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Schauspiel & Theater Nürnberg

Schauspiel & Theater in Nürnberg. Einen Überblick in Kurzform finden Sie hier: Schauspiel & Theater Übersicht
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Steiner's Theaterstadl

29.11.2008 bis 18.05.2009 Peter Steiner's TheaterstadlPeter Steiners Theaterstadl: Trotz seines Fernseherfolges mit Einschaltquoten, die sich so mancher Showmaster heute wünschen würde, ist Peter Steiner eines geblieben: ein Theatermann, der die Nähe zu seinem Publikum sucht. "Lachen ist die beste Medizin" sagt der Volksmund. Peter Steiner - das ist der Prototyp des bayerischen Volkstheaters schlechthin. Seit mehr als 30 Jahren erfreut der Urbayer sein begeistertes Publikum, er versteht sich als Botschafter der guten Laune. Wenn Spass und Humor neu erfunden werden müssten, dann gäbe es dafür keinen Besseren als Peter Steiner und seine Tochter.

Das Familienunternehmen kann sowohl auf der Bühne als auch in Fernsehserien, auf erfolgreiche Jahrzehnte zurückblicken. Der Stanglwirt, Steiners Musikantenparade oder Die Heimatmelodie, sind unweigerlich mit seinem Namen verbunden. Ans Aufhören denkt der 75 Jahre junge Steiner noch lange nicht. Dafür gibt es auch keinen Grund. Seine Produktionen und Tourneen sind Dauerbrenner. Auf der Bühne spürt der Zuschauer, dass Peter Steiner nach wie vor die Energie versprüht, die ein Schauspieler braucht, um seinen Rollen das gewisse Etwas mitzugeben.



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Aufführungen in: Aalen, Amberg, Aschaffenburg, Bamberg, Basel, Bayreuth, Bensheim, Chemnitz, Coburg, Deggendorf, Ergolding, Frankenthal, Frankfurt, Fulda, Gersthofen, Gießen, Halle / Saale, Hannover, Heilbronn, Hof / Saale, Karlsruhe, Kempten, Koblenz, Limburg, Memmingen, Mosbach, Neu-Ulm, Neustadt an der Weinstrasse, Nürnberg, Regensburg, Saarbrücken, Schweinfurt, Sinsheim, Straubing, Suhl, Taufkirchen, Trier, Veitshöchheim, Waldkraiburg, Weiden, Zwickau

   

Chiemgauer Volkstheater: die Schwindelnichte

26.12.2008 bis 14.03.2009 Chiemgauer Volkstheater: Das Chiemgauer Volkstheater wurde Ende der Zwanziger Jahre von Georg Truk gegründet. 1954 übernahm der Schauspieler Georg Rückerl die Leitung und machte die Chiemgauer zu einem bekannten und beliebten Gastspieltheater im bayerischen Raum. Nach seinem Tod im Jahre 1964 teilten sich Amsi und Lothar Kern die künstlerische Leitung, trennten sich jedoch noch im selben Jahr.

Lothar leitete das Tegernseer Volkstheater, während Amsi die alleinige Verantwortung für das Chiemgauer Volkstheater übernahm. Ihrer schöpferischen Kraft und ihrem energischen Temperament als Direktorin und Hauptdarstellerin "mit Herz und Mundwerk" verdankte die Bühne erstmals landesweite Beachtung und Anerkennung.

1984 übergab Amsi Kern die Leitung des Theaters ihrem Sohn Bernd Helfrich und seiner Frau Mona Freiberg. Beide machten es sich zum Ziel, das Chiemgauer Volkstheater auf seinem Erfolgsweg weiterzuführen, aber auch neue Wege zu gehen. Seit Jahren ist das Ensemble auch via Bildschirm regelmässig zu sehen.

Mittlerweile wurden bereits 100 Theateraufzeichnungen mit dem Bayrischen Rundfunk produziert und gesendet, Millionen Zuschauer verfolgen die "Chiemgauer" auch im Bayerischen Fernsehen. Auf Theatertournee ist das Ensemble mit diversen Stücken.


