damen auf zwei vermeintlich neu hinzukommende Herren, die aber doch nur die verkleideten "alten" sind, reagieren. Durchschauen sie die Intrige und wissen um die anvisierte Treueprobe, spielen also nur mit, um die Prüfenden zu kompromittieren? Halten sie die versprochene Treue? Das Ergebnis ist eindeutig und negativ: "Così fan tutte!". Oder: "So machen es alle!" Das jugendlich-romantisierende Liebesideal scheitert auf der ganzen Linie, was nicht verwundert in Mozarts Zeitalter der Aufklärung und der Französischen Revolution. Das problematischste Handlungselement ist wohl die Rückkehr der Damen zu den "alten Liebsten", obwohl doch gerade die Ehezeremonie mit den vermeintlich "neuen" vollzogen wurde. Schuld daran sind die Konventionen der Entstehungszeit: Ungestrafte Treulosigkeit galt als unsittlich, eine Konfliktlösung war gefragt, die die politisch und sozial stabilisierende Funktion von Lebensgemeinschaften bestätigen musste - wie freizügig sie intern dann auch gehandhabt werden mochten. Der Rationalismus der Aufklärung riet nun folglich, sich mit der Unzulänglichkeit der Welt und der Menschen zu arrangieren; melancholisches Wissen ums Menschlich-Allzumenschliche umhüllt am Ende das naive Glück.
Das geschieht auch musikalisch, indem das "verbotene" falsche Liebespaar durch Stimmcharakter und Gesangsstil eindeutig als das richtige erscheint - und zwar noch über den Schluss der Versöhnung des ursprünglichen Paars hinaus. Partei für einzelne Figuren ergreift Mozart allerdings nicht, er konzentriert das Stück auf die heikle Balance der Widersprüche von Grausamkeit und Zärtlichkeit, Tragik und buffoneskem Spass, Scham und Sinnlichkeit. So tut sich mit Mozarts Lehrstück über Liebe und menschliche Beziehungen auch im Zeitalter von Fernseh-Container-Experimenten und "Frauentäuschen" eine erstaunliche Aktualität auf.
Musikalische Leitung: Christof Prick
Inszenierung: Chris Alexander
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Veranstaltung in: Nürnberg
Benvenuto Cellini - Staatstheater Nürnberg
Benvenuto Cellini: Opéra in zwei Akten von Hector Berlioz
Hätte der Bildhauer, Goldschmied, Kunsttheoretiker und Autobiograph Benvenuto Cellini (1500-1571) nicht gelebt, die Romantiker - oder zumindest der mit seiner Erfolglosigkeit hadernde Hector Berlioz (1803-1869) - hätten ihn sich als idealen Ausdruck für Künstlertum, Rebellion und höchste gesellschaftliche Anerkennung erfinden müssen: Bewegte sich doch Benvenuto Cellinis Leben scheinbar virtuos zwischen Verbrechen und päpstlicher Gnade, vollendeter skulpturaler Finesse und Flucht, umfassender humanistischer Bildung und einem derart hitzigen Temperament, dass er allenthalben bereit war, seinen Gegnern den Säbel in den Leib zu rammen ...
Sichtlich angesteckt von diesem rabiaten Furor hat Berlioz sein erstes Bühnenwerk als Künstlerdrama zwischen Liebe, Mord und drohender Hinrichtung emotional hoch aufgeladen und als dramatische Verdichtung von Cellinis Leben angelegt. Vor allem aber warf er in seiner "romantischen" Masslosigkeit klassische Kompositions-Tugenden wie Ausgewogenheit und Proportion kühn über Bord, um eine bis dato unerhörte Intensität und Vielfalt an Klangfarben, Spannung und Ausdehnung der Kontraste zu gewinnen. So schuf Berlioz ein "karnevaleskes" Meisterwerk des Musiktheaters, das grosse bewegte Massen ebenso kennt wie intime lyrische Stellen, das grelle Lachen der commedia wie den existentiellen Ernst der Liebe.
Da "Benvenuto Cellini" bei der Uraufführung 1838 in Paris kein Erfolg beschieden war, geriet das Werk bald in Vergessenheit. Franz Liszt war es schliesslich, der Berlioz zu einer straffenden Überarbeitung animieren konnte und die Oper 1852 in Weimar herausbrachte. In dieser Weimarer Fassung erlebte das Werk seine grossen Erfolge - und legte den Grundstein dafür, dass Berlioz heute zu den grossen Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts zählt.