Details zu: Chiemgauer Volkstheater: die Schwindelnichte in Nürnberg
 
Aufführungen in: Bamberg, Coburg, Fürth, Hof / Saale, Knetzgau, Nürnberg, Regensburg, Scheinfeld, Tauberbischofsheim, Veitshöchheim, Weiden

   

Die Grönholm-Methode - Staatstheater Nürnberg

28.11.2008 bis 25.12.2008 Die Grönholm-MethodeDie Grönholm-Methode: Schauspiel von Jordi Galceran

Schon ein ganz normales Vorstellungsgespräch ist alles andere als eine angenehme Situation. Doch was sich eine grosse Firma zur Neubesetzung einer Managerposition ausgedacht hat, schlägt alles bisher Erlebte. Die Kandidaten, die die Schlussphase des Auswahlverfahrens erreicht haben, werden gemeinsam in einen Konferenzraum bestellt. Drei Männer und eine Frau fi nden sich ein, um die unterschiedlichsten Aufgaben zu lösen. Und das unter seltsamen Bedingungen: Die Aufgaben werden durch eine Klappe hereingereicht und wer nicht weiter mitmacht und den Raum verlässt, verzichtet automatisch auf die Stelle. Ausserdem scheint sich unter den vier Kandidaten ein Undercover-Agent der Personalabteilung zu befinden, der den anderen dreien genauestens auf den Zahn fühlen soll. Die erste Aufgabe besteht darin, herauszufi nden, wer der Spitzel sein könnte ... "Die Grönholm-Methode" setzt dort an, wo das Stück "Top Dogs" aufhört: beim Versuch, den Markt wieder für sich zu erobern. Der katalanische Autor Jordi Galceran analysiert so zynisch wie unterhaltsam die erbarmungslosen Techniken, die heutzutage in Vorstellungsgesprächen angewendet werden und wirft gleichzeitig ein bezeichnendes Licht darauf, was heute jeder von uns bereit ist, im Kampf um die immer rarer werdenden Traumjobs auf sich zu nehmen und anderen anzutun.

Regie: Petra Luisa Meyer

"So ein blendendes Stück, so eine gute Inszenierung findet man nicht alle Tage. Wir hoffen, dass das Publikum sie annimmt". (Nürnberger Zeitung)

"Viel muss Petra Luisa Meyer ihren Darstellern nicht an die Hand geben. Die vier meistern die Katz-und-Maus-Spielchen, Wortgefechte, Alliancen und Mesalliancen in der oberen Etage mit Energie, ganzem Einsatz und mit Sinn für Nuancen. All das geht meist mit Tempo über die Bühne". (Nürnberger Nachrichten)



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Aufführung in: Nürnberg

   

Schweig, Bub! - Staatstheater Nürnberg

25.11.2008 bis 15.12.2008 Schweig, Bub!Schweig, Bub!: Nix für Antifranken, dafür aber ein absolutes MUSS in der Kulturlandschaft zwischen Pegnitz und Rednitz. Schauen Sie tief in die fränkische Seele, die sich am Familientisch anlässlich der Konfirmation vom „Bub“ zwischen „Kniedla mit Soss“ und Kuchen von ihrer schönsten und ehrlichsten Seite zeigt. Die Uraufführung des Volksstückes fand am 7. 10. 1976 am Staatstheater Nürnberg statt. In dieser Saison geht der "Dauerbrenner" in seine 30. Spielzeit.

Fitzgerald Kusz, aufgewachsen in Mittelfranken. Als Sohn einer Mittelfränkin und eines Berliner Opernsängers wurde ihm neben fränkischer Mundart, auch reichlich Berliner Witz mit in die Wiege geschmuggelt. Einen seiner ersten literarischen Auftritte hatte Kusz 1967 mit Peter Handke in Erlangen. Damals noch mit Sprachcollagen aus Comics und Werbeschablonen. Kusz prägte wie kein anderer die fränkische Dialektdichtung. Kusz-Stücke wurden bereits in ein Dutzend Deutschen Dialekten aufgeführt: (Babbel ned, Bub! ; Halt die Klappe, Junge! ; A Ruah is Bua! ... usw.) Übersetzungen ins Platt, Schweizerdeutsch und ins Flämische. Englische, Spanische, Neugriechische und Litauische Übersetzungen kommen dazu. Drehbücher für TV und Kino sowie zahlreiche Lyrikbände zeigen Kusz als Meister pointierter Szenen und knapper Poesie.

"Spricht das jetzt für die Franken, oder eher gegen sie, dass sie in ihrem Schauspielhaus seit 1976 ununterbrochen dasselbe Stück spielen? Gleichwie, sie tun es einfach und sie tun es mit Passion. Am Dienstag wurde ,Schweig, Bub!', gleichsam das theatralische Frankenmantra, im Staatstheater zu Nürnberg wiederaufgeführt. Das wäre noch nichts so Meldenswertes, denn die Wiederaufnahme der Parabel über das Frankentum kommt in Nürnberg ungefähr so überraschend wie Weihnachten. Diesmal war es tatsächlich das erste Mal, dass niemand mehr aus dem legendären Ur-Ensemble von 1976 mitspielte. Die Schauspielerin Gabriele Kastner hatte vor 29 Jahren als laszive Cousine Hannelore die Bühne betreten, war dann aufgestiegen zur Mutter des Schweigbuben und beschloss ihre Karriere auf dem Höhepunkt im Sommer 2005 als Tante Anna, die eingangs den Satz aller Sätze in Franken sagen darf: ,Du, wou hammer letzthin ä suer Leberknidlersuppm gessn?'" (Süddeutsche Zeitung)



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Aufführung in: Nürnberg

   

Die Orestie - Staatstheater Nürnberg

29.11.2008 Die Orestie - Staatstheater NürnbergDie Orestie: Tragödientrilogie von Aischylos

Schuld und Rache sind die Motive der "Orestie", der einzigen erhaltenen Trilogie der Antike. Aischylos' Werk, 458 v. Chr. uraufgeführt, ist auch nach 2500 Jahren lebendig und eine grosse Herausforderung für das Theater. "Die Orestie" beschreibt den Übergang vom archaischen Ritus der Blutrache zu einer modernen Gerichtsbarkeit und steht paradigmatisch für die Entwicklung einer Gesellschaft aus der Barbarei zu demokratischen Prinzipien.

Zehn Jahre war Agamemnon im Trojanischen Krieg. Vorher hatte er seine Tochter Iphigenie in Aulis den Göttern geopfert. Klytaimnestra, die Mutter und seine Frau, nimmt nun blutige Rache an dem Heimkehrer und ermordet ihn. Agamemnons Sohn Orest trifft am Grab seines Vaters auf seine Schwester Elektra. Beide beschliessen, den Tod des Vaters zu rächen. Klytaimnestra und ihr Gelieber Aigisthos sterben. Von den Rachegeistern verfolgt, flüchtet Orest zum Tempel des Apollon. Es kommt zu einem Gerichtsverfahren in Athen. Die Stadtgöttin Athene bestimmt, dass ein Geschworenengericht abgehalten werden soll. Über Recht und Unrecht zu urteilen, soll fortan Sache des Staates und des Volkes sein.

Aischylos, um 525 v. Chr. geboren, ist neben Sophokles und Euripides einer der drei grossen griechischen Tragödiendichter.

Inszenierung: Georg Schmiedleitner
Bühne: Stefan Brandtmayr

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Sekretärinnen - Staatstheater Nürnberg

23.12.2008 Sekretärinnen:

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Shakespeares Sämtliche Werke Leicht Gekürzt - Staatstheater Nürnberg

22.12.2008 Shakespeares SÄmtliche Werke - Leicht GekÜrztShakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt): Komödie von Adam Long, Daniel Singer, Jess Winfield

Alle 37 Werke Shakespeares mit mehr als 1200 Personen haben eine geschätzte Aufführungsdauer von etwa 120 Stunden. Wer hat denn heutzutage noch so viel Zeit? Deshalb wagt das Schauspiel Nürnberg das Unglaubliche: Bei uns können Sie den gesamten Shakespeare an einem Abend geniessen, leicht gekürzt dargeboten von drei Schauspielern. Denn in der Kürze liegt die Würze! Freuen Sie sich auf einen rasanten, witzigen und vor allem aussergewöhnlichen Theaterabend!