Musikalische Leitung: Guido Johannes Rumstadt
Choreographie und Inszenierung: Laura Scozzi
Bühne: Barbara de Limburg
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Veranstaltung in: Nürnberg
La Bohème - Staatstheater Nürnberg
La Boheme: Oper in vier Akten von Giacomo PucciniIn italienischer Sprache mit deutschen Übertexten
Die Geschichte um die arme sterbenskranke Mimi, die kurz vor ihrem Tod noch einmal von einer leidenschaftlichen Liebe zu dem verkrachten Dichter Rodolfo erfasst wird, rührt auch heute noch selbst den hartgesottensten Opernbesucher zu Tränen. Angesiedelt im Milieu der Pariser Bohémiens gewinnt das Geschehen seine Tragik gerade aus dem Kontrast zu einer lockeren und vergnügungssüchtigen Halbwelt, in der die Sehnsucht nach menschlicher Wärme gemeinhin als unverbindliches Spiel getarnt wird und die wahre Liebe nur noch als flüchtiger Glücksmoment erscheint.
Als sich Puccini 1894 entschied, aus Henri Murgers Roman "Scènes de la vie de la Bohème" eine Oper zu machen, stand er damit ganz im Zeichen einer neuen Richtung, des "Verismus", dessen Stoffen das klischeehafte Bild eines "Alltagslebens" zugrundelag, das ausgefüllt wurde mit haarsträubenden und folkloristisch verbrämten Geschichten von wilder Leidenschaft, Eifersucht und Mord. Aus dieser Umgebung erhebt sich Puccinis "La Bohème" mit seiner Mischung aus falstaffischer Leichtigkeit und zartem impressionistischen Duft wie ein schillernder Vogel, der bis heute nichts von seinem faszinierenden Reiz verloren hat.
Musikalische Leitung: Christoph Gedschold
Inszenierung: Andrea Raabe
Details zu: La Bohème - Staatstheater Nürnberg in Nürnberg
Veranstaltung in: Nürnberg
Die Entführung aus Dem Serail - Staatstheater Nürnberg
Es klingt fast wie ein Märchen aus 1001 Nacht: Der edle Jüngling Belmonte zieht in die Fremde, um seine Geliebte Konstanze aus der Geiselhaft des türkischen Bassa Selim zu befreien. Mit Hilfe seines liebenswürdigen Begleiters Pedrillo gelingt es ihm, in die Höhle des Löwen vorzudringen, doch der Befreiungsplan scheitert. Stattdessen überrascht ihn der aufgeklärte Machthaber mit einem Gnadenakt, mittels dessen er dem Jüngling seine wahre Grossherzigkeit demonstriert und ihm obendrein noch eine Lektion fürs Leben in Sachen Humanität und Selbstlosigkeit erteilt. Gar nicht so selbstlos ist es allerdings, dass der verliebte Bassa seine schöne Gefangene zur Gegenliebe zwingen will für den Fall, dass sie sich ihm nicht freiwillig hingibt. Das eröffnet einen ernüchternden Blick auf die subtilen Methoden zwischenmenschlicher Machtausübung. Konstanze dagegen bleibt ihren eigenen Idealen und ihrer Liebe zu Belmonte bis zuletzt treu. Ihre Faszination geht von der ambivalenten Mischung aus todesverzweifeltem Aufruhr und fragwürdiger Schicksalsergebenheit aus, mit der sie die Annäherungen Selims erwidert.
Das kaiserliche Auftragswerk, 1782 in Wien uraufgeführt, spielt im Milieu der zahlreichen damals kursierenden Türkenstücke. Mozart bedient zeitgenössische Erwartungen an das türkische Lokalkolorit und bezieht Instrumente wie Becken, Trommel und Triangel in die Orchestersätze ein. Umfang und Anspruch der Komposition gehen weit über den üblichen Rahmen der zeitgenössischen Singspiele hinaus - entsprechend dem Plan Josephs II., mit dem "deutschen National-Theater" eine anspruchsvolle Nationaloper zu etablieren.
Musikalische Leitung: Christof Prick
Inszenierung: Andreas Baesler
Bühne: Harald Thor
Details zu: Die Entführung aus Dem Serail - Staatstheater Nürnberg in Nürnberg
Veranstaltung in: Nürnberg