Vor inzwischen 15 Jahren gründeten Adam Long, Daniel Singer und Jess Winfield die RSC, die Reduced Shakespaere Company, die es sich zur Aufgabe machte im Gegensatz zur RSC, Royal Shakespeare Company, den gesamten Shakespeare an einem Abend aufzuführen. Was als ein Spass begann, ist inzwischen nicht nur in England, sondern auch in Deutschland landauf landab zu einem Hit im Theaterrepertoire geworden. Mit ähnlich konsequenten Zusammenfassungen der Heiligen Schrift und der Geschichte Amerikas (auch jeweils nur leicht gekürzt), wendete das Erfolgs-Trio sein bestechendes Konzept inzwischen auch auf andere Themenbereiche sehr lehrreich und unterhaltsam an.

Inszenierung: Peter Hatházy


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Des Teufels General - Staatstheater Nürnberg

28.12.2008 Des Teufels General - Staatstheater NürnbergDes Teufels General: Drama von Carl Zuckmayer

Von Schuld überwältigt, richtet sich Fliegergeneral Harras am Ende selbst und stürzt sich mit einer Jagdmaschine in die Tiefe. Der Absturz ist das tragische Ende eines höchst ambivalenten Helden. Er wollte kein Nazi sein und machte doch eine Nazikarriere. Harras, Star der Lüfte, Draufgänger, Frauenheld und Genussmensch, spottet über die Naziführer und glaubt unersetzlich zu sein, doch hinter der Holzverkleidung ticken längst die Abhörgeräte der Gestapo. Als er entdeckt, dass sein Freund und engster Mitarbeiter für Sabotageakte an den Kampfmaschinen verantwortlich ist und einer Widerstandsgruppe angehört, gibt es für ihn keinen Ausweg mehr. "Wer auf Erden des Teufels General wurde und ihm die Bahn gebombt hat, der muss ihm auch Quartier in der Hölle machen."

Zuckmayers Stück, 1942 im amerikanischen Exil entstanden, ist eine unerhört genau beobachtete Innensicht der Nazi-Gesellschaft. Es ist das erste Stück, das über moralische Fragen von Mitläufertum und Widerstand reflektiert und hat nach dem Krieg immer wieder zu heftigen Debatten und Diskussionen geführt. Kein Wunder, denn Zuckmayer zeigt Menschen in ihrer tragischen Widersprüchlichkeit ohne sie zu Prinzipienträgern zu machen und spielt mit der Faszination und dem Mythos der Fliegerei.

Inszenierung: Klaus Kusenberg
Bühne und Kostüme: Günter Hellweg

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Die Dreigroschenoper - Staatstheater Nürnberg

30.11.2008 bis 26.12.2008 Die Dreigroschenoper - Staatstheater NürnbergDie Dreigroschenoper: Stück mit Musik von Bertolt Brecht/ Kurt Weill

Jeremiah Peachum, genannt der Bettlerkönig, ist Unternehmer. Sein Geschäft ist das Mitleid. Und dieses Geschäft betreibt er systematisch und professionell mit einer grossen Reihe von "Mitarbeitern", die er zu bemitleidenswerten Krüppeln ausstattet und in die Stadt schickt, damit die Bürger sich von ihrem schlechten Gewissen freikaufen. Der Verbrecherkönig Macheath, genannt Mackie Messer, und seine Mitarbeiter ziehen es vor, die Reichen der Stadt ungefragt um ihren Besitz zu erleichtern. Das personifizierte Streitobjekt der beiden Geschäftsleute ist Peachums Tochter Polly, die Macheath hinter dem Rücken ihrer Eltern heiratet. Als Peachum von der Hochzeit erfährt, hetzt er Macheath den Polizeikommissar Brown auf den Hals. Und nun wird es selbst für einen Verbrecherkönig mit erstklassigen Kontakten zur Obrigkeit eng, und nur noch ein deus ex machina könnte ihn aus dieser Situation befreien ...

John Gays und John Christopher Pepuschs 1728 entstandene "Bettleroper", die im Frühjahr 2007 im Markgrafentheater in Erlangen zu sehen war, bildet die Vorlage für Brechts 1928 in Berlin uraufgeführte "Dreigroschenoper", die zum grössten Theatererfolg der zwanziger Jahre wurde. Und bis heute ist Macheaths Frage, was denn schon der Einbruch in eine Bank im Vergleich zur Gründung einer Bank sei, von zeitloser Aktualität.

Bertolt Brecht (1898-1956) war gerade 30 Jahre alt und arbeitete seit vier Jahren als Dramaturg in Berlin, als er mit der "Dreigroschenoper" in nur drei Wochen eines der bekanntesten Bühnenstücke des 20. Jahrhunderts schrieb. In diesem Werk vereinen sich Brechts Anspruch, politische Verhältnisse auf der Bühne zu spiegeln und der von ihm geforderte Unterhaltungswert von Theater nahezu perfekt. Keinen geringen Anteil daran trägt natürlich Kurt Weills Musik. Eine ganze Reihe Musiknummern aus der "Dreigroschenoper", wie die Moritat von Mackie Messer, wurden Welthits.

Regie: Andreas Nathusius
Musikalische Leitung: Till Löffler

"Sieh da! Das marode Nürnberger Schauspielhaus zieht noch einmal alle Register und zaubert: Im baufälligen Portal öffnen sich zwei luftige Nischen mit Balkon. Von dort tönen zwei Bläser herab. Und vom hohen Bühnenhimmel schwebt die himmlisch singende Spelunken-Jenny auf einer Schaukel herunter. Sie sieht so gar nicht nach Spelunke aus, sondern strahlt wie ein Showstar in ihrem betörenden Glitzergewand. Auch die Eröffnung der Spielhandlung lässt auf eine glänzende, eine ganz andere ,Dreigroschenoper' hoffen. Peachum, der Bettler-Ausstatter, ist hier ein charismatischer Spendensammler, der aus dem Elend der Welt in grossem Stil Kapital schlägt. Frank Damerius spielt ihn höchst eindrucksvoll, diesen Blender mit der öligen Stimme eines Frank Elstner. Um Mitleid und Geldfluss zu erzeugen, schiebt er einen verkrüppelten, traumatisierten Afghanistan-Soldaten und andere Jammergestalten auf die Bühne. Das wirkt. Vier Geldzählautomaten stehen schon bereit." (Nürnberger Zeitung)

"Selbstverständlich ist die Einschätzung legitim, die in der ,Dreigroschenoper' nur noch Kurt Weills Musik als dissonantenreichen Ohrwurmfortsatz des ehemaligen Gesamtkunstwerks gelten lässt. Dafür hat die Nürnberger Schauspieldirektion einiges investiert. Till Löffler lässt ein Zehn-Mann-Orchester auch Posaunen- und Trompetentöne anstimmen, die in den üblichen kleineren Besetzungen unerhört bleiben. Das hat schon was". (Abendzeitung)

"Die heutigen Zusammenhänge darf man sich selbst heraussuchen. Wenn man will. Wenn man nicht will, darf man gern auch nur geniessen. Für Genuss sorgt diese Inszenierung reichlich. Vor allem die Interpretation der Songs ist durch die Bank gelungen. Die Duette sind herzhaft durchchoreografiert und funktionieren wunderbar, Elke Wollmann hat als Jenny mit dem ,Salomon Song' einen grossartigen Auftritt, das Dreigroschenorchester unter der Leitung des Pianisten Till Löffler spielt Kurt Weill trocken und souverän. Die dreistündige ,Dreigroschenoper', die in Nürnberg zunächst etwas unentschlossen beginnt, entscheidet sich nach einer Stunde allmählich, vor allem eine Komödie sein zu wollen - je länger, desto unverblümter." (Landshuter Zeitung)


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Piaf - Staatstheater Nürnberg

13.12.2008 bis 18.12.2008 Piaf: Schauspiel mit Musik von Pam Gems

Der "Spatz von Paris (le petit piaf)", unter diesem Namen wurde Edith Gasson berühmt. Unzählige Geschichten hat Edith Piaf in ihren Chansons erzählt - von Liebe, Glück, Tod und Verzweiflung. Auch ihr eigenes Leben bietet ausreichend Stoff für eine spannende, leidenschaftliche Geschichte: Der Aufstieg eines kleinen Strassenmädchens zum Weltstar, der trotz des riesigen Erfolges nie wirklich glücklich wurde.

Edith Piaf wurde 1915 in einem Arbeiterviertel von Paris geboren. Ihr Vater arbeitete als Schlangenmensch im Zirkus, und ihre Mutter war Strassensängerin. Edith wurde zwischen ihren Eltern hin und her gerissen und zeitweise von ihrer Grossmutter erzogen, Besitzerin eines Freudenhauses. Sie kannte von klein auf Armut und Unglück, bis der Direktor eines Kabaretts auf sie aufmerksam wurde, als sie mit 18 Jahren an einer Strassenecke vor sich hin sang. Plötzlich war sie überall zu hören: in Paris und New York, wo sie Ende der 40er Jahre einen einzigartigen Triumph feierte. Doch mit dem beruflichen Erfolg konnte das private Glück nicht mithalten: Sie verlor den Mann ihres Lebens, den Box-Weltmeister Marcel Cerdan, der bei einem Flugzeugunglück 1949 ums Leben kam. Sie selber starb im Alter von 47 Jahren an übermässigem Drogen- und Alkoholkonsum und völlig erschöpft durch ihre totale Hingabe auf der Bühne.

Die englische Autorin Pam Gems hat die wechselvolle Lebensgeschichte Piafs in einem Portrait eingefangen, in dem nicht nur das Leben dieser einzigartigen Frau, sondern auch ihre grandiosen Chansons zu ihrem Recht kommen. Ein Drama aus Leidenschaft und zerstörerischen Liebesgeschichten, aus dem permanenten Wechselbad von Licht und Schatten. Wohl kein Weltstar war in seinen Liedern so ehrlich wie die Piaf: "Nein, ich bereue nichts, kein bisschen (Je ne regrette rien)".

Inszenierung: Peter Hatházy
Bühne und Kostüme: Heiko Mönnich

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Ladies Night - Staatstheater Nürnberg

21.12.2008 Ladies Night: Komödie von Stephen Sinclair und Anthony MacCarten

Früher war die kleine englische Stadt ein blühender Industriestandort, heute steht sie vor dem Ruin. Beinahe alle Männer haben ihre Jobs verloren. Im tristen Arbeitsamt treffen sie täglich aufeinander: Barry, der von seiner Frau betrogen wird, Junggeselle Craig, der gläubige Wesley, der dicke Graham, der stotternde Norman, und der schlagfertige Gavin. Sie reden, streiten, saufen und bejammern sich selbst und ihre fehlenden Perspektiven. Bis die "Wilden Mustangs" in die Stadt kommen, eine Männer-Striptease-Gruppe, die alle Frauen zur Raserei treibt. Eine verwegene Idee entsteht in den Köpfen der arbeitslosen Männer: Warum nicht selbst die Hüllen fallen lassen, um damit Geld zu verdienen? Mit Hilfe eines professionellen Revuestars eignen sie sich tänzerische und erotische Grundlagen an. Während der mühsam vorangehenden Proben wächst die verschrobene Verlierertruppe mehr und mehr zusammen und fiebert dem grossen Auftritt entgegen. Ihr blosses Äusseres unterscheidet sich allerdings ein wenig von den Astralkörpern der "Wilden Mustangs". Ob die Frauen das sehen wollen?

"Ladies Night" der neuseeländischen Autoren Sinclair und McCarten basiert auf dem britischen Erfolgsfilm "Ganz oder gar nicht" (1997). Unglaublich charmant und herrlich komisch ist die Geschichte der sechs eigenwilligen Charaktere, die sich aus Verzweiflung gemeinsam auf die Bühne wagen. Doch nicht nur humoristisch, sondern auch nachdenklich zeigt "Ladies Night" die Sorgen und Nöte von Männern, die ihre berufliche Perspektive und damit ihre Selbstachtung verlieren. In "Ladies Night" kann man einiges über die Herren der Schöpfung lernen - Komisches wie Tragisches.

Inszenierung: Kay Neumann
Bühne und Kostüme: Günter Hellweg
Choreografie: Olatz Arabaolaza

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Der Gott Des Gemetzels - Staatstheater Nürnberg

22.12.2008 Der Gott Des Gemetzels - Staatstheater NürnbergDer Gott Des Gemetzels: Komödie von Yasmina Reza

Zwei 11-jährige Jungen haben einen Streit, der in eine Prügelei ausartet, bei dem der eine dem anderen mit einem Stock zwei Schneidezähne ausschlägt. Die Eltern, kultiviert, weltoffen und tolerant, treffen sich, um den Vorfall zu diskutieren. Versuchen sie doch alle, ihren Kindern "die zivilisierende Kraft der Kultur" nahe zu bringen. Bei einem gepflegten Gespräch über Tulpen und Backrezepte wird beraten, wie man auf Ferdinand (den Täter) und Bruno (das Opfer) einwirken kann. Aber das stellt sich als nicht ganz so einfach heraus. Wer sagt überhaupt, dass Bruno so ganz schuldlos ist? Die Eskalation ist vorprogrammiert: aus dem privaten Friedensgipfel wird eine handfeste Zimmerschlacht, in der mehr und mehr die Beziehungen der beiden Paare in Frage gestellt werden.

Provokant und lustvoll führt Yasmina Reza in ihrem neuesten Stück die Debatte über Gewalt unter Jugendlichen und die Verrohung an unseren Schulen ad adsurdum und zeigt am Beispiel von zwei gutsituierten Paaren, wie schwer es ist, unseren zivilisatorischen Standard zu halten, besonders wenn es um die eigene Familie oder das gesellschaftliche Fortkommen geht. Da wird der aufgeklärteste Gutmensch schnell zum egoistischen Kämpfer mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln.

Yasmina Reza, 1959 geboren, ist iranisch-ungarischer Abstammung und gilt als erfolgreichste Theaterautorin der Gegenwart. Von ihrer Ausbildung her Schauspielerin, schrieb sie 1987 ihr erstes Stück "Gespräche nach einer Beerdigung". Zu einem absoluten Welterfolg wurde ihr Theaterstück "Kunst", ebenso wie "Drei Mal Leben". 2004 erfolgte in Paris die Uraufführung von "Ein spanisches Stück". 2005 wurde Yasmina Reza mit dem "Welt"-Literaturpreis ausgezeichnet.

Regie: Peter Hatházy

"Reza lässt keine Fraktionen zu, die Paarungen finden sich und lösen sich ebenso schnell wieder auf - am Ende steht jeder allein, irgendwie furchtbar verstrickt in das, was man zwischenmenschliche Beziehungen nennt. Letztlich kämpft hier jeder gegen jeden, am Ende und nach mehreren Gläsern Rum nicht mit Worten, sondern Taten: Annette versenkt Alains Handy-Existenz in der Blumenvase, Véronique entzieht Annette mit ihrer Handtasche den letzten Halt, und Michel ist mit den dauernden Anrufen seiner Mutter sowieso schon geschlagen. Szenen eines zivilisatorischen Sumpfes, lustvoll gespielt und lustvoll anzusehen." (Nürnberger Nachrichten)

"Dieses extrem dynamische System braucht eine hochprofessionelle Steuerung und erstklassige Komponenten. Regisseur Hatházy und seine Darsteller liefern makellose Teile und einen überzeugenden Apparat. Neben der schonungslosen Gesellschaftssatire, die Yasmina Reza erneut geglückt ist, will auch noch das vorübergehend befreiende Komödienlachen erzeugt werden. Das Nürnberger Ensemble ist hier ebenfalls treffsicher". (Nürnberger Zeitung)

"Wie sie miteinander reden, aufeinander reagieren, gegeneinander attackieren - das ist die hohe Kunst von Dialogregie mit Knalleffekt. So ausbalanciert, dass gelegentliche Ausreisser in den Klamauk wie Gipfelstürme wirken. Wenn der Alkoholpegel steigt, eine Dame auf den Kokoschka-Bildband kotzt und Tulpensträusse im Wutanfall zerfetzt werden, zeigen die wahren Gesichter im Minuten-Takt neue Fratzen, hinter denen man die geliftete Ansicht vom nächsten Tag ahnen kann. Nein, Yasmina Reza ist keine Kassandra. Ihr Gemetzel verkündet nicht Untergang, sondern das Brodeln unter versiegelter Zivilisation. Ein Vulkanausbruch hat den Parkettfussboden gesprengt. Da muss jetzt was passieren - wie wär's mit einem schönen Teppich?" (Abendzeitung)


